„SportContact 6“ gewinnt UHP-Reifentest – rote Laterne für Hankook/Falken

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Nachdem kürzlich erst der alljährliche Pkw-Sommerreifentest von Auto Express erschienen ist, legt mit dem Evo-Magazin jetzt eine weitere renommierte britische Automobilzeitschrift nach mit einem Vergleich aktueller Modelle für das UHP-Segment. Zwar finden sich in dem Wettbewerberfeld aus Contis „SportContact 6“, Dunlops „SP Sport Maxx RT2“, Falkens „Azenis FK510“, Goodyears „Eagle F1 Asymmetric 3“, Hankooks „Ventus S1 Evo²“, Michelins „Pilot Super Sport“, Pirellis „P Zero“ (noch nicht in seiner neuesten Reinkarnation), Vredesteins „Ultrac Vorti R“ sowie Yokohamas „Advan Sport V105“ einige Reifen wieder, die auch Auto Express unter die Lupe genommen hatte, aber dennoch ist hier und da die eine oder andere alternative Modellvariante vertreten und steht bei Evo mit der Größe 235/35 R19 91Y zudem eine 19-Zoll-Dimension im Fokus. Apropos: Als Testfahrzeug kam hauptsächlich ein Ford Focus ST zum Einsatz – nur fürs Nassbremsen wurde auf einen VW Passat zurückgegriffen.

Alle Fahrdisziplinen, bei denen Evo der Reifengattung entsprechend diejenigen bei Trockenheit eigenen Worten zufolge stärker gewichtet hat, wurden auf dem Conti-Prüfgelände Uvalde (Texas/USA) abgepult. Ein richtig schlechter Reifen war bei dem Test letztlich nicht dabei, selbst wenn sich so mancher Kandidat in der einen oder anderen Wertungskategorie hervorzutun wusste, wie das Michelin-Modell bei Trockenheit oder der Yokohama-Reifen bei Nässe. Den Spagat als Allrounder meisterte letztendlich jedoch Contis „SportContact 6“ am besten dicht gefolgt von den beiden Zweitplatzierten Goodyear „Eagle F1 Asymmetric 3“ und eben dem Nässespezialisten „Advan Sport V105“. Als Dritter profilierte sich der „Ultrac Vorti R“ von Vredestein vor dem sich aus den Dunlop-, Michelin- und Pirelli-Modellen zusammensetzenden Mittelfeld, während „Ventus S1 Evo²“ und „Azenis FK510“ das untere Ende des Testfeldes markieren.

Zumal sich der Hankook-Reifen als der „heimtückischste“ beim Nasshandling präsentiert haben soll. Die mit ihm gefahrenen Rundenzeiten auf nasser Fahrbahn haben im Schnitt demnach ganze vier Sekunden bzw. 5,7 Prozent über der Bestzeit gelegen, die mit dem Focus ST erzielt wurde, als dieser mit dem Pirelli „P Zero“ bereift war. Auch die Falken- und Michelin-Reifen wussten hier nicht ganz so zu überzeugen ebenso wenig wie auf nasser Kreisbahn, wobei der „Azenis FK510“ in diesem Wertungsabschnitt die rote Laterne hält. Beim Nassbremsen aus 80 km/h wurde für den Hankook-Reifen darüber hinaus der mit 30,2 Metern längste Bremsweg gemessen, während der Ford mit dem „Sport Contact 6“ als bestem aller Probanden in dieser Disziplin schon nach 26,6 Metern stand und der Wagen bereift mit dem „Ventus S1 Evo²“ da noch eine Restgeschwindigkeit von fast 35 km/h aufwies.

Sieger bei Nässe darf sich das Yokohama-Modell deswegen nennen, weil es in Summe aller Teilwertungen aus nasser Piste laut Evo die Nase vorn hat. Denn der „P Zero“ konnte zwar beim Nasshandling überzeugen, beim Aquaplaning schwächelte er jedoch ein wenig. Das Bremsen auf nasser Fahrbahn konnten andere ebenfalls noch etwas besser als er – darunter dann eben auch der „Advan Sport V105“. Beim Trockenbremsen musste sich der Pirelli-Reifen gar noch weiter hinten einordnen, aber zumindest noch vor Falkens „Azenis FK510“. Federn lassen im Vergleich zu den Spitzenreitern mussten mit Einschränkung Hankook, Michelin und Vredestein, vor allem aber Falken, Pirelli und Yokohama in Bezug auf den Rollwiderstand, wo die „Brüder“ aus dem Goodyear-Dunlop-Konzern ganz vorne landeten und der Conti-Reifen mit schon ein wenig Abstand auf dem dritten Rang.

In Sachen Komfort war der „Eagle F1 Asymmetric 3“ das Maß der Dinge, wohingegen alle anderen mit Ausnahme des Falken- und Michelin-Reifens mit noch deutlicheren Abschlägen ein identisches Ergebnis einfuhren und damit diesbezüglich samt und sonders bei Evo auf dem zweiten Rang geführt werden. Alle Teilwertungen zusammengenommen wird schlussendlich der Conti-Reifen Erster bzw. Testsieger dieses Produktvergleiches. „Ausschlaggebend für den Sieg des ‚SportContact 6’ waren hervorragende Ergebnisse bei den Tests auf trockener Fahrbahn – er hatte die drittschnellste Rundenzeit und fuhr Bestwerte beim Bremsen ein – in Verbindung mit einer starken Leistung bei den Nässetests. Es gibt keinen besseren Allrounder in dieser Kategorie“, so das Evo-Fazit zu dem vergangenes Jahr als Neuheit vorgestellten Reifen aus dem Hause Continental. christian.marx@reifenpresse.de

3 Kommentare
  1. Thomas says:

    Lesbarkeit der Grafik
    Interessanter Text & noch interessantere Detaildarstellung.
    Nur leider ist die Lesbarkeit der Tabelle (Foto) eine Katastrophe. Insb. bei grüner Schrift auf beigem Untergrund kann man nichts erkennen. Mein Tipp: Dunkleres Grün!

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    • Christian Marx says:

      Sie haben natürlich völlig recht. Dummerweise hat unser Redaktionssystem die Grafik unbemerkt nochmals verkleinert, wobei vor allem der Kontrast zwischen der hellgrünen Schrift und dem beigen Hintergrund völlig “den Bach runter” gegangen ist.

      Deswegen haben wir es nun – wie von Ihnen vorgeschlagen – mal mit einem dunkleren Grün probiert, zumal die farbliche Kennzeichnung in der Spalte “Komfort” der ursprünglichen Tabelle ohnehin verkehrt war.

      Wir hoffen, dass die Zahlenwerte nun tatsächlich ein wenig besser lesbar sind. Auf jeden Fall noch einmal vielen Dank für Ihren äußerst hilfreichen Hinweis.

      Mit freundlichen Grüßen

      Christian Marx
      (Redaktion NEUE REIFENZEITUNG)

      Antworten
  2. Lappeduddel says:

    Interessanter Test, Danke dafür 🙂

    Yokohama erstaunlich weit vorne, besonders auf Nässse, finde ich erstaunlich.

    Warte aber noch immer darauf dass endlich der Fleva V701 getestet wird

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