GDHS: „Strategie und Mitarbeiter entscheiden über Erfolg“

Information und Kommunikation erleben, fühlen und spüren – dafür stehen die Regionaltagungen der GDHS-Fachhandelsgruppen Premio und HMI. Wie lassen sich neue Kunden gewinnen und bestehende Kunden binden? Welche Instrumente und Maßnahmen sorgen für den Vorsprung im Wettbewerb und worauf kommt es bei der Führung der Mitarbeiter an? Diese Fragen zogen sich wie ein roter Faden durch die Tagungen. Wie gewohnt trafen die vier Veranstaltungen in Leipzig, Hannover, Köln und Ulm den Nerv im Reifenmarkt, heißt es dazu in einer Presseerklärung. Trotz der Fülle an Informationen über den Markt und Wettbewerb, die Weiterentwicklung von VMI (Vendor Managed Inventory), die Strategien im Lkw-Segment und Flottengeschäft sowie über das Marketing und die Strategie der GDHS waren alle Teilnehmer zwei Tage lang voll bei der Sache und verabschiedeten sich dann wieder mit vielen Ideen in ihre Betriebe.

Vor dem Hintergrund des zurückliegenden Wintergeschäftes ließ Michael Lutz, Leiter Premio Reifen-Service, keinen Zweifel daran, dass sich der Reifenfachhandel noch besser aufstellen und sein Portfolio weiterentwickeln müsse. Als Beleg dafür ging er auf das Lkw-Geschäft der Premio-Partner ein. Die professionellen Lkw-Vermarkter von Premio konnten in 2007 um sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr zulegen und somit Ausfälle im Wintergeschäft kompensieren. Lutz: „Das hat uns in einer schlechten Saison extrem geholfen und deshalb müssen wir auch dieses Segment künftig noch besser besetzen.“

Ein wichtiger Schritt in diese Richtung sei auch die Gewinnung weiterer starker Partner. Allein im vergangenen Jahr wuchs Premio um 28 neue Betriebe. Die Weichen für ein erfolgreiches Jahr 2008 seien demnach bei Premio gestellt worden. Lutz wies darauf hin, dass die Gruppe mit ihren Einkaufskonditionen und einer neuen Overhead-Struktur effizient aufgestellt sei. Nun gehe es in der Reifenvermarktung darum, bereits besetzte Nischen weiter auszubauen. Zudem werde sich Premio im gesamten Bundesgebiet mit sechs so genannten Flagstores präsentieren, die der Premio-Corporate-Identity (CI) zu noch deutlicheren Akzenten im Markt verhelfen soll. Auftritte auf Endverbrauchermessen wie der AMI, der Tuning World Bodensee und der Essen Motor Show sowie auf der Branchenmesse Reifen in Essen stehen in diesem Jahr bevor – eine Gelegenheit für Premio, sich mit dem gesamten Spektrum des Reifenfachhandelskonzeptes dem Messepublikum zu präsentieren. Darüber hinaus wolle Michael Lutz in 2008 35 neue Partner für Premio gewinnen.

HMI hingegen konnte in 2007 36 neue Partner mit 38 Betriebsstätten für den GDHS-Fachhandel gewinnen. Darunter waren auch Händler, die aus anderen Kooperationen zur GDHS gekommen sind. Jochen Clahsen, Leiter HMI, hob hervor, dass nun 590 Betriebsstätten zu HMI gehören. Damit rücke auch die Qualitätsoffensive, die bereits im vergangenen Jahr startete, noch stärker in den Fokus. Mittlerweile seien alle Betriebe mit ihren jeweiligen individuellen Profilen in einer Datenbank erfasst. Dies sei eine entscheidende Voraussetzung, um mit den einzelnen Partnern den unternehmerischen Erfolg weiter zu forcieren. Clahsen skizzierte vor dem Auditorium in Sachen Qualitätsoffensive das weitere Vorgehen in Bezug auf Marketing, Autoservice, betriebliche Prozesse, Kundenkontakt und Sortimentsgestaltung. Clahsen: „Wir müssen unseren Marktauftritt permanent verbessern. Der Grund: Lebenskurven unternehmerischer Strategien verkürzen sich dramatisch. Wettbewerbsvorteile werden immer schneller egalisiert.“

Volkswirtschaftliche Rahmendaten, Trends im Handel, die Wettbewerbsituation und die künftige Strategie der GDHS in den Bereichen Expansion und Wachstum, Organisation und Ressourcen sowie Marketing und Partnerschaft – das waren die Themen, die GDHS-Geschäftsführer Goran Zubanovic präsentierte. Sein Vortrag mündete in den Zielen bis zum Jahr 2010. „Wir wollen unsere Position als Marktführer im deutschen Reifenfachhandel weiter ausbauen und festigen und bis 2010 mit mehr als 1.000 Standorten im Markt vertreten sein. Getragen werden wird dieses Konzept von den lokalen Helden aus den Reihen unserer Partner sowie von einer starken zentralen Führung und Unterstützung durch die GDHS.“

Die 4Fleet Group ist mittlerweile europäisch aufgestellt und operiert in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich und Tschechien. Schon bald gehen Spanien, Italien, Türkei, die Niederlande und Polen ans Netz. Das erläuterte Jürgen Titz, Leiter der 4Fleet Group. Dabei habe sich die 4Fleet Group gegen einen starken Wettbewerb aus den Reihen des Reifenhandels, der Fast Fitter und der Autohäuser zu behaupten. Allerdings seien bei der 4Fleet Group die Weichen gestellt, das Geschäft im Bereich der Leasingflotten, der Eigentumsfuhrparks sowie der Behörden- und Nutzfahrzeugflotten weiter auszubauen. Zu den Differenzierungstsstrategien der 4Fleet Group gehöre seit 2008 auch FleetOnlineSolutions, eine europaweite Serviceplattform, mit der sämtliche Kundendaten und Prozesse des Flottengeschäftes abgebildet werden können.

