Weitere Räuberpistole aus Monaco – Loma mit scharfem Senf im Doppelpack

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Mario Radosavljevic („Rados“) hat sich über ein Pamphlet, einsehbar über die Loma-Homepage, zum Stand der Auseinandersetzung mit unserer Zeitschrift NEUE REIFENZEITUNG sowie dem Portal www.reifenpresse.de großspurig zu Wort gemeldet. Die für ihn unangenehmen Tatsachen lässt er von einem imaginären Mitarbeiter namens Craig Jackson als „Fake News“ bezeichnen und macht sich damit einen besonders von notorisch verlogenen Typen mit Vorliebe benutzten Begriff zu eigen.

Wie es der POTUS (President of the United States) in Amerika bisher schafft, seine Bilanzen unter Verschluss zu halten, schafft Rados es, die Lage seiner angeblich existierenden Loma-Fabriken geheimzuhalten. Donald Trump hat wenigstens vorzuzeigende Bilanzen, wie immer sie auch aussehen werden. Wer weiß, wo die Schornsteine der Loma-Felgenfabriken rauchen? Loma-Felgen indessen sollen nach Rados‘ Einschätzung allererste Sahne sein. Die Zahl wegen nicht ausreichender Festigkeit zerbrochener Loma-Räder beziffert er mit vier Stück in elf Jahren des Firmenbestehens, entsprechend einer Reklamationsquote von 0,00285 Prozent. Seine „Kollegen“ in den USA bewegten sich bei zwölf Prozent und die „aus Asien bei ca. 46 Prozent.“ Na ja, wenigstens klingt es lustig.

Auch sei „niemals im Internet behauptet worden, dass alle unsere Räder TÜV haben. Wozu sollten wir das machen? Kunden entscheiden sich nicht für drei Mal teurere Räder, weil sie nur am TÜV interessiert sind, sondern weil sie mögen, wofür die Marke Loma steht.“ Größere Heiterkeitsstürme angesichts dieser Rados-Wunschvorstellung müssen unterdrückt werden, weil sich zu viele vertrauensselige Kunden im Hinblick auf die fehlende Betriebserlaubnis (ABE) und den daraus resultierenden Schwierigkeiten betrogen wähnen. Eine hier vorliegende Liste von 22, inzwischen 24 anwaltlich vertretenen Klägern – bei der Mehrzahl dieser Fälle geht es gerade um die Unmöglichkeit einer ordnungsgemäßen Eintragung in die Fahrzeugpapiere– ist zur Demaskierung des Herrn Rados geeignet.

Einerseits steht in seinem Pamphlet, es sei „eine Tatsache, dass jeder Kunde bis dato seinen Eintrag bekommen hat, und zwar nicht über uns, sondern über Prüfer, die sich unsere Unterlagen zur Fertigung angesehen haben und entschieden haben, dass das für sie so in Ordnung ist“. Andererseits steht in seinem Pamphlet aber auch, TÜV-Prüfer hätten ihm „geschrieben und erklärt, dass man keinerlei Eintragungen mehr machen wird, weil Sie, Herr Haddenbrock, diese Menschen bedroht haben“. Es ist somit Sache des Lesers, welche der beiden Lügen er als die fettere betrachtet, die unter einer- oder die unter andererseits. „Bedroht“ fühlen könnten sich TÜV-Prüfer bestenfalls, weil sie vom TÜV-Markenverbund dahingehend vor fast einem Jahr bereits gewarnt wurden, dass es keinen TÜV-Report/„Festigkeitsgutachten“ mit Zertifizierungscharakter für Loma-Felgen gibt, auf den sich Loma berufen kann und es sich bei etwa vorgelegten Gutachten um Fälschungen handele.

Doch mit dem TÜV hat Rados immer noch nichts am Hut. So hält er nicht viel vom Qualitätsmanagementsystem, welches allerdings nicht der TÜV, sondern das Kraftfahrtbundesamt verlangt, wenn ABEs erstellt werden sollen. Die Rados-Erkenntnis: In Deutschland und Österreich wolle man damit dem Unternehmer nur Geld aus der Tasche ziehen. Und er schiebt an anderer Stelle nach: „Der TÜV sollte nicht über sogenannte Warnungen Kunden verunsichern, damit die TÜV-Kasse besser gefüllt wird.“ So mag Rados in einer Vorstellungswelt gefangen sein, in der er als von Deppen, Trotteln und Idioten umzingelter großer Besserwisser so fürchterlich leiden muss.

Er will „in einem knappen Jahrzehnt eine Weltfirma aufgebaut“ haben mit Headquarters in Monaco und Amerika/Miami. Über Facebook gibt Rados vor, Mitarbeiter für seine bald entstehende Fabrik in den USA zu suchen und einstellen zu wollen. Ob er „weltweit“ überhaupt eine(n) einzige(n) Mitarbeiter(in) hat, ist unbekannt. So lässt er eine Frau Katharina Senf als Mitarbeiterin im Kundenservice auftreten. Die Dame schreibt E-Mails, interessanterweise mit all den Fehlern und grammatikalischen Unzulänglichkeiten, wie sie auch Herrn Rados unterlaufen. Das darf ruhig erwähnt werden, denn ausweislich seines von ihm selbst geschriebenen Lebenslaufs ist Mario Rados nicht in Serbien, sondern seit seiner Geburt in Österreich aufgewachsen, sodass es mit der deutschen Sprache durchaus besser hätte laufen können bei ihm. So bittet Frau Senf einen Kunden, mit ihr nur per E-Mail zu verkehren, weil wegen des starken Geschäftsaufkommens die Telefone überlastet seien. Und damit das leichter fällt, findet sich unter der Grußzeile ein Bild, das eine sympathische Erscheinung zeigt, jung und flott, lässig die Sonnenbrille aufs blonde Haar gesetzt. Bloß: Dieses Bild der Frau Senf ist käuflich; über eine Fotoagentur.

