Frühlingsgefühle im deutschen Reifengeschäft

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Die Situation zu Jahresanfang 2014 ist beinahe das genaue Gegenteil wie zwölf Monate zuvor: Der Winter mit Schnee und Eis scheint sich vorzeitig verabschiedet zu haben, sodass frühlingshafte Temperaturen erste Vorboten einer wahrscheinlich bald richtig beginnenden Sommersaison gewertet werden können. All dies spiegelt sich so auch in der Absatzentwicklung im deutschen Reifenersatzgeschäft wider.

Soll heißen: Die Reifenvermarkter hierzulande haben gemäß entsprechendem statistischen Zahlenmaterial des Wirtschaftsverbandes der deutschen Kautschukindustrie (WdK) in diesem Januar ziemlich genau zwischen elf und zwölf Prozent mehr an Pkw-Sommerreifen an die Frau oder den Mann bringen können als im selben Monat 2013. Der Verkauf von Pkw-Winterreifen vom Handel in Richtung Verbraucher (Sell-out) war demnach zwar um ein bis zwei Prozent rückläufig, doch da zu dieser Jahreszeit üblicherweise mehr Sommer- als Winterreifen über die Ladentheke gehen, fällt die Gesamtbilanz bei Pkw-Reifen zum Jahresanfang positiv aus: Die WdK-Zahlen weisen jedenfalls ein Plus von gut einem Prozent aus.

Bezogen auf den Sell-in – also den Absatz der Industrie in Richtung Handel – sieht es sogar noch deutlich besser aus. Nach den Daten der European Rubber Manufacturers’ Conference (ERMC) haben die Reifenhersteller im Januar rund 2,8 Millionen Pkw-Reifen an ihre Handelspartner in Deutschland ausgeliefert. Dies entspricht einem Zuwachs gegenüber demselben Monat 2013 in Höhe von nicht weniger als 31,8 Prozent. Von der Gesamtsumme entfallen dabei übrigens knapp 2,6 Millionen Einheiten auf solche für den Sommereinsatz sowie gut 250.000 auf Winterreifen, sodass die ERMC hier Wachstum um knapp 30 respektive über 54 Prozent konstatiert.

Aber auch aus den anderen Produktsegmenten wird für den Januar fast durchgängig eine positive Absatzentwicklung berichtet. Von 4×4- bzw. Offroadreifen war man das zwar auch 2013 schon gewohnt, doch der Trend setzt sich offenbar im neuen Jahr weiter fort: Im Sell-in wurden mit knapp 200.000 Einheiten fast 21 Prozent mehr solcher Reifen von der Industrie an Händler ausgeliefert, die ihrerseits mehr als sechs Prozent beim Verkauf an Endverbraucher draufsatteln konnte.

Selbst im Bereich Llkw-Reifen – 2013 das „Sorgenkind“ schlechthin – hat die ERMC in der Richtung von der Industrie zum Handel hin ein Plus von beinahe 30 Prozent auf gut 200.000 Einheiten registriert. Im Sell-out schlägt allerdings nach wie vor ein Minus von etwa fünf Prozent zu Buche. Dafür zieht die Nachfrage nach Lkw-Reifen weiter an, was sich an einem gut 26-prozentigen Plus im Sell-in auf über 120.000 Reifen ebenso ablesen lässt wie an einem neun- bis zehnprozentigen Absatzzuwachs im Sell-out. So kann’s weitergehen, möchte man sich wünschen. Aber eine Schwalbe bzw. ein einzelner Monat macht bekanntlich noch keinen Sommer bzw. noch kein gutes Reifenjahr. Obwohl: Schön wär’s ja. christian.marx@reifenpresse.de

 

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