„Mitarbeiter sind der Schlüssel zum Erfolg.“ Das hob Reiner Reiß, Leiter Autoservice & Training der GDHS, in seinem Vortrag hervor. Reiß präsentierte die vielfältigen Angebote des GDHS-Trainingscenters, die nicht nur für die Partner selbst, sondern auch für ihre Mitarbeiter gedacht sind. Ein wertvolles Instrument dafür sei der neue Trainingspass. Er dokumentiere für jeden einzelnen Mitarbeiter Thema und Datum sämtlicher Weiterbildungsmaßnahmen und schaffe so kurz und bündig eine Orientierung über künftigen Weiterbildungsbedarf in den Betrieben.

Hans Behle, Leiter Einkauf & Warenwirtschaft der GDHS, stellte VMI-Lkw vor. Von der automatischen Nachschubsteuerung profitierten seit dem vergangenen Jahr auch die Lkw-Vermarkter der GDHS, vorausgesetzt, sie sind bereits VMI-Pkw- und TruckForce-Partner. Hans Behle: „Mit VMI-Lkw adaptieren wir die Erfolge im Pkw-Bereich für das Lkw-Segment. Kernbestandteil des Konzeptes ist auch hier die hohe Verfügbarkeit auf der Basis einer ganzjährigen Planung. Die Nachschubsteuerung umfasst hier rund 40 Artikel. Es sind bereits 35 Lkw-Vermarkter aus unseren Reihen am Netz.“

Auf den Regionaltagungen vertreten waren auch die Konzernmarken der Goodyear Dunlop Tires Germany (GDTG). Die Marken Goodyear, Dunlop, Fulda und Mplus gaben somit ein klares Commitment zugunsten der GDHS-Partner ab und präsentierten ihre Absatzentwicklungen und Ziele für 2008 sowie die bevorstehenden Marketingaktionen für den Reifenfachhandel.

In einer ausführlichen Marktanalyse machte Stephan Domes, Verkaufsleiter Süd des Commercial-Bereiches der GDTG, die Potenziale im Lkw-Segment deutlich – ein Vortrag, der viele Partner für diesen Geschäftsbereich sensibilisiert haben dürfte. Die Wachstumsprognosen im Ersatzmarktgeschäft und der Erstausrüstung sprechen hier eine deutliche Sprache. Michael Immler, Obermeister der Landesinnung des Bayerischen Vulkaniseur- und Reifenmechanikerhandwerks und vereidigter Sachverständiger, ging auf den Sachstand bei der Montage von UHP- und Notlaufreifen ein. Er führte aus, dass die Montageanleitung für diese Produkte unter der Federführung des WdK nunmehr in Kraft getreten sei. Zudem seien auch eine Werkstattfassung, ein Kriterienkatalog „Fehler und Merkmale“, eine Anlage zu Temperaturaussagen, Prüfrichtlinien zur Prüfung UHP- und notlaufreifentauglicher Montiermaschinen sowie Schulungsmaßnahmen für die Qualifikation der Monteure verabschiedet worden. Immler: „Sachmängel- und Produkthaftung verpflichten den Reifenfachhandel nach dem ‚Stand der Technik’ zu arbeiten.“

Michael Ammann, Manager Marketing Systementwicklung Fachhandel, ging am zweiten Veranstaltungstag auf den Zusammenhang von „Marke und Mitarbeiter“ ein. Ammann: „Jeder Kontakt des Kunden mit dem Unternehmen vermittelt ein Markenerlebnis und zahlt dabei auf das Markenguthaben ein.“ Ein gutes Arbeitsklima, Herausforderungen im Beruf, Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten seien nach neueren Untersuchungen die treibenden Kräfte, wenn es darum geht, dass Mitarbeiter ihre Marke leben.

Vor dem Start in die Workshop-Runden präsentierten Michael Lutz und Stefan Klein die jüngsten Produkttrends im Tuningmarkt. Besondere Aufmerksamkeit widmeten ihre Präsentationen den Trends im Alufelgenersatzmarkt. Den Partnern empfahlen die Referenten, sich im Felgensegment mit Premium, Quality und Budget breit aufzustellen.

Workshops zu den Neuerungen in tiresoft II, zum GDHS-Price-PAT, zur Qualitätsoffensive bei HMI, zum Lkw-Geschäft und zur virtuellen Absatzplattform www.reifen-fix.de schlossen den zweiten Veranstaltungstag.

Dass sich die GDHS, ihre Partner und die Konzernmarken nicht nur mit Leib und Seele den Themen „Stückzahlen, Umsatz und Rohertrag“ verschrieben haben sondern auch dem Thema „soziale Verantwortung“, zeigten die Abendveranstaltungen in den vier Städten. Durch Losverkäufe und großzügige individuelle Spenden wurden weit über 10.000 Euro gesammelt. Von dieser Summe werden Einrichtungen profitieren, die sich der Arbeit mit krebskranken Kindern widmen.

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