Sommerreifengeschäft klingt aus – Absatzminus bleibt

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Trotz eines im Vergleich zu 2014 später einsetzenden Umrüstgeschäftes scheint sich die diesjährige Pkw-Sommerreifensaison dafür nicht unbedingt länger hinzuziehen. Denn im Mai hat der Handel nach Berechnungen der NEUE REIFENZEITUNG basierend auf Zahlen des Wirtschaftsverbandes der deutschen Kautschukindustrie (WdK) und Marktdaten des Bundesverbandes Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk e.V. (BRV) rund zwei Millionen Pkw-Sommerreifen weniger im deutschen Ersatzgeschäft an Verbraucher (Sell-out) verkauft als noch im April. Das Ganze lässt sich als eindeutiges Indiz dafür werten, dass der Anfang vom Ende der Sommersaison 2015 bereits eingeläutet ist.

Das Unangenehme daran ist, dass mit Ausnahme des Januar bisher alle Monate hinsichtlich der Absatzmengen hinter ihrem jeweiligen Vorjahrespendant zurückgeblieben sind. Kein Wunder also, dass kumuliert mit annähernd 12,4 Millionen vom Handel in Richtung Endverbraucher vermarkteten Pkw-Sommerreifen Stand Ende Mai ein ziemlich dickes Minus von 8,4 Prozent aufgelaufen ist. Noch unangenehmer daran ist, dass sich in den ersten fünf Monaten 2015 zudem noch das Lkw-Reifengeschäft im Sell-out um 4,1 Prozent rückläufig entwickelte, während man aus Sicht des Handels das Geschäft mit Llkw-Reifen wenigstens als stabil bezeichnen kann und das mit 4×4-/Offroadreifen als weiter wachsend. Konkret lassen sich auf Basis der WdK-Zahlen zur Marktentwicklung im Sell-out abgesehen von den 12,4 Millionen Pkw-Sommerreifen noch 2,2 Millionen im bisherigen Jahresverlauf verkaufte Pkw-Winterreifen (plus 5,4 Prozent) entnehmen sowie nicht ganz 1,2 Millionen 4×4-/Offroadreifen (plus vier Prozent), gut 900.000 Llkw-Reifen (plus 0,6 Prozent) und etwa eine knappe halbe Million Lkw-Reifen. Naturgemäß sehen die Zahlen, was die Lieferungen der Industrie in Richtung Handel (Sell-in) betrifft, anders aus – aber nicht unbedingt viel besser.

 

Was den Pkw-Reifenabsatz insgesamt angeht, steht gemäß Statistik der European Rubber Manufacturers’ Conference (ERMC) nämlich auch beim Sell-in ein Minus, das mit 2,9 Prozent aber „nur“ etwa halb so groß ausfällt wie die 6,3 Prozent, die dem Sell-out-Panel des WdK zu entnehmen sind. In absoluten Zahlen entspricht dies etwa 16,6 Millionen von der Industrie an ihre deutschen Vermarktungspartner gelieferten Pkw-Reifen, wovon rund 15,1 Millionen auf solche für den Sommereinsatz entfielen (plus 0,7 Prozent) und knapp 1,5 Millionen auf solche für den Wintereinsatz (minus 29,0 Prozent). Ein kräftiges Plus zeigt sich demgegenüber beim Sell-in von 4×4-/Offroadreifen, wo die Industrie ihre Absatzmenge in den ersten fünf Monaten 2015 um 16,0 Prozent auf ziemlich genau zwischen 1,2 und 1,3 Millionen Stück steigern konnte. Kaum Veränderungen zum Vorjahresvolumen im selben Zeitraum lassen sich den ERMC-Daten mit Blick auf Llkw-Reifen entnehmen: Mit 1,1 Millionen Einheiten liegen die Lieferungen an den Handel gerade einmal 0,4 Prozent hinter dem Vorjahresreferenzwert zurück. Das Sell-in-Minus im Lkw-Reifensegment beträgt allerdings 6,2 Prozent, was kumuliert über die ersten fünf Monate einer guten halben Million gelieferten Reifen gleichkommt. christian.marx@reifenpresse.de

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  1. […] 8. Juli 2015 | 0 Kommentare     Gegenüber dem Stand einen Monat zuvor hat der Juni – vor allem wohl im Reifenfachhandel – ein wenig Linderung gebracht, was die […]

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