Lieber Ganzjahres- als Billigreifen, raten N-TV und GTÜ

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Die Meinung der Branche zu Ganzjahresreifen lässt sich am besten wohl mit zwiespältig beschreiben. Die Verbraucher fragen sie verstärkt nach, und der Kunde mit seinen Wünschen sollte nun einmal König sei. Dennoch gibt es freilich gute Gründe, die für einen saisonalen Wechsel zwischen Sommer- und Winterbereifung sprechen: dann nämlich, wenn der Bereifung wirklich die jeweils höchsten Leistungen sowohl während der wärmeren als auch den kälteren Monaten des Jahres abverlangt werden. Vor diesem Hintergrund geben sich Organisationen wie der TÜV Süd oder Dekra, aber auch Unternehmen wie Delticom/Tirendo genauso wie viele andere jedenfalls einiges an Mühe, um Autofahrern klar zu machen, dass Ganzjahresreifen eben „nur“ ein Kompromiss, aber dennoch für den einen oder anderen die durchaus richtige Wahl sein können.

Während sich im Zusammenhang mit diesem Spagat beim ADAC-Reifentest zur diesjährigen Wintersaison demgegenüber bei vielen wahrscheinlich der Eindruck verfestigt hat, im Zweifelsfalle seien Sommerreifen im Sommer und Winterreifen im Winter immer die gegenüber Ganzjahresreifen besser Wahl, bricht die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) jetzt eine Lanze für letztere Produktgattung. Zumindest im Vergleich zu für jeweils den Sommer- oder Wintereinsatz gedachter sogenannter „Billigware aus China, Taiwan oder den Balkanländern“. Warnte die GTÜ nach entsprechenden Tests im Vergleich jeweils zu einem Produkt aus dem Hause Goodyear Dunlop als Referenz früher schon von „Discountreifen aus Asien“ für den Sommer und für den Winter, hat die Stuttgarter Prüforganisation im Auftrag des Fernsehsenders N-TV jetzt Goodyears „Vector 4Seasons“ in der Größe 225/45 R17 gegen den Federal-Sommerreifen „Sport Performance“ und den Infinity-Winterreifen „INF 049“ in gleicher Größe antreten lassen.


 

Die Stuttgarter wollten also letztendlich wissen, welche Leistungen die „Billigreifen“ aus Taiwan (Federal) bzw. China (Infinity) im Vergleich zu einem „Ganzjahresreifen Made in Germany“ (Goodyear) vorzuweisen haben. „Das Ergebnis ist ernüchternd: Keiner der beiden im Vergleich getesteten Billigreifen – Sommer- wie Winterreifen – kann mit einem ‚Allrounder’ auch nur annährend mithalten. Beim Nassbremsen von Tempo 80 auf 0 km/h sieht der ‚Billigpneu’ mit einem mehr als zehn Meter längeren Bremsweg recht alt aus. Und wenn das Auto mit den Ganzjahresreifen nach einer Vollbremsung bereits steht, ist das Fahrzeug mit den Billigreifen noch mit knapp 40 km/h Restgeschwindigkeit unterwegs. Da kann es dann schon mal eng werden“, fasst die GTÜ die Ergebnisse ihres Praxistests zusammen. Bei Qualität und Sicherheit hätten „Billigheimer“ keine Chance gegen einen guten europäischen Ganzjahresreifen, heißt es weiter. „Autofahrer, die beim Reifenkauf meinen, sparen zu müssen, und in der Kfz-Werkstatt ‚Billigreifen’ montieren lassen, setzen auf volles Risiko“, finden die Stuttgarter. christian.marx@reifenpresse.de

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