Viel Bewegung bei Zenises – Neuer Anlauf in Sachen Reifenflatrate?

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„Disruptives Denken“ ist zwar seit Kurzem erst der neue (Marketing-)Slogan der 2014 erstmals in der Reifenbranche in Erscheinung getretenen Zenises-Gruppe. Aber nichtsdestoweniger hat das noch recht junge Unternehmen auch bisher schon immer wieder mit dem einen oder anderen Projekt die Aufmerksamkeit auf sich lenken können – sei es der „teuerste Rädersatz der Welt“ oder das über die Tochter Z-Tyre GmbH zusammen mit der Saitow AG ins Leben gerufene Reifenabo Alzura (später Tyreflix), das zum Jahresende nun jedoch bereits wieder beerdigt wird. Das ist jedoch nicht die einzige Veränderung, die es in diesem Jahr innerhalb der Gruppe gegeben hat.

So akzeptiert sie beispielsweise seit Kurzem Bitcoin-Zahlungen oder hat sie in diesem Herbst in Madrid (Spanien) ein Technologiezentrum in Betrieb genommen. Des Weiteren ist die Z-Tyre GmbH zwischenzeitlich in Pneunero Reifen GmbH umfirmiert worden, wobei sich ansonsten weder an der Unternehmensausrichtung – dem Vertrieb von Reifen der Marke Z-Tyre – noch dem Sitz Kaiserslautern in der Saitow AG gehörenden Räumlichkeiten etwas geändert hat bisher. Dafür allerdings ist die 2015 in Großbritannien gegründete Zenises Europe Limited am 19. Dezember erloschen, während eine im gleichen Jahr gestartete Firma desselben Namens am deutschen Standort in Reinheim nach wie vor existent ist. Als Geschäftsführer letzteren Unternehmens mit Haupttätigkeit im Bereich Großhandel mit Kraftwagenteilen/-zubehör fungiert Stephan Nungess, der zusammen mit Zenises-CEO Harjeev Kandhari die gleiche Position auch bei Pneunero bekleidet.

Mitte des Jahres ist es abgesehen davon zu einer Kapitalerhöhung bei der sehr wohl ebenfalls weiterhin aktiven sowie in London ansässigen Zenises Ltd. gekommen von zuvor einem britischen Pfund auf nunmehr 1,5 Millionen Pfund (rund 1,7 Millionen Euro). Könnte das ein Indiz dafür sein, dass man über dieses Investment einen neuen Anlauf in Sachen Reifenflatrate wagen will? Entsprechende Rückfragen seitens unseres englischen Schwestermagazins TYRES & ACCESSORIES zur Zukunft des Abomodells gegebenenfalls in anderen europäischen Märkten als Deutschland sind bisher zwar unbeantwortet geblieben. Zenises selbst spricht ungeachtet dessen Einstellung hierzulande jedoch nach wie vor von einem „Erfolg“ des als revolutionär bezeichneten Konzeptes im deutschen Markt, beispielsweise weil man innerhalb nur eines Monats nicht weniger als 600 Händler als Partner dafür habe gewinnen können.

Insofern wird die Grundidee hinter alldem offenbar nach wie vor für prinzipiell gut befunden, wobei man sich in dieser Meinung wohl bestätigt sieht dadurch, dass mit Sentury Tire ein chinesischer Reifenhersteller neuerdings Vergleichbares in einigen Regionen der USA anbietet. „Dass Reifenhersteller unser Konzept jetzt emulieren, wird unserer Meinung nach zu fundamentalen und irreversiblen Änderungen führen, wie Verbraucher mit dem Thema Reifen umgehen. Wir denken, dass sowohl die Verbraucher selbst als auch die Reifenbranche davon profitieren werden. Wir sind stolz, dass unser Team diese Disruption eingeleitet hat, welche die Reifenindustrie bald für immer verändern wird”, sagt Jorge Crespo, der bei der Zenises Group als General Manger fungiert. Man arbeite über besagtes Technologiezentrum derzeit jedenfalls daran, das eigene Angebot und die Plattform „besser, günstiger und schneller“ zu machen, heißt es weiter.

Für Nachfragen zu alldem war bei Z-Tyre bzw. Pneunero kurz vor den Weihnachtsfeiertagen zwar niemand zu erreichen. Doch Zenises-CEO Harjeev Kandhari höchstselbst hat in seinem Blog ganz aktuell seiner persönlichen Meinung Ausdruck verliehen, dass der Kauf von Dingen eine Sache des vergangenen Jahrhunderts sei. „Es gibt auch schon viele große Fahrzeughersteller wie Porsche und Hyundai, die einen Aboservice für Autos anbieten. Und jetzt kann man eben nicht nur Autos, sondern auch Reifen abonnieren mit dem ersten Service dieser Art von Z-Tyre“, schreibt er Mitte Dezember. Dabei machen seinen Worten zufolge die 25- bis 45-Jährigen den größten Anteil an Kunden aus, welche die Reifenflatrate nutz(t)en. Wie potenziell daran interessierte Verbraucher zukünftig ein solches Abo abschließen könnten, nachdem die Website unter www.ztyre.com diesbezüglich auf eine von der Saitow AG betriebene Website verlinkt, wo dann auf die Einstellung des Tyreflix-Angebotes zum Jahresende 2017 hingewiesen wird, ist alldem jedoch nicht zu entnehmen. christian.marx@reifenpresse.de

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