Der einstige Michelin-Star Carlos Ghosn ist geflüchtet

Auch Nordamerika sollte den Siegeszug der Stahlgürtelreifen erleben. Der französische Konzern investierte kräftig und erlitt noch weitaus kräftigere Anfangsverluste. Mit der Übernahme der fusionierten US-Reifenkonzerne Uniroyal Goodrich glaubte man, die richtige Größe für Erfolge auf dem größten Binnenmarkt der Welt erreicht zu haben. Tatsächlich war es eine Schussfahrt ins Desaster. Der Michelin-Konzern stand kurz vor dem Zusammenbruch. Das war die Stunde von Carlos Ghosn. Der junge Mann stellte den amerikanischen Teilkonzern auf den Kopf und wieder auf die Füße. Und tatsächlich schaffte der dafür allseits bewunderte Ghosn die Wende. Ob er sich tatsächlich, wie ihm von japanischer Seite vorgeworfen wird, zu Unrecht ein paar Millionen von Renault/Nissan in die Tasche steckte oder Opfer einer Politikintrige wurde, mit der eine Übernahme von Nissan durch Renault im letzten Moment verhindert wurde, ist schwer zu beurteilen. Vorerst jedoch hat sich Ghosn der japanischen Justiz, die ihn „zur Geisel des japanischen Justizsystems“ gemacht habe, mit einer geradezu bühnenreifen Vorstellung entziehen können. Eine Weihnachtskapelle besuchte den praktisch unter Hausarrest stehenden Manager, schmuggelte ihn im hölzernen Instrumentenkasten aus dem Gebäude und verfrachtete ihn in ein Flugzeug mit Ziel Libanon. klaus.haddenbrock@reifenpresse.de

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