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Goodyear und Sumitomo Rubber Industries vollziehen die weltweite Scheidung

Die Entscheidung ist gefallen: Die Goodyear Tire & Rubber Co. und die Sumitomo Rubber Industries Ltd. haben heute ein Abkommen unterzeichnet, nach dem die 1999 gegründeten internationalen Joint Ventures aufgelöst werden sollen. Die Umsetzung soll noch im vierten Quartal dieses Jahres geschehen. Goodyear werde im Rahmen des jetzt unterzeichneten Abkommens 271 Millionen US-Dollar an SRI zahlen sowie weitere 55 Millionen Dollar an Verbindlichkeiten SRI gegenüber begleichen. Dafür werden die Markenrechte neu zugeschnitten und SRI übernimmt eine Fabrik in den USA.

Nach dem heute unterzeichneten Abkommen behält der US-Hersteller in Europa die Dunlop-Markenrechte für den Ersatzmarkt und die Erstausrüstung bei Pkw-, Nutzfahrzeug-, Motorrad- und Motorsportreifen und übernimmt außerdem die 25 Prozent Anteile an der am 1. September 1999 gegründeten Goodyear Dunlop Tires Europe B.V. (GDTE) von Sumitomo Rubber Industries. Von einer zeitlichen Beschränkung dieser Regelungen zu den Dunlop-Markenrechten ist nicht die Rede. Ebenfalls werde Goodyear offenbar alle Fabriken in Europa behalten, damit auch die sechs in Deutschland. 1999 hatte Sumitomo Rubber Industries gleich vier dieser Fabriken in den Verbund mit eingebracht: Hanau, Wittlich, Riesa und Fürstenwalde. Diese gehen damit endgültig an Goodyear.

Die Dunlop-Markenrechte in der Türkei, in Russland und etlichen afrikanischen und einige asiatischen Ländern – in Summe sind dies 33 Länder, die bisher von der GDTE wie auch von SRI beliefert werden durften –, gehen hingegen an den japanischen Konzern. In Zukunft unterliegt SRI außerdem keinerlei Beschränkungen mehr, was die Errichtung von Fabriken und F&E-Zentren in Europa betrifft. Wie SRI mitteilt, wolle man sich in Europa künftig noch stärker um die Marke Falken kümmern, die hierzulande bereits „sehr bekannt“ sei.

In Nordamerika und in Japan sind die Konsequenzen der Auflösung der insgesamt sechs internationalen Joint Ventures hingegen weitreichender und durchaus komplexer. Dort wird Sumitomo Rubber Industries die 75 Prozent der Anteile von Goodyear an dem Joint Venture Goodyear Dunlop Tires North America Ltd. (GDTNA) übernehmen. Das Unternehmen fertigt und vermarktet vornehmlich Dunlop-Reifen in Nordamerika. Dazu wird auch die Reifenfabrik in Tonawanda, Buffalo (New York/USA) gehören, die die Japaner 1999 mit in das Joint Venture eingebracht hatten. In der Fabrik können jährlich bis zu 4,6 Millionen Pkw-, Nfz- und Motorradreifen gefertigt werden. Die Dunlop-Markenrechte für Pkw- und Nfz-Reifen – auf dem Ersatzmarkt und in der Erstausrüstung von nicht-japanischen Fahrzeugherstellern – wird hingegen auch in Nordamerika Goodyear behalten. Sumitomo Rubber Industries wird hingegen die Dunlop-Markenrechte für Motorradreifen erhalten und darf außerdem künftig japanische Fahrzeughersteller in Nordamerika mit Dunlop-Reifen beliefern. Eine entsprechende Passage den europäischen Markt betreffend fehlt, folglich darf hierzulande Goodyear die japanischen Fahrzeughersteller mit Dunlop-Reifen ausstatten.

In Japan wiederum wird Goodyear die 75 Prozent Anteile von SRI am Joint Venture Nippon Goodyear Ltd. übernehmen. Die Gesellschaft liefert Goodyear-Reifen für den japanischen Ersatzmarkt. SRI hingegen wird die 75 Prozent Anteile von Goodyear am zweiten Japan-Joint-Venture Dunlop Goodyear Tires Ltd. übernehmen, das Erstausrüster in Japan mit Reifen der Marken Dunlop und Goodyear beliefert. Während Goodyear in Japan in Zukunft volle Kontrolle über die eigene Marke sowohl auf dem Ersatzmarkt wie in der Erstausrüstung hat, behält SRI die vollen Dunlop-Markenrechte dort.

Die zwei weiteren Joint Ventures – das zum gemeinsamen Einkauf wie das zum Technologietransfer – sollen dem Abkommen zufolge erlöschen. Außerdem sollen die Überkreuzbeteiligungen beider Unternehmen beendet werden.

Beide Unternehmen hatten die Joint Ventures 1999 gegründet. Sumitomo Rubber Industries hatte sich durch die Zusammenarbeit mit den Amerikanern etwa eine starke Marktposition in Europa und eine globale Expansion der Marke Dunlop versprochen. Diese Ziele seien nicht erfüllt worden, so der japanische Hersteller dazu jetzt. Anfang 2014 hatte allerdings Goodyear die Initiative ergriffen und unter Hinweis auf ein vermeintliches „wettbewerbswidriges Verhalten“ des Joint-Venture-Partners aus Japan die Auflösung der Partnerschaft formell angekündigt; eine Schlichtung folgte. Durch die jetzt getroffene Vereinbarung sei die Schlichtung hinfällig, heißt es dazu vonseiten Goodyears. Beide Parteien könnten sich nun die Unsicherheiten und die Kosten eines solchen Prozesses sparen. arno.borchers@reifenpresse.de

 

1 Antwort
  1. Günter A. Wolf says:

    5/9/2015
    Sehr geehrte Damen / Herren

    Zu: Frage des Monats; ist Fußball ein geeignetes Medium, um Reifenmarken zu puschen?
    -ja / nein / weiß nicht

    -unsere Antwort: unbedingt/definitiv, ja
    -warum/weshalb/weswegen?
    -unsere Meinung: “Fußball ist Opium für die ‘Masse(n)”
    d.h.
    ein Großteil der ‘Masse(n)’sind Autobesitzer & Fußball-Experten (kl. Bundestrainer mit tgl. Fußballkost)und deshalb schlichtweg einfach zu beeinflussen i.e. er macht/tut alles für’s Auto und mehr…..zieht eher seine Kinder in einer Streichholzschachtel auf, als….
    MfG
    GW

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