Vertrauen ins Reifenlabel wäre gut, Kontrolle aber besser

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Das Reifenlabel taugt nicht als Entscheidungshilfe beim Kauf neuer Gummirundlinge, sagt der ADAC basierend auf den Teilergebnissen in der Disziplin Nassbremsen seines aktuellen Winterreifenvergleichs. Denn dabei hat der Automobilklub teils heftige Abweichungen zwischen den von den Herstellern diesbezüglich selbst vorgenommenen Labeleinstufungen und den zugehörigen, von ihm bei einer Verzögerung von 80 km/h Ausgangsgeschwindigkeit auf 20 km/h auf nassem Asphalt aber tatsächlich gemessenen Bremswegen festgestellt.

In der Testgröße 165/70 R14 T brauchte Contis „WinterContact TS 850“ dafür demnach 36,3 Meter und das Mentor-Modell „M200“ 49,6 Meter, obwohl beide in Sachen Nassgriff mit „C“ gelabelt sind. Und beim Michelin „Alpin 5“ in 205/55 R16 H mit einem „B“-Label beim Nassgriff wurden 36,2 Meter gemessen, während es bei Avons „Ice Touring ST“ trotz des gleichen Labelwertes 44,5 Meter waren. Dabei liegen gemäß Faustformel zwischen einzelnen Labelklassen jeweils zwischen drei und sechs Meter Bremswegdifferenz. Demzufolge müssten die Mentor- und Avon-Modelle eigentlich in die Klassen „F“ bzw. „E“ fallen („D“ und „G“ gibt es nicht).

Damit die Akzeptanz des Labelings nicht irgendwann völlig den Bach runter geht, täte eine Kontrolle der Herstellereinstufungen von offizieller unabhängiger Seite vor diesem Hintergrund also mehr als je zuvor Not. Freilich samt entsprechender Konsequenzen, wenn sich derartige Ungereimheiten bestätigen sollten. Zumal der ADAC nicht die ersten Indizien in dieser Richtung liefert. Geschehen ist in dieser Angelegenheit jedoch weiterhin nichts, sodass etwaig „schummelnde“ Hersteller sich in Sicherheit wiegen können. Würde beispielsweise das Falschparken zukünftig nicht mehr kontrolliert und gegebenenfalls geahndet, wer würde seinen Wagen dann schließlich immer nur noch dort abstellen, wo es erlaubt ist? christian.marx@reifenpresse.de

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  1. […] Nassgriff aufwarten können. Wie Wies in diesem Zusammenhang betont, sei „das ‚B’ bei Nässe ein wirkliches ‚B’ – andere würden ein ‚A’ labeln“. Auch dazu mehr dann im Januar-Heft der NEUE […]

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