Sicherheitsproblem oder nicht: Luftverluste durch Barcodes im Wulstbereich?

, , ,
Hersteller prangern das Entfernen von Barcodes im Wulstbereich ihrer Reifen unter anderem wegen Sicherheitsbedenken an, während umgekehrt aus dem Handel zu hören ist, dass sie mitunter zu Luftverlusten führen und man sich deshalb entferne (Bild: Leserfoto)

Zuletzt haben unter anderem Bridgestone und Goodyear entfernte Barcodes im Wulstbereich ihrer Reifen angeprangert mit dem Hinweis auf Markenrechte oder Sicherheitsbedenken. Letztere scheinen einige Reifenhändler zu teilen, aber aus anderen Gründen. Treten in der Praxis tatsächlich Luftverluste durch im Wulstbereich angebrachte Barcodes auf?

Es ist nachvollziehbar, dass Reifenhersteller das in ihre Profile „geflossene“ geistige Eigentum schützen sowie manche Marken oder Produktausführungen nur in Märkten anbieten (lassen) wollen, für die sie bestimmt sind. Das alles nach Möglichkeit noch zu einem ihnen vorschwebenden Preis. Verständlich, dass Parallel-/Grauimporte aus nicht offiziellen Quellen da als störend empfunden werden. Denn so werden eventuell Markenrechte verletzt oder es landen Gummis an Fahrzeugen in hiesiger Region, die möglicherweise nicht für einen Einsatz auf deutschen/europäischen Straßen ausgelegt sind, selbst wenn sie vielleicht dieselbe Bezeichnung tragen und ein identisches Profil aufweisen wie ein vor Ort angebotener Reifen des jeweiligen Herstellers. Offeriert dann womöglich noch zu einem in der Regel niedrigen Preis als die Produkte, die auf den offiziellen Vermarktungswegen in den Verkauf kommen.

Dass Hersteller alldem einen Riegel vorschieben und „schwarze Schafe“ identifizieren möchten, um den „Sumpf auszutrocknen“, liegt angesichts dessen auf der Hand. Mittel zum Zweck scheinen dabei Barcodes im Wulstbereich der Reifen zu sein, lässt sich über Auslesen der auf diese Art gespeicherten und auslesbaren Daten unter Umständen schließlich nachvollziehen, welchen Weg sie nach dem Verlassen des Produktionswerkes bis zum Vermarkter an den Endkunden genommen haben könnten. Zumindest dann, wenn der Barcode nicht entfernt oder unleserlich gemacht wird. Das haben zuletzt unter anderem Goodyear und Bridgestone mit dem Hinweis auf die Verletzung der eigenen Markenrechte oder auch Sicherheitsrisiken angeprangert. Was aber ist dran vor allem an Letzterem? Zumal diesbezüglich aus dem Handel mitunter Gegenteiliges zu hören ist.

Während ein Leser der NEUE REIFENZEITUNG beispielsweise die Vermutung äußert, hinter alldem steckten ohnehin nur Defizite der Hersteller „eine gescheite Preisstruktur“ für ihre Produkte zu etablieren, sagt ein anderer explizit, „aufgeheizte Barcodes oder Ähnliches haben nichts in oder auf der Wulst zu suchen“. Die Inhaberin eines Reifenhandelsbetriebes in Dortmund vertritt dieselbe Auffassung und erklärt außerdem gleich noch, warum sie dieser Meinung ist. Denn mit besagten Barcodes komme es „immer wieder zu Problemen mit Luftverlust“, berichtet sie mit Blick auf die von ihr in der Praxis gemachten Erfahrungen. „Wenn die Reifenindustrie schon Codes auf Drucken muss, dann bitte doch an anderer Stelle. Es scheint in der Technik der Reifenhersteller noch nicht bekannt zu sein oder nicht anzukommen“, wie sie noch hinzufügt.

„Wir müssen diese Codes in schöner Regelmäßigkeit entfernen, weil diese zu Luftverlust zwischen Reifen und Felge führen, oder hat die Technik dafür einen anderen Vorschlag?“, fragt sie angesichts dessen. Damit wird bei alldem zugleich deutlich, dass es wohl nicht in wirklich allen Fällen darum geht, die verschlungene Pfade von Grau- bzw. Parallelimporten im Markt verschleiern zu wollen. Vor diesem Hintergrund wäre natürlich von Interesse, ob in anderen Reifenservicebetrieben bereits ähnliche Erfahrungen gemacht wurden. Soll heißen: Sind Luftverluste durch im Wulstbereich angebrachte Barcodes in der Tat ein Problem? Sagen Sie es uns im Rahmen der aktuellen Frage des Monats auf den Webseiten der NEUE REIFENZEITUNG. christian.marx@reifenpresse.de

1 Antwort
  1. Volker Plett says:

    Der Barcode im oben gezeigten Foto (wie auch vom Reifen-Hersteller vorgesehen) befindet sich nicht im Dichtflächenbereich! Wenn dieser dort zu Undichtigkeiten führt, ist etwas mit der Felge, bzw. dem Reifen nicht in Ordnung. Das sollten Fachbetriebe auch wissen!

    Antworten

Schreiben Sie einen Kommentar

An Diskussionen teilnehmen
Hinterlassen Sie uns einen Kommentar!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.