VW-Statement zur Erstausrüstungspartnerschaft mit Linglong
Im vergangenen Sommer hatten die Erstausrüstungslieferungen des chinesischen Reifenherstellers Linglong an Volkswagen für reichlich Diskussionsstoff gesorgt. Auslöser war ein Beitrag von Auto Motor und Sport (AMS) über einen Vertragshändler der Automarke, der über Social Media seinen Unmut geäußert hatte, dass VW bei einem vergleichsweise hochpreisigen Fahrzeugmodell wie dem Tiguan ab Werk „Billigreifen” aus dem Reich der Mitte verbaut. Die Geschichte, über die das Magazin als Erstes berichtet hatte, ist bald darauf zwar überarbeitet worden, nur um ein wenig später dann ganz von den AMS-Webseiten zu verschwinden und seither nur noch über das Internet Archive (Wayback Machine) abrufbar zu sein. Gleichwohl hatte sich Linglong veranlasst gesehen, Stellung zu beziehen in dieser Angelegenheit. So wie ganz aktuell nun auch VW selbst. Denn bei Focus Online, wo man diese Sache im Nachgang zu der AMS-Berichterstattung ebenfalls aufgegriffen hatte, wird das Ganze im Fahrwasser des jüngsten ADAC-Sommerreifentests wieder „aufgewärmt”.

VW sagt zwar nicht für welche Modelle, hat aber bestätigt, dass „im Rahmen des aktuellen Vertrages (…) Linglong China spezifische 19-Zoll-Sommerreifen für rund 10.000 Fahrzeuge pro Jahr” an den Automobilhersteller liefere (Bild: Volkswagen)


Die Frage ist doch, erfüllt Linglong die Vorgaben von VW, oder nicht und funktioniert der Reifen auf dem Tiguan, oder eben nicht, sprich sind die Vorgaben ausreichend für den Fahrzeugzweck.
Nexen (Korea) ist für Audi, Maxxus (Taiwan) und Kumho (China/Südkorea) sind OE-Lieferant für BMW, warum soll Linglong keinen Reifen für VW bauen können? Chinesen machen das, was Japaner auch gemacht haben und weiterhin tun. Entwickeln und testen teilweise in Europa, oder fertigen sogar hier (Serbien).
Unsere Industrie hat es doch selbst vorgemacht und produziert ebenfalls in China oder lässt dort produzieren. Zum Nachteil der hiesigen Arbeiterschaft, richtig.
Linglong hört sich halt für unsere Ohren nicht schön an, stimmt.
Natürlich ist es geschickter, an Dingen zu sparen, die der Erstkäufer nicht direkt sieht, Materialstärken, Materialqualität und Aufwand in nicht sichtbaren Bereichen, Anforderungen an die Dauerhaltbarkeit usw. Dann kann jeder erstmal weiter glauben, dass er ein tolles Qualitätsprodukt eines „deutschen“ „Qualitätsherstellers (oder gar „Premiumherstellers“) erworben hat. Denn von irgendwoher muss der gesalzene Einstandspreis ja kommen und woher sonst, bei einem „hiesigen“ KFZ-Hersteller, als von der Qualität, kann ja gar nicht anders sein ;-) –
Wer keinen Chinesen oder Koreaner als Reifen fahren und gleichzeitig mit Gewalt dem VW Konzern treu bleiben will, kann sich (noch) bei Porsche oder Lamborghini umschauen.