Automarkt in Europa schrumpft weiter

In Westeuropa ist die Zahl der zugelassenen Pkw im Mai um 5,2 Prozent im Vergleich zum selben Vorjahresmonat zurückgegangen. Laut ACEA, dem Europäischen Verband der Automobilhersteller, liege dieser Rückgang an der allgemeinen wirtschaftlichen Situation und den Nachwehen des Irak-Krieges. Insgesamt wurden in der EU und den EFTA-Staaten (Island, Liechtenstein, Schweiz, Norwegen) 1.217.377 neue Pkw zugelassen. Dabei verlief die Entwicklung recht unterschiedlich: In Deutschland etwa kamen 6,9 Prozent neue Pkw zusätzlich auf den Markt, was der ACEA mit dem Rückzug der Bundesregierung bei der geplanten Firmenwagensteuer erklärt. In Finnland errechnete der Verband einen Zuwachs von 16,3 Prozent, in Österreich von 8,4 Prozent, in Schweden von vier Prozent und in den Niederlanden einen Zuwachs von immerhin noch 1,4 Prozent. In allen anderen Staaten gingen die Neuzulassungen im Mai im Vergleich zum Mai 2002 zurück. Besonderes stark fiel der Rückgang in Portugal mit 35 Prozent aus. Rechnet man die ersten fünf Monate des laufenden Jahres zusammen, dann ergibt sich etwa für Deutschland mit Neuzulassungen von 1.385.479 ein leichter Rückgang von 0,7 Prozent im Vergleich zum selben Vorjahreszeitraum. Im Fünfmonatsvergleich legte Finnland um 20,2 Prozent zu, Portugal verlor 23,7 Prozent. Alle anderen Staaten bewegten sich im Mai in diesem Spektrum. Zu den großen Gewinnern im Mai auf dem europäischen Automarkt zählten erneut insbesondere die Marken aus Fernost. Vom koreanischen Autobauer Kia wurden in Westeuropa 47 Prozent mehr Pkw zugelassen als noch ein Jahr zuvor. Auch für Mazda registrierte der Verband eine Steigerungsrate von 45,2 Prozent. Die deutschen Autobauer müssen sich hingegen bescheiden. Während Audi noch ein Plus von 4,2 Prozent vor den Neuzulassungen stehen hat, sind die Volkswagen-Neuzulassungen um 11,3 Prozent zurückgefahren (Seat -0,3 %, Škoda -1,2 %). Bei BMW sieht es ähnlich gegensätzlich aus: Die Hausmarke verlor 13,7 Prozent, während der Mini 15,4 Prozent zulegte (gesamt: -9,9 %). DaimlerChrysler verlor im Mai ebenfalls im Vergleich zum selben Vorjahresmonat, und zwar um 2,7 Prozent (Mercedes: -1,2 %, Chrysler -16,0 %, Smart +0,7 %). Die Ford-Gruppe verlor in Westeuropa ebenfalls mit allen Marken; insgesamt wurden 5,8 Prozent weniger Ford, Volvo, Land Rover und Jaguar im Mai zugelassen, wobei das besondere Sorgenkind der Jaguar ist (-25,0 %). Auch Peugeot und Citroën liegen im negativen Gesamttrend (-1,2 % und -4,1%) wie auch Opel mit einem Rückgang um 4,5 Prozent. arno.borchers@reifenpresse.de

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