Continental: In Deutschland stehen 13.000 Stellen auf der Kippe

Dass Continental sparen muss und auch Arbeitsplätze einsparen will, ist schon lange bekannt. Seit gestern steht fest: Weltweit sollen 30.000 Arbeitsplätze wegfallen. Das sind 10.000 Stellen mehr, als der der Konzern noch vor einem Jahr angekündigt hatte. In Deutschland stehen 13.000 der 59.000 Stellen zur Disposition und auch in anderen Ländern „mit hohen Personalkosten“ stehe ein weiterer Großteil der Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Aus dem Unternehmen heißt es: Sie werden verändert, verlagert oder aufgegeben. Bis 2025 sollen 90 Prozent der „Anpassungen“ abgeschlossen sein. Der DAX-Konzern will laut Mitteilung nun ab 2023 in der Summe jährlich mehr als eine Milliarde Euro brutto einsparen. Damit erhöht Conti das bisherige Einsparziel um etwas mehr als 500 Millionen Euro jährlich. Grund für die zusätzlichen Maßnahmen sei auch die Verschärfung der Konjunkturkrise durch die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie. „Die gesamte Autoindustrie hat derzeit gewaltige Herausforderungen zu bewältigen. Keine ihrer Krisen der vergangenen 70 Jahre war größer und schärfer“, sagte CEO Elmar Degenhart laut Mitteilung.

Die Krise treffe die Zulieferer besonders hart. Nach etwa einem Jahrzehnt des schnellen, profitablen Wachstums und Beschäftigungsaufbaus richte sich Continental nun auf eine neue Art des Wachstums mit Zukunftstechnologien aus. Darüber hinaus sei der Verkauf von dauerhaft unrentablen Geschäftsteilen vorgesehen. Es würde voraussichtlich zur Verlagerung oder Schließung von Anlagen und Betriebsteilen an Standorten mit dauerhaft zu hohen Kosten, auslaufenden Technologien oder absehbar mittel- bis langfristig unwirtschaftlicher Auslastung der Produktionskapazitäten kommen. Alle Zentral- und Geschäftsbereiche würden an allen Standorten im In- und Ausland zu den angepeilten Einsparungen und Optimierungen beitragen. Zur Strategie zählten – vorbehaltlich der Zustimmung durch den Aufsichtsrat – das Zusammenziehen von Aufgaben aus Produktion, Forschung und Entwicklung an den weltweit wettbewerbsfähigsten Standorten sowie Portfolioanpassungen, heißt es aus dem Unternehmen. Dieses rechnet nicht vor 2025 mit einer Rückkehr auf das Vorkrisenniveau von 2017. cs

 

7 Kommentare
  1. Elmar Lahm says:

    Elmar steht stramm und gehorcht mal wieder den Befehlen des großen Linde-Wolfgang. Wir brauchen Kraft im Vorstand, Mann oh Mann, 30.000 Leute. Alter Verwalter. Nur der Börse gefallen diese Prophezeiungen. Armleuchter.

    Antworten

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] vom Zulieferersterben geht bereits seit Monaten in der Automobilbranche um. Zuletzt hatten etwa Continental und dessen Großaktionär Schaeffler mit weitreichenden Standort-, Stellen- und Kostenstreichungen […]

  2. […] beitragen sollen, ist klar: Auch das immer noch profitable Geschäftsfeld Reifen könnte im Rahmen des jüngst erst deutlich „erweiterten Strukturprogramms“ mit seinen jährlichen Einsparungen in… in den Sog des Sparzwangs geraten. Heute nun platzt die Bombe: Continental plant, das […]

  3. […] stecken, hat nicht zuletzt die Corona-Krise offenbart. Nachdem erst dieser Tage Continental Details zu seinem „erweiterten Strukturprogramm“ veröffentlicht und damit einen „Schock“ ausgelöst hat, macht nun auch Zulieferer Schaeffler […]

  4. […] im vergangenen Herbst angekündigt worden war. Nach den neuen Plänen würden voraussichtlich jetzt allein in Deutschland 13.000 von aktuell 59.000 Mitarbeitern – das entspricht 22 Prozent der hiesi…. Im vergangenen Herbst war hingegen von ‚nur‘ 7.000 Arbeitsplätzen in Deutschland die Rede. […]

  5. […] Conti-Konzern will ab 2023 jährlich eine Milliarde Euro einsparen und sich zur Erreichung dieses Ziels bis zum Jahr 2025 von 13.000 Belegschaftsmitgliedern in Deutsch…. Das ist eine klare Ansage, aber wie das Ziel erreicht werden soll, bleibt im Dunkeln. Durch […]

  6. […] Analysten reagieren positiv auf die gestern von der Continental AG angekündigten weitreichenden Umstrukturierungsmaßnahmen, die allein in Deutschland bis zu 22 Prozent der 59.000 Arbeitsplätze kosten könnte. JP Morgan […]

Schreiben Sie einen Kommentar

An Diskussionen teilnehmen
Hinterlassen Sie uns einen Kommentar!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.