Reifenmesse in Frankfurt auf dem Weg zum „Schmelztiegel“ der Branche?

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Noch kann ehrlicherweise wohl niemand wirklich genau vorhersagen, wie das 2018 so sein wird mit dann zwei Reifenmessen: der „The Tire Cologne“ vom 29. Mai bis zum 1. Juni in Köln und der „Reifen“ vom 11. bis zum 15. September als Teil der Frankfurter „Automechanika“. Insofern ist es nur verständlich und nachvollziehbar, dass beide Lager nach dem Ende der in diesem Jahr letztmals in Essen veranstalteten „Reifen“ verstärkt um die Gunst der Branche buhlen. Während sich also die Koelnmesse GmbH und der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk e.V. (BRV) als ideeller Träger der „Tire Cologne“ zuversichtlich zeigen, dass die neue Reifenmesse am Rhein „vom Fleck weg einen guten Start haben“ wird, ist man in Frankfurt (und Essen) mindestens ebenso überzeugt davon, mit der Zusammenlegung von „Reifen“ und „Automechanika“ den richtigen Schritt getan zu haben. Zumal offenbar auch einige Industrievertreter bzw. potenzielle Aussteller die Sache genauso sehen.

„Diese Messe wird zu einem echten Schmelztiegel aller Akteure aus der Reifen- und Aftermarket-Branche werden“, glaubt jedenfalls Surender Singh Kandhari. Bei einer „Reifen“ parallel zur „Automechanika“ in Frankfurt könne man Kontakte knüpfen und geschäftliche Möglichkeiten ausloten, denn diese Messen hätten sich in der Vergangenheit schon immer bewährt, ist der Vorsitzende der Al Dobowi Group mit ihren Reifenmarken Infinity und Eternity überzeugt. Doch mit Vertretern von Continental, Petlas oder Maxion Wheels sowie einiger Verbände geben sich durchaus noch weitere Marktspieler optimistisch, was die Kombination beider Veranstaltungen an einem Ort angeht.

„Die ‚Reifen’ und die Automechanika sind zwei der beliebtesten europäischen Fachmessen, die von unseren Mitgliedern aus dem Reifenhandel, der Produktion und dem Aftermarket schon immer im großen Umfang unterstützt wurden. Für unsere Mitglieder sind beide Messen großartige Networking-Veranstaltungen. Die gemeinsame Veranstaltung der Messen in Frankfurt ab 2018 ist nicht nur logistisch sinnvoll, sondern bietet unseren Mitgliedern auch eine Möglichkeit, sich mit ihren Waren und Dienstleistungen unter einem Dach einem wirklich internationalen Publikum zu präsentieren. In Kombination mit der neuen, alljährlich stattfindenden Automechanika Birmingham halten wir das für eine sehr willkommene Entwicklung für Reifenhändler, Produzenten und den Aftermarket“, sagt Stefan Hay, Direktor des britischen Reifenhandelsverbandes NTDA (National Tyre Distributors Association).

Und auch der Bundesverband der Hersteller und Importeure von Automobilserviceausrüstungen e.V. (ASA) begrüßt nach Aussagen von dessen Vizepräsidenten Harald Hahn das Vorhaben, ab 2018 die beiden Messen „Reifen“ und „Automechanika“ parallel in Frankfurt zu veranstalten. „Für die Werkstattausrüster entsteht damit eine sehr interessante Plattform, um ihre innovativen Produkte und Lösungen einem noch größeren Fachpublikum präsentieren zu können. Auch die Reifenservicebetriebe werden von dieser Entwicklung profitieren“, meint Hahn. Denn für sie gewinne der allgemeine Fahrzeugservice eine immer größere Bedeutung. „Das Zusammenlegen der Messen auf einen Termin und einen gemeinsamen Standort bietet den Fachleuten aus der Reifenservicebranche viele Möglichkeiten, sich umfassend über innovative Lösungen für den Service am Automobil zu informieren“, ergänzt der ASA-Vizepräsident.

Peter Wagner, Vice President Independent Aftermarket und Geschäftsführer der Continental Aftermarket GmbH, sieht ebenfalls eher Vorteile darin, dass beide Messen zur selben Zeit an einem Ort bzw. in Frankfurt stattfinden. „Das ist für uns eine hervorragende Plattform, um die enorme Bandbreite unserer Produkte integriert und auf einen Blick zu präsentieren. Davon profitieren vor allem unsere Kunden aus dem automotiven Aftermarket und dem Reifenhandel. Sie finden bei uns auf der Messe zukünftig nicht nur hochwertige Reifen, sondern zum Beispiel auch das passende Reifendruckkontrollsystem in Erstausrüstungsqualität. Insbesondere für Reifenhändler werden Services und Leistungen rund um das Fahrzeug immer wichtiger, sodass wir zukünftig mit einer Messe mehreren Zielgruppen unsere Leistungen anbieten können“, erklärt er.

Demgegenüber geht man bei Maxion Wheels und Petlas bereits einen Schritt weiter und denkt über die Veranstaltung in zwei Jahren in Frankfurt hinaus schon an die Möglichkeiten, welche sich auf internationalem Parkett durch die Kooperation der Messe Essen mit den Frankfurtern ergeben könnten. „Mit Ausnahme der Automechanika Dubai sind die ‚Automechanika’-Messen in der Reifen- und Räderproduktgruppe nicht so stark aufgestellt. Wenn die ‚Reifen’ jetzt zum Partner wird, werden sich nach unserer festen Überzeugung daraus neue Möglichkeiten für Reifen- und Räderhersteller eröffnen. Mit großem Interesse erwarten wir im kommenden Jahr die Auswirkungen der ‚Reifen’ auf die ‚Automechanika’-Messen, speziell in Istanbul“, so Süreyya Enten, Key-Account-Manager bei dem Räderhersteller. Und Oğuz Ay, International Sales und Marketing Manager bei dem türkischen Reifenhersteller Petlas, gibt sich wie wahrscheinlich ein Großteil „gespannt, was sich aus diesem Zusammenschluss ergibt“. cm

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