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Sonst alles (sehr) gut – nur ein Befriedigend bei Gute-Fahrt-Sommerreifentest

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Kein Tag ohne Reifentest scheint derzeit die Devise zu sein. Nach den Ergebnissen der Vorausscheidung zum diesjährigen AutoBild-Sommerreifentest und den Produktvergleichen des ADAC und der Autozeitung hat sich nunmehr auch Gute Fahrt – das Magazin rund um Fahrzeuge aus dem Volkswagen-Konzern – zehn aktuelle Gummis für den Einsatz in den wärmeren Monaten des Jahres vorgenommen. Geprüft wurden sie in der Dimension 215/55 R17 montiert an einem aktuellen VW Passat. Der dabei als Referenz verwendete Pirelli „Cinturato P7“ wurde im Zuge dessen zusätzlich noch in den beiden optionalen Erstausrüstungsdimensionen 235/45 R18 und 235/40 R19 geprüft. Denn es sollte zugleich ausgelotet werden, ob und gegebenenfalls, welche Vor- oder Nachteile eine 18-/19-Zoll-Bereifung im Vergleich zur 17 Zoll messenden sogenannten „Allround-Reifendimension“ des Passat mit sich bringt. Weiteres Extra: Bei dreien bzw. fünfen der letztendlich angetretenen Reifen handelt es sich jeweils um sogenannte „Seal“-Versionen – also Modelle, welche kleinere Löcher bis fünf Millimeter Durchmesser selbstständig abdichten können sollen. Einer von ihnen hat den Vergleich letztlich dann auch für sich entscheiden können: Contis „PremiumContact 5“. Der Vorsprung gegenüber dem restlichen Wettbewerberfeld ist allerdings recht klein, zumal alle bis auf den als „befriedigend“ bezeichneten Firestone „Firehawk TZ 300 α“ wenigstens „gut“, wenn nicht gar „sehr gut“ abgeschnitten haben.

Messen lassen mussten sich sämtliche Probanden in den üblichen Disziplinen Handling und Bremsen auf trockener wie nasse Piste sowie zusätzlich noch hinsichtlich der Kriterien Aquaplaning längs/quer, auf nasser Kreisbahn und nicht zuletzt in Bezug auf Dinge wie Rollwiderstand oder Komfort/Geräusch. Auf dem Pirelli-Testgelände Vizzola wurden die beiden Passat-Testwagen übrigens mit dem im Bordbuch des Fahrzeuges „Komfortluftdruck“ genannten Fülldruck von 2,3 bar ums Rund bewegt, während ansonsten eigentlich 2,6 bar in unbeladenem Zustand empfohlen werden, um so einen niedrigeren Rollwiderstand und damit geringeren Kraftstoffverbrauch zu erzielen. Nach den Worten der Tester ist der verringerte Druck aber die bessere Wahl, weil das Einsparpotenzial „höchstens im Bereich von zwei Zehntellitern liegt“, die Einbußen beim Abrollkomfort aber deutlich spürbar seien. Markante Unterschiede zwischen den „Seal“-Versionen von Contis „PremiumContact 5“ und Hankooks „Ventus Prime²“ sowie Pirellis „Cinturato P7“ – egal, ob 17, 18 oder 19 Zoll – gegenüber den anderen sieben konventionellen 17-Zöllern von Coopers („Zeon CS8“), Dunlop („Sport Maxx RT 2“), Firestone, Goodyear („EfficientGrip Performance“), Maxxis („Premitra HP5“), Toyo („Proxes Sport“) sowie Vredestein („Ultrac Satin“) wurden bei alldem nicht herausgefahren. Überhaupt lagen sämtliche Reifen recht nahe beieinander, ein echter Fehlgriff ist nach Meinung der Gute-Fahrt-Redaktion jedenfalls keiner von ihnen.

Ganz ohne Differenzierungen ist das Urteil des Blattes freilich dennoch nicht. Doch hinter dem für „sehr gut“ befundenen Testsieger von Conti kommen je nach Sichtweise immerhin noch vier weitere oder – inklusive der beiden sechs Optionsgrößen – eben sogar sechs Probanden mit einem kleinen Minus hinter ihrer ansonsten sehr guten Bewertung ins Ziel. Dazu gehören die Reifen von Goodyear, Dunlop Hankook und Pirelli, für die ebenso wie selbstverständlich für den Testsieger eine „Gute-Fahrt-Empfehlung“ ausgesprochen wird. Sie alle gaben sich in keiner der zehn Teilwertungen eine Blöße bzw. keiner von ihnen schnitt dort schlechter als wenigstens „gut“ ab. Das gilt zwar auch für den „Ultrac Satin“, dennoch bleibt er mit dem Gesamturteil „gut+“ knapp hinter dem Spitzenfeld zurück, während sich bei den Reifen der Marken Maxxis, Toyo und Cooper hier und da schon mal ein „befriedigend“ bei den einzelnen Disziplinen eingeschlichen hat. Dem Firestone-Modell bescheinigen die Tester darüber hinaus dreimal nur ausreichende Leistungen in einer der zehn Teilabschnitte des Vergleiches: Beim Nasshandling sowie beim Bremsen im Nassen wie Trockenen bleibt er demnach hinter der Konkurrenz zurück.

Letztlich aber habe sich das gesamte Wettbewerberfeld „prima“ geschlagen, fasst das Blatt das Ergebnis seines Tests zusammen. „Selbst der günstige Maxxis geht mit einem ‚Gut‘ aus dem Rennen. Nur der Firestone ist nicht mehr auf der Höhe der Zeit“, ist dann allerdings doch wieder eine zumindest kleine Einschränkung dessen in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift zu lesen. „Erfreulich ist zudem, dass man beim Passat bedenkenlos zu Rädern in 18 oder 19 Zoll greifen kann, Okay, der Komfort wird etwas gemindert. Dafür ist das Handling top und der Nassbremsweg wird kürzer“, so die Tester. Für die 18- und 19-Zoll-Varianten des Pirelli Reifens wurden schließlich die kürzesten Bremswege des Tests gemessen, die auf nasser genauso wie auf trockener Fahrbahn aus jeweils 100 km/h noch ein paar Zehntelmeter unter denen des besten Probanden in 17 Zoll – Vredesteins „Ultrac Satin“ – lagen. Letztlich passten speziell 19 Zoll zu dem Passat, wird Käufern dieses Wagens damit insofern indirekt nahe gelegt, bei der Bestellung des Autos die Optionsbereifung in die engere Wahl zu ziehen. Oder es später entsprechend aufzurüsten, wovon dann vielleicht auch der Handel und nicht unbedingt der Fahrzeughersteller selbst profitieren könnte. christian.marx@reifenpresse.de

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