Weitere Zunahme des B2C-Onlinereifenhandels zu erwarten
Immer mehr Fahrzeugbesitzