Rissbildung in der Reifenseitenwand lässt MAN gut 1.300 Lkw zurückrufen
Weltweit ruft der Nutzfahrzeughersteller MAN gut 1.300 zwischen dem 1. Januar 2023 und dem 31. Januar 2026 von Band gerollte Lkw der Typen TGM, TGX und TGS zurück. In Deutschland sind nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) ziemlich genau zwischen 900 und 1.000 Fahrzeuge betroffen. Als Grund für die Maßnahme wird ein Herstellungsfehler genannt, der zu einem Riss in der Seitenwand der Fahrzeugbereifung führt. „Mit der Zeit kann sich dieser Riss vergrößern und zu einem plötzlichen Luftdruckverlust führen. Geschieht dies während der Fahrt, kann dies die Fahrzeugkontrolle beeinträchtigen, insbesondere da die Reifen an gelenkten Achsen angebracht sind. Dadurch erhöht sich das Unfallrisiko, und es kann zu Verletzungen von Fahrzeuginsassen oder anderer Verkehrsteilnehmer kommen“, lässt sich darüber hinaus dem Safety Gate genannten und von der EU-Kommission betriebenen Schnellwarnsystem für gefährliche Produkte aus dem Nicht-Lebensmittel-Bereich entnehmen.
Wobei es vonseiten des KBA in diesem Zusammenhang allerdings heißt, dass Vorfälle mit Sach- und/oder Personenschäden bislang nicht bekannt sind. Reifen der betroffenen Chargen würden auf Risse geprüft und fehlerhafte Reifen erneuert, wie noch ergänzt wird. Darüber hinaus hat Michelin zwischenzeitlich wissen lassen, dass es sich bei den betreffenden Reifen im Übrigen tatsächlich um diejenigen handelt, für die der Hersteller selbst vor einigen Wochen bereits eine „freiwillige Marktaktion“ initiiert hatte: die für alle Achspositionen geeigneten Profile „X Muli Z“ sowie „X Line Energy Z“ in der Dimension 355/50 R 22.5. Insofern handelt es sich im vorliegenden Fall also letztlich nicht um einen weiteren bzw. unabhängigen Rückruf, sondern folgt aus alldem vielmehr, dass Michelin die entsprechenden Reifen im genannten Zeitraum als Erstausrüstung an MAN geliefert hat.



Die entscheidende Frage bleibt leider offen:
Welcher Reifenhersteller hat diese Reifen geliefert?
Weder das KBA noch Safety Gate machen Angaben dazu. Aber wir haben da eine Vermutung, zumal ein Hersteller vor Kurzem Reifen aus etwa demselben Produktionszeitraum mit einem derartigen Schadensbild zurückgerufen hat. Eine Nachfrage dazu läuft: Wir berichten dann, ob wir richtig liegen oder nicht.
Mit freundlichen Grüßen
Christian Marx
(Redaktion NEUE REIFENZEITUNG)
Eine Mitteilung Michelins hat zwischenzeitlich bestätigt, dass die NEUE REIFENZEITUNG mit ihrer Vermutung richtig gelegen hat. Das wurde im Text entsprechend ergänzt bzw. der Beitrag aktualisiert.
Mit freundlichen Grüßen
Christian Marx
(Redaktion NEUE REIFENZEITUNG)
Frage, wer ist der Reifenhersteller? Muss nicht er als erster sich zu dem Problem äusern?
Wie sich zwischenzeitlich geklärt hat, handelt es sich um Michelin-Profile, für die der Reifenhersteller in der Tat vor einigen Wochen bereits selbst einen Rückruf gestartet hatte. Das wurde im Text ergänzt bzw. haben wir den Beitrag diesbezüglich aktualisiert.
Mit freundlichen Grüßen
Christian Marx
(Redaktion NEUE REIFENZEITUNG)
Ein massives Problem, das erhebliche
Abwicklungskosten beinhaltet.
Die Gesamstückzahl dürfte im fünfstelligen Bereich liegen.
Das Ganze gab es vor mehr als vierzig Jahren im gleichen Haus schon einmal in einem deutlich größeren Volumen.
Wenn es interessiert, der googelt
„Spiegel Rückruf 1981 Michelin“.
Damals betroffen ca. 100000 12R22.5 XZA.
Das war bis zu diesem Zeitpunkt der LKW-Vorderachsreifenreifen, der den Markt mit einer für alle damaligen Wettbewerber
erdrückenden Dominanz beherrschte.
Einige der Kommentatoren auf reifenpresse.de werden sich noch erinnern.