AutoBild-Winterreifentest 2016: „TS 860“ am vorbildlichsten

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Nach der Vorausscheidung, bei dem aus 50 Kandidaten in der Größe 205/55 R16 diejenigen ausgesiebt wurden, die in Sachen Nass- bzw. beim kombinierten Nass-/Schneebremsen zu weit hinter den besten von ihnen zurückliegen, hat AutoBild nun die finalen Ergebnisse seines aktuellen Winterreifentests veröffentlicht. Unter den übrig gebliebenen 20 Probanden finden sich immerhin drei mit dem bestmöglichen Testurteil „vorbildlich“. Doch gleichwohl wird dieses Trio angeführt von Contis „WinterContact TS 860“ als Testsieger, während Michelins „Alpin 5“ und Goodyears „UltraGrip 9“ die Plätze zwei und drei für sich reklamieren können. Dahinter kommen mit Dunlops „Winter Sport 5“, Pirellis „Cinturato Winter“, Semperits „Speed-Grip 2“, Nokians „WR D4“ sowie Hankooks „I*Cept RS²“ fünf für „gut“ befundene Modelle ins Ziel gefolgt von zehn Kandidaten, die sich über das AutoBild-Urteil „befriedigend“ freuen können. Beim BFGoodrich „g-Force Winter“ und Fuldas „Kristall Control HP“ hat es dafür nicht gereicht: Lediglich für „bedingt empfehlenswert“ werden der Vorletzte und der Letzte unter den Finalrundenteilnehmern des aktuellen Winterreifentests des Blattes gehalten.

„Vorbildlicher Premiumreifen ohne Fehl und Tadel“ – so wird der Testsieger von Conti seitens des Magazins tituliert. Ihm werden dynamische Handlingqualitäten bei allen Witterungsbedingungen ebenso bescheinigt wie ein präzises Lenkverhalten mit guter Rückmeldung sowie beste Wirtschaftlichkeit. Auch der zweitplatzierte Michelin-Reifen hat offenbar einen durchweg guten Eindruck hinterlassen können, zumal er lediglich als „recht teuer“ empfunden wird, ansonsten aber mit besten Schneeeigenschaften, stabilem Nass- und Trockenhandling, kurzen Nassbremswegen und einem leisen Abrollgeräusch aufwarten konnte. Überzeugende Fahrqualitäten auf verschneiter und nasser Piste werden dem dritten „vorbildlichen“ Reifen im Bunde (Goodyear) attestiert sowie zudem noch hohe Sicherheitsreserven bei Aquaplaning und ein niedriger Rollwiderstand, während seine Laufleistung augenscheinlich „nur durchschnittlich“ ist. Bei den Winterreifen auf den folgenden Rängen des Vergleiches hat AutoBild dann teils schon etwas größere Abstriche bei den Leistungseigenschaften festgestellt, die ein besseres Abschneiden in der Endabrechnung verhindert haben.

Beim Dunlop-Reifen ist demnach eine lediglich „durchschnittliche Fahrdynamik auf trockener Fahrbahn“ der Pferdefuß, das Pirelli-Modell schwächelt in puncto Seitenführung auf trockener Piste, Semperits „Speed-Grip 2“ ist durch sein „schwammiges Handling auf verschneiter Fahrbahn“ auffällig geworden und Nokians „WR D4“ wird eine nur durchschnittliche Seitenführung im Trockenen sowie eine eingeschränkte Laufleistung angekreidet, während bei dem Hankook-Winterreifen eine mäßige Seitenführung auf nasser Strecke und leicht verlängerte Nassbremswege Anlass zur Kritik gegeben haben. Beim für „befriedigend“ gehaltenen Bridgestone „Blizzak LM001“ auf Platz acht des aktuellen AutoBild-Tests wurden ein untersteuerndes Fahrverhalten auf trockener Piste und verlängerte Trockenbremswege festgestellt, beim Barum „Polaris 3“ als Zehntem ein „eingeschränktes Gripniveau und verzögertes Lenkansprechen auf trockener Strecke“. Andererseits wussten beide durch gute Winter-/Schneeeigenschaften ebenso überzeugen wie bei Nässe bzw. beim Aquaplaning sowie in Sachen Wirtschaftlichkeit respektive Preis-Leistungs-Verhältnis.

Letzteres gilt so auch für die beiden gemeinsamen Elften – Klebers „Krisalp HP2“ und Uniroyals „MS Plus 77“ –, wobei andererseits hier wie dort teils doch stärkere Abstriche bei den Qualitäten vor allem auf nasser Strecke, aber auch bei Trockenheit gemacht werden. In der Kapitelwertung auf Schnee schwächelt im Übrigen auch keines der restlichen Reifenmodelle so richtig. Wenn an den anderen Finalteilnehmern etwas moniert wird, dann sind es meist die gegenüber den Besten des Vergleiches etwas abfallenden Nässeeigenschaften wie etwa beim General Tire „Altimax Winter Plus“, Mabor „Winter-Jet 2“, Sava „Eskimo HP“ oder Vredestein „Snowtrac 5“. Demgegenüber haben sich Coopers „Weathermaster WM-SA2+“ und Falkens „Eurowinter HS449“ bei Nässe noch ganz ansehnlich präsentiert, liegen dafür aber im Trockenen und in Sachen Kosten (Cooper) ein wenig zurück.

Bei den beiden Schlusslichtern des Vergleiches wird die Liste der Stärken naturgemäß noch kürzer bzw. schrumpft erheblich. So wird beim „g-Force Winter“ der Michelin-Marke BFGoodrich zwar eine „sehr gute Wirtschaftlichkeit“ gelobt und beim „Kristall Control HP“ dessen sichere Schneeeigenschaften. Dafür aber heißt es, Ersterer komme mit nur mäßigen Aquaplaningeigenschaften, einem untersteuernden Nasshandling sowie verlängerten Nass- und Trockenbremswegen daher. Beim Fulda-Modell haben AutoBild zufolge sein „untersteuerndes Fahrverhalten, mäßige Seitenführung und verzögertes Lenkansprechen bei Nässe“ Anlass zur Kritik gegeben. christian.marx@reifenpresse.de

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