Großhändler Hohl: Gut vorbereitet auf Saison 2011 – und darüber hinaus

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Die Zweiradbereifung (ZBR) Hohl GmbH wurde 2001 gegründet und kann in diesem Jahr folglich ihr zehnjähriges Jubiläum begehen. Doch nicht nur das wäre Grund zum Feiern, auch die Geschäftsentwicklung des in Leverkusen-Hitdorf beheimateten Unternehmens, das sich einzig und allein dem Großhandelsgeschäft mit Motorrad- und Rollerreifen verschrieben hat, böte Anlass genug. Denn in seiner vergleichsweise jungen Geschichte hat man es verstanden, sich als feste Größe in diesem Marktsegment zu etablieren. Auf diesen Lorbeeren ausruhen wollen sich die Leverkusener freilich nicht, und so geben sich Verkaufsleiter Manfred Temme und Im- und Exportmanager Dennis Adolph im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG denn auch bestens vorbereitet auf die bevorstehende Saison 2011.

Daher verwundert es nicht, dass während des Besuches der Redaktion dieser Fachzeitschrift Ende Januar gerade wieder ein Lkw entladen und seine Reifenfracht im Lager des Unternehmens einen neuen Platz findet. „Derzeit rollen beinahe täglich neue Lieferungen an. Bis Ende Februar wird unser Bestand die Marke von 130.000 erreicht haben“, erklärt Adolph. Im Sommer 2008 erst hat man die Lagerfläche um fast ein Drittel erhöht. Auf nunmehr 4.000 Quadratmetern Grundfläche findet sich zum Teil auf zwei Ebenen mehr oder weniger alles, was im Geschäft mit Reifen für motorisierte Zweiräder Rang und Namen hat. Das Markenportfolio reicht von den „üblichen Verdächtigen“ angefangen bei Avon, Bridgestone und Conti über Dunlop, Metzeler und Michelin bis hin zu Pirelli, wobei darüber hinaus auch Reifen der Marken Goldspeed, Heidenau, IRC, Maxxis, Mitas, Schwalbe und Vee Rubber im Hohl-Repertoire nicht fehlen.

„Wir verstehen uns schließlich als Vollsortimenter im Bereich Motorrad- bzw. Rollerreifen“, erklärt Adolph diese Angebotsvielfalt. „Eine Bevorzugung der einen oder anderen Marke gibt es bei uns nicht“, ergänzt Temme. Natürlich gebe es bestimmte Schnelldreher, die von den Kunden stärker nachgefragt werden als andere, und solche lege die aus sechs Mitarbeitern bestehende Lagermannschaft – sieben Beschäftigte kümmern sich um den Verkauf/Vertrieb – selbstverständlich nicht in die hinterste Ecke, sondern eher griffbereit nahe der Kommissionierung. Insofern finden sich „Exoten“ vor allem auf der zweiten Lagerebene. Abgesehen von einem solchen prinzipiellen Ansatz seien aber keine festen Lagerorte etwa für bestimmte Größen oder Marken reserviert. Doch selbst wenn im Zusammenhang damit meist von einer „chaotischen“ Lagerung die Rede ist, wissen die Hohl-Mitarbeiter dank EDV dennoch jederzeit, welcher Reifen wo zu finden ist. In Spitzenzeiten während der Saison bringt der Großhändler eigenen Angaben zufolge immerhin bis zu 1.200 Lieferungen – in der Regel per Paketdienst GLS – auf den Weg zu seinen Kunden.

