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„Umbruch“ bei Euromaster mit Profitabilität als Ziel

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Laut eines kürzlich im Rahmen der Sendereihe „Made in Südwest“ des Südwestrundfunks (SWR) ausgestrahlten Fernsehberichtes steht Euromaster vor „großen Veränderungen“ bzw. befindet sich mitten „im Umbruch“. Wie Andreas Berents, Geschäftsführer Deutschland und Österreich der Michelin-Handelstochter, in diesem Zusammenhang erklärt, wolle man nichts weniger als die „führende Werkstattkette für Pkw- und Lkw-Kunden“ werden. Die Betonung auf Werkstatt und nicht etwa Reifengeschäft ist dabei offenbar dem Umstand geschuldet, dass für das Kaiserslauterner Unternehmen – wie man weiterhin erfährt – angesichts steigenden Konkurrenzdrucks durch immer mehr Anbieter in diesem Segment und nicht zuletzt durch deren zunehmenden Onlinevertrieb mit Reifen alleine kein Geld mehr zu verdienen ist.

„Mit der Menge an Reifen, die wie momentan bearbeiten, werden wir nicht überleben“, ist sich Berents sicher. Wie es weiter heißt, kommt ihm bei alldem jetzt nicht nur die Aufgabe zu, Euromaster „ein neues Profil“ zu geben, sondern vor allem auch die, den Michelin-Ableger profitabel zu machen. Im Umkehrschluss bedeutet das folglich, dass er Letzteres bis dato gerade nicht ist, sondern stattdessen eben defizitär arbeitet. Ein Zustand, den der französische Mutterkonzern dem Bericht zufolge nicht mehr lange gewillt ist zu akzeptieren: Michelin verlange von seiner deutschen Tochter in Kaiserslautern „bald schwarze Zahlen“ bzw. wolle Verluste „nicht mehr lange ausgleichen“, ist zu hören. Und um diese Zielvorgabe zu erfüllen und während der kommenden vier bis fünf Jahre die rund 2.000 Arbeitsplätze bei Euromaster in Deutschland zu erhalten, soll nunmehr also eine Ausweitung der eigenen Aktivitäten auf Geschäftsfelder über „nur“ Reifen hinaus forciert werden.

Als eine der „Marketingideen“, um nicht zuletzt auch eine bessere Auslastung von Werkstatt und Personal abseits der saisonalen Spitzen im Reifengeschäft zu realisieren, wird vor diesem Hintergrund das verstärkte Angebot von Autoservicedienstleistungen erwähnt: Hier soll beispielsweise der von Euromaster schon seit über zehn Jahren offerierte kostenlose „Zehn-Punkte-Mastercheck“ Unterstützung liefern, Mängel am Kundenfahrzeug zu identifizieren und damit potenziell zusätzliche Umsätze zu generieren bzw. dem Verbraucher vor Augen zu führen, dass der bundesweite präsente Filialist eben mehr kann als Reifenservice allein. Warum das, was als „Mastercheck“ bereits seit mehr als einer Dekade angeboten wird, jetzt allerdings einen durchschlagenderen Erfolg als bisher haben soll, wird nicht erklärt.


 

Dafür stellt der SWR aber eine weitere „offensive Strategie“ der Michelin-Handelskette vor: den (Lkw-)Flottenservice für große Fuhrparks inklusive Pannenservice oder etwa der Vor-Ort-Aufnahme von Reifendaten auf dem Hof von Speditionen bzw. das Reifenmanagement für Transportunternehmen. „Im Lkw-Geschäft ist der Markt aus meiner Sicht noch lange nicht verteilt. Wir haben große Chancen, über Servicepakete – über Optimierungspakete für die Fuhrparks unserer Kunden – unseren Kunden dabei zu helfen, ihre Kosten zu senken“, erklärt Berents gegenüber dem Fernsehsender den dahinter stehenden Gedankenansatz, den man getrost ebenfalls als nicht gerade neu bezeichnen kann. Das gilt vielleicht eher schon für den mobilen EM-Reifenservice, den Euromaster seit 2011 mittels zweier speziell ausgerüsteter Lkw anbietet. Ein Dienstleistungsangebot, das zukünftig noch weiter ausgebaut werden soll, weil sich die Michelin-Handelskette damit stärker noch als „Profi für Spezialfälle“ profilieren will inklusive beispielsweise auch der Reparatur entsprechender Großreifen.

Als relativ neues von Euromaster beackertes Feld wird zudem das Thema Autoglas in dem SWR-Porträt vorgestellt, zumal das Geschäft mit beschädigten Frontscheiben boome und die für einen Wechsel nötige Technik schnell und einfach zu bedienen sei. Womit einmal mehr der Bogen zum Service rund ums Auto geschlagen wird als scheinbar richtiger Weg hin zu zukünftig schwarzen Zahlen. „Ein Feld, was fantastisch läuft und was uns dabei hilft, die Verluste, die wir aus dem Stückzahlrückgang haben im Reifengeschäft, zu kompensieren. Aber ich muss auch sagen, dass das noch nicht reicht“, merkt Berents an, gleichwohl ohne auf andere konkrete geplante Maßnahmen zum Erreichen der anvisierten Profitabilität der Kette einzugehen. Dafür wird das Euromaster-Franchisekonzept vorgestellt, über das die bundesweite Präsenz der Michelin-Tochter ausgebaut werden soll – ein weiterer Schritt hin zur angepeilten Marktführerschaft im Werkstattbereich, die Berents zufolge aber nicht denkbar ist ohne eine gleichzeitige Qualitätsführerschaft.

Deswegen legt man bei Euromaster demnach viel Wert auf regelmäßige Fortbildungen/Trainings bzw. einheitliche und selbstredend hohe Standards beim Umgang mit den Wünschen der Kunden. „Wenn ich das jetzt mir anschaue, was wir in den letzten vier Jahren gemacht haben – Autoservice, Autoglas, Lkw-Geschäft weiter nach vorne gebracht –, muss ich sagen, dass auch das noch nicht ausreicht, um nachhaltig und langfristig ein Geschäftsmodell zu haben, was existenzfähig ist“, so der Euromaster-Geschäftsführer gegenüber dem SWR. Dem Bericht zufolge gehört zu den Plänen der Michelin-Kette daher noch Investitionen in moderne Technik, die Kooperation mit Internetportalen oder das Angebot eines 24-Stunden-Services. Zusätzlich zu den bisher eingeleiteten Maßnahmen soll damit jedenfalls das Überleben der Werkstattkette gesichert werden. christian.marx@reifenpresse.de

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