Das Felgengeschäft allein reicht Rados nicht. Er stellt sich über eine Website als Inhaber einer Immobilienfirma vor, die er aus seinen räumlich doch ohnehin äußerst beengten Verhältnissen in Monaco auch noch betreibt. Vielleicht ist die Sekretärin, halt: Assistentin, ja kompetent? Sie heißt? Ja, richtig geraten, Katharina Senf. Dieses Mal entpuppt sich Katharina als frisch aussehende, schwarzhaarige Dame jüngeren Alters. Sie ist billiger als Frau Loma-Senf, denn ihr Konterfei kann man schon für einen niedrigen zweistelligen Betrag via Internet von einer Fotoagentur kaufen, während für Frau Loma-Senf ein dreistelliger Betrag per Paypal oder Kreditkarte zu entrichten war. Welch eine Vorstellung: Die blonde Katharina Senf nimmt der schwarzen Katharina Senf im Einraumbüro der „Weltfirma“ die Vorfahrt.

Selten war die Schlagzeile „Augen auf beim Felgenkauf“ berechtigter als vorliegend, denn es ist völlig unklar, auf welcher Grundlage in Deutschland und Österreich, auch europaweit, Loma-Felgen in Fahrzeugpapiere eingetragen werden können. Es geht nicht um die Qualität der Felgen – dazu kann aus unserer Sicht keine Stellung genommen werden –, sondern es geht um deren Zulässigkeit im deutschen Straßenverkehr. Selbst wer in den letzten Monaten eine Eintragung bekommen hat – auf welchen Wegen auch immer – muss damit rechnen, dass diese wieder rückgängig gemacht wird. Im – nicht rechtskräftigen – Einstweiligen Verfügungsverfahren gegen die Profil-Verlag GmbH haben die Antragsteller durch ihre Anwältin ein auf den November 2018 ausgestelltes Gutachten eines dem TÜV Süd angeschlossenen amtlich anerkannten Prüfers für eine bestimmte Loma-Felge vorgelegt; einzig zu Beweiszwecken für die Richtigkeit ihres Vortrags.

Möglicherweise hat das die Kammer am LG Berlin nicht unbeeindruckt gelassen. Wenn es so war, wird die Meldung des Fachblattes Tuning Inside von Relevanz sein. Deren Redakteur hatte genau diesen Vorgang bei eben diesem Prüfer am Haken und sich um Aufklärung bei ihm in Balingen bemüht. Dieser sei „aus allen Wolken gefallen“. Abgesehen davon, dass der Technische Bericht/„Festigkeitsgutachten“ bereits zurückgezogen war, stimmte auch das Raddesign des ihm vorgelegten Prüfberichtes nicht mit dem im System hinterlegten überein. Ergebnis: „Wer diesen Prüfbericht gefälscht hat, kann der zuständige Ingenieur selbstverständlich nicht feststellen. Fakt ist, die Eintragung fand unter Vorgabe falscher Tatsachen statt, weshalb die Eintragung umgehend zurückgezogen wurde“, schreibt Tuning Inside in deren neuester Ausgabe aus April 2019. klaus.haddenbrock@reifenpresse.de

Mario Radosavljevic als Rechtsausleger

Der Kunde Christian M. beschreibt seine Erfahrungen mit Loma unter „Google-Bewertungen“ und macht aus seinem Herzen keine Mördergrube. Nach einer Wartezeit von 14 Monaten bekam er endlich die bestellten Felgen; allerdings passten diese nicht und wurden zurück an Loma geschickt. Loma beruft sich auf Beschädigungen, die der Kunde für frei erfunden hält und das mit seiner Bild- und Videodokumentation belegen will. Loma faselt etwas von Möglichkeiten der Beilegung des Streites, von Abschlagszahlung. Das setze aber voraus, dass der Kunde seinen „falschen und verzehrten Negativbericht aus dem Netz löscht, Frist 30. April 2019“. Gegenvorschlag des Kunden: Erst mal ordentliche Abwicklung der Reklamation und Rückzahlung der vor 14 Monaten schon bezahlten 2.514,62 Euro und dann Löschung der Google-Bewertung. Das aber empört den Monegassen, Erpressung sei das und somit ein Fall für seine Rechtsabteilung. Fehlt noch das Thema Gutachten. Das sei mitgeschickt worden, heißt es hier, alles nicht wahr, nichts dabei gewesen dort. Warum schickt Loma es nicht einfach noch einmal per Post, per Mail, per Fax? klaus.haddenbrock@reifenpresse.de

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