Rund 90 Prozent aller Bestellungen gehen laut Temme übrigens über den „JuDiMo“ genannten Onlineshop des Unternehmens bei Hohl ein. Und dessen Nutzung ist – wie er und Adolph unisono nachdrücklich betonen – einzig und allein den Handelspartnern vorbehalten, die sich in etwa je zur Hälfte aus dem Reifen- und Motorrad- bzw. Motorradzubehörhandel rekrutieren sollen. Man beliefere ausschließlich den Fachhandel und wolle seinen Kunden nicht bei dessen Geschäft mit den Endverbrauchern in die Quere kommen, lautet die Philosophie der Leverkusener. „Wir hätten von heute auf morgen auch eine eigene B2C-Plattform kaufen und betreiben können, haben uns aber ganz bewusst dagegen entschieden“, sagt Temme, der auch für die Zukunft einem solchen Ansinnen eine ganz klare Absage erteilt. „Und viele Marktteilnehmer wissen offenbar zu schätzen, dass wir ihnen im Endkundengeschäft nicht ins Gehege kommen“, meint Adolph eine Kundenwanderung hin zur ZBR Hohl GmbH ausmachen zu können, gerade weil man eben „nur B2B“ mache.

„Wir jubeln zwar nicht laut, sind aber durchaus zufrieden mit dem vergangenen Jahr“, fasst Temme aus seiner Sicht rückblickend die Geschäftsentwicklung 2010 zusammen. Dies gelte – fügt Adolph hinzu – umso mehr, wenn man sich die Rahmenbedingungen des vergangenen Jahres besehe. „Die anhaltend lange Winterwitterung im ersten Quartal war absolutes Gift für das Motorradreifengeschäft. Und während der Fußballweltmeisterschaft hat zudem so mancher lieber die Spiele verfolgt, als Motorrad zu fahren. Darüber hinaus war der Sommer außerdem noch ziemlich verregnet“, verdeutlicht er, was damit gemeint ist. Gleichwohl will Dennis Adolph dies nicht als Jammern verstehen, Sorgen mache man sich jedenfalls keine. Auch der Verkauf des Mitbewerbers Reifen Krupp (Schifferstadt) an Reiff sorgt weder bei ihm noch bei Temme für Sorgenfalten auf der Stirn. Vielmehr scheint eher das Gegenteil der Fall zu sein: Zwar müsse man erst einmal abwarten, wie sich die – so Temme – „neue klare Nummer eins im Markt“ konkret aufstellen werde, doch könnte davon seiner Meinung nach durchaus auch ein für die ZBR Hohl GmbH positiver Effekt ausgehen.

Begründet wird diese Sicht der Dinge unter anderem damit, dass Reiff beispielsweise auch Endkunden bediene. „Und ich kann mir vorstellen, dass so mancher Handelskunde es nicht unbedingt zu schätzen weiß, wenn sein Lieferant im Geschäft mit dem Verbraucher in Konkurrenz zu ihm tritt“, leitet Temme daraus einen möglichen Impuls für eine etwaige Kundenabwanderung zu Hohl ab. Aber das müsse man freilich erst abwarten. Klar ist jedoch, dass ihn die neue Konstellation im Großhandelsgeschäft mit Motorrad- und Rollerreifen augenscheinlich in keinster Weise nervös macht. Man sei eben gut aufgestellt, nicht nur für die bevorstehende Saison, sondern durchaus auch darüber hinaus. Denn bei Hohl wirft bereits ein Wechsel der Geschäftsführung seinen Schatten voraus: Seit dem Tod seines Partners Jürgen Plumbohm im vergangenen Jahr steht Dieter Adolph dem Unternehmen bis dato zwar noch als alleiniger Geschäftsführer vor, will die Verantwortung nun aber in die Hände seines Sohnes Dennis sowie Temme übergeben.

„Das wird kurzfristig der Fall sein. Einen konkreten Termin dafür gibt es allerdings noch nicht“, erklärt Dennis Adolph, der nach dem Abschluss seines Studiums der Wirtschaftswissenschaften seit 2008 fest im Betrieb beschäftigt ist. Die bei Hohl offenbar bereits geklärte Nachfolgefrage versteht man jedenfalls als weiteres klares Signal an die Kundschaft, dass der Großhändler auch in Zukunft bestens aufgestellt und ihnen ein verlässlicher Partner im Motorradreifengeschäft sein wird. christian.marx@reifenpresse.de

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