AutoBild-Sportscars-Sommerreifentest „entlarvt gefährliche Blender“

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AutoBild Sportscars hat sich für seinen diesjährigen Sommerreifentest die Dimension 235/35 R19 vorgenommen, um Verbrauchern eine Entscheidungshilfe bei der Produktwahl an die Hand zu geben und dabei – wie es weiter heißt – „gefährliche Blender“ unter der Vielzahl der im Markt erhältlichen Modelle zu entlarven. Letztendlich hat das Blatt dafür allerdings „nur“ neun Kandidaten von C wie Conti bis R wie Rotalla antreten lassen. Diese beiden markieren nicht nur im Hinblick auf die alphabetische Reifenfolge das obere und unterer Ende des Wettbewerberfeldes, sondern zugleich auch hinsichtlich ihres letztendlichen Abschneidens. Denn der „SportContact 6“ der deutschen Marke wird Erster, das „Setula S Race RU01“ genannte Modell des anderen Labels Letzter. Der eine heimst folglich das Prädikat „vorbildlich“ ein wie im Übrigen noch zwei weitere Reifen, während der andere für „nicht empfehlenswert“ gehalten wird ebenso wie darüber hinaus noch Firestones „Firehawk SZ90µ“.

Ursächlich für das vergleichsweise schlechte Abschneiden der Rotalla- und Firestone-Reifen sind vor allem deren wenig überzeugende Leistungen insbesondere auf nasser Fahrbahn. „Wasserscheuer China-Reifen mit gefährlich verlängerten Nassbremswegen, stark untersteuerndes und unausgewogenes Nasshandlingverhalten, mäßiger Grip und leicht schwammiges Fahrverhalten auf trockener Piste“, werden beispielsweise dem „Setula S Race RU01“ angekreidet. Das Firestone-Modell erntet Kritik vor allem für seine „schwache Seitenführung, starkes Untersteuern und verlängerte Bremswege auf nasser Fahrbahn, mäßiges Gripniveau, verzögertes Lenkansprechen und ein unausgewogenes Fahrverhalten auf trockener Piste“. Gleichwohl werden beiden auch ein paar gemeinsame Stärken attestiert wie ein niedriger Rollwiderstand und ein günstiger Preis sowie darüber hinaus noch ein leises Abrollgeräusch (Rotalla) oder ordentliche Sicherheitsreserven bei Aquaplaning (Firestone).

Im Kontrast dazu stehen die Leistungen der Spitzengruppe des Vergleiches, die von dem „SportContact 6“ als Testsieger angeführt wird. Mit dem Conti-Reifen konnten demnach offenbar beinahe keinerlei Schwächen herausgefahren werden. Wenn man angesichts des von ihm augenscheinlich gezeigten hohem Niveaus egal ob Handlingeigenschaften oder Sicherheitsreserven etwas kritisieren wolle, dann – schreibt AutoBild Sportscars – allenfalls seine „leichte Schwäche bei der Rollwiderstandsmessung“. Wie er ebenfalls „vorbildlich“ schneiden auf den weiteren Rängen dahinter Hankooks „Ventus S1 Evo²“ und Goodyears „Eagle F1 Asymmetric 3“ ab. Naturgemäß werden diesen beiden ebenfalls nur wenige Schwächen angekreidet wie ihre „Tendenz zum Untersteuern“ (Hankook) sowie ein „leichtes Untersteuern auf Nässe“ (Goodyear). Ansonsten wussten sie mit ausgewogenen Leistungen zu überzeugen, wobei der „Ventus S1 Evo²“ seine Sache insbesondere im Trockenen noch ein klein wenig besser gemacht haben soll als der „Eagle F1 Asymmetric 3“. Hinter ihnen fährt dann Falkens „Azenis FK510“ über die Ziellinie, der sich als einziger mit dem Prädikat „empfehlenswert“ schmücken kann.

Und das, obwohl sein leicht verzögertes Lenkansprechen, mäßiger Abrollkomfort und erhöhter Rollwiderstand Anlass zu Kritik boten. Dafür habe er sich als „ausgewogenes Sporttalent mit kurzen Bremswegen auf nasser Piste“ präsentiert und mit – wie weiter zu lesen ist – ausgewogenen Nasshandlingeigenschaften, einem dynamischen Trockenhandling samt präzisem Einlenkverhalten bei guter Rückmeldung sowie nicht zuletzt geringen Anschaffungskosten punkten können. Immerhin „befriedigend“ schnitten darüber hinaus Dunlops „Sport Maxx RT2“, Pirellis „P Zero“ und Kumhos „Ecsta PS91“ ab. Das Dunlop-Modell konnte dabei zwar bei Nässe alle anderen Konkurrenten hinter sich lassen, aber ein „verzögertes Lenkansprechen und eingeschränktes Gripniveau auf trockener Piste“ verhinderten wohl eine bessere Platzierung. Größtes Manko des Pirelli-Reifens sind demgegenüber seine Leistungen bei Nässe, wobei konkret seine leicht verlängerten Nassbremswege und nur durchschnittlichen Aquaplaningeigenschaften besonders herausgestellt werden. „Schwache Seitenführung und starkes Untersteuern auf nasser Fahrbahn, mäßiges Gripniveau und verzögertes Lenkansprechen auf trockener Piste, erhöhter Rollwiderstand“ sind die von den Testern mit Blick auf den Kumho-Reifen aufgezählten Schwächen. Dafür werden ihm allerdings ordentliche Aquaplaningeigenschaften, kurze Trockenbremswege sowie ein niedriger Anschaffungspreis bescheinigt. christian.marx@reifenpresse.de

7 Kommentare
  1. Power_zählt says:

    Danke für die Übersicht, aber was sagen die Ergebnisse aus? Ist das nur der Bremstest, ein Komplettergebnis nass/trocken?

    Eigentlich müßte der Dunlop RT2 mindestens auf Platz 2 sein mit diesen Noten, vielleicht sogar auf 1 weil Nass meist höher bewertet wird.

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    • Christian Marx says:

      Die Eigenschaften bei Nässe und Trockenheit gehen bei AutoBild Sportscars je zur Hälfte ins Gesamtergebnis ein, wobei beide Teilwertungen natürlich noch einmal in je fünf Disziplinen unterteilt sind. Auf trockener Fahrbahn sind dies: Handling und Bremsen (je 30 Prozent), Abrollkomfort (zehn Prozent) sowie Vorbeifahrgeräusch und Rollwiderstand (je 15 Prozent).

      Da das Dunlop-Modell beim Trockenhandling aber „nur“ mit einer „3+“ vorliebnehmen musste und die Testregularien des Magazins vorsehen, dass Einzelnoten schlechter als „2–“ genauso wie Kapitelnoten schlechter als „2–“ kein „vorbildlich“ mehr erlauben, ist er im Wettbewerberfeld eben entsprechend weiter nach hinten gerutscht.

      Solche und weitere Details können Sie dann übrigens der in den nächsten Tagen erscheinenden April-Ausgabe der Kollegen von AutoBild Sportscars entnehmen.

      Mit freundlichen Grüßen

      Christian Marx
      (Redaktion NEUE REIFENZEITUNG)

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      • Power_zählt says:

        Danke für die Erklärung, das Heft wollte ich mir sowieso holen.

        Eigentlich hatte ich den RT ins Auge gefasst, aber 3+ beim Trockenhandling ist für mich eigentlich ein KO

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