AMS-Winterreifentest: „W.Drive“ kann an ADAC-Erfolg nicht anknüpfen

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Nachdem sein „W.Drive V905“ beim wichtigsten Produktvergleich der Branche – dem Winterreifentest des ADAC und seiner Partnerklubs/-organisationen – in der Größe 205/55 R16 dank eines zweiten Platzes ein Ausrufezeichen zu setzen wusste, kann der Yokohama-Reifen beim diesjährigen Winterreifentest von Auto Motor und Sport (AMS) an diesen Erfolg nicht anknüpfen. Dort in der Größe 225/50 R17 antretend, muss der Reifen des japanischen Herstellers so manchen seiner insgesamt neun Mitbewerber an sich vorbeiziehen lassen und sortiert sich schlussendlich auf Rang sieben ein.

Obwohl das Motto der Automobilzeitschrift diesmal neun gegen einen heißt, ist mit dem einen freilich nicht der Yokohama-Reifen gemeint, sondern Contis bei fast allen Tests bisher überaus erfolgreicher „WinterContact TS 850“. Gegen den Seriensieger hat AMS drei neue, drei etablierte sowie drei eher preisgünstige Modelle montiert an der C-Klasse von Mercedes-Benz antreten lassen. Die Neuen sind Dunlops „Winter Sport 5“ und Goodyears „Ultra Grip Performance“ erster Generation sowie Nokians „WR D4“, während Bridgestones „Blizzak LM 32S“, Pirellis „Sottozero 3“, Yokohamas „W.Drive V905“ zu den bereit länger am Mark erhältlichen Modellen zählen sowie Coopers „Weathermaster WM-SA2“, Falkens „Eurowinter HS449“ und der „Champiro Winter Pro HP“ von GT Radial zu den günstigeren. Sie alle mussten sich bei Schnee und Nässe ebenso wie bei Trockenheit und hinsichtlich ihrer Umwelteigenschaften (Rollwiderstand/Geräusch) messen lassen, wobei in jeder der vier Kategorien maximal zehn Punkte zu ergattern waren. Die Teilwertungen in den vier Kategorien ergeben sich dabei aus dem Durchschnittswert diverser Teildisziplinen und die Gesamtpunktzahl wiederum als Mittelwert über die vier Kapitel Schnee, Nässe, Trockenheit, Umwelt.

Letztlich muss bei alldem nicht nur der Yokohama-Reifen anderen den Vortritt lassen, sondern auch der „TS 850“ landet – für ihn ungewohnt – „nur“ auf Rang vier in der Gesamtwertung. Auf dem Podium vor ihm steht zuallererst der Goodyear-Reifen mit einer Durchschnittsnote von 9,2, den AMS folglich zum Testsieger kürt. Ihm werden eine sehr direkte Lenkansprache mit gutem Lenkungsfeedback und hoher Lenkpräszision attestiert sowie ein breiter Grenzbereich und gute Traktion auf allen Oberflächen. Eine „ausgewogene Balance nass und trocken, ausgezeichnete Aquaplaningeigenschaften, sehr leises Innengeräusch“ stehen bei ihm ebenfalls auf der Habenseite, während AMS ihm andererseits eine geringe Lastwechselempfindlichkeit auf Schnee ankreidet. Unabhängig davon erhält er freilich das Prädikat „sehr empfehlenswert“, was für die anderen beiden auf dem Treppchen – den „Sottozero 3“ und den „Winter Sport 5“ – genauso gilt, selbst wenn sie mit den Durschnittsnoten 9,1 bzw. 9,0 ein wenig hinter dem „Ultra Grip Performance“ erster Generation einreihen müssen.

Die Pirelli- und Dunlop-Reifen sind den Testern dabei fast ebenso durchgängig positiv aufgefallen, Ersterer soll jedoch Einschränkungen hinsichtlich der Seitenführung bei Nässe und beim Aquaplaning gezeigt haben sowie der Zweite „minimale Defizite in den Bremsdiziplinen“. Beim Conti- und dem Nokian-Reifen als Viertem und Fünftem des Vergleichs mit den Durchschnittsnoten 8,7 und 8,2 sind die Abstriche dann wohl schon ein wenig größer, aber dennoch werden beide von AMS nichtsdestoweniger für „empfehlenswert“ gehalten. Die Seitenführung und die Handlingeigenschaften auf Schnee sind beim „WinterContact TS 850“ die Hauptkritikpunkte der Tester. „Auf Schnee etwas reduziertes Seitenführungspotenzial, daher etwas unharmonisch im Handling“, ist demgegenüber für den „WR D4“ im Testprotokoll vermerkt zusammen mit einer „leichte[n] Übersteuerungstendenz im Grenzbereich auf trockenem Asphalt“.

Die nächste Dreiergruppe an Winterreifen – angeführt vom GT Radial „Champiro Winter Pro HP“ mit dem Punktedurchschnitt 7,7 und gefolgt eben vom „W.Drive V905“ (7,6) und „Blizzak LM 32S“ (7,4) – liegt relativ dicht beieinander. Guten Bremseigenschaften auf Schnee, eine halbwegs ordentliche Fahrdynamik sowie schwache Lastwechselreaktionen und ein geringes Geräusch werden beim GT-Radial-Modell auf der Habenseite verbucht, während auf der anderen Seite eine nur mäßige Seitenführung und ein unharmonisches Traktions-Seitenführungs-Verhältnis auf Schnee sowie schwaches Trocken- und Nassbremsen bei ihm kritisiert werden. „Deutliche Defizite bei Nässe“ hat AMS beim Yokohama-Reifen festgestellt, wobei die vom „W.Drive V905“ auf nasser Fahrbahn gezeigten Leistungen demnach augenscheinlich nur noch von dem Bridgestone-Modell unterboten werden. „Viel zu lange Bremswege und das niedrige Gripniveau auf nassen Straßen kosten reichlich Punkte“, schreibt AMS mit Blick auf den „Blizzak LM 32S“.

Alle Drei werden dabei jedoch genauso als „bedingt empfehlenswert“ eingestuft wie der „Eurowinter HS449“ und der „Weathermaster WM-SA2“ am Ende des Testfeldes, die beide mit einer glatten Siebener-Durchschnittspunktzahl ins Ziel kommen. Sowohl der Falken- als auch der Cooper-Reifen können auf Schnee nicht ganz den Anschluss an die Konkurrenz halten, und auch in der Umweltwertung ist der Abstand zur Konkurrenz vergleichsweise groß. „Schwaches Bremsen, schlechte Traktion und schmaler Grenzbereich auf Schnee. Hoher Rollwiderstand. Keine Empfehlung für schneereiche Regionen“, so das AMS-Fazit zum „Eurowinter HS449“. Und mit Blick auf den „Weathermaster WM-SA2“ ist ebenfalls von einer schwachen Schneeperformance „mit wenig Lenkungsfeedback und stark eingeschränkter Seitenführung“ die Rede. Ein mäßiges Nassbremsen sowie Einschränkungen in der Trocken-Performance sind weitere der von den Testern angeführten Gründe, warum der Cooper-Reifen mit dem letzten Platz vorliebnehmen muss. christian.marx@reifenpresse.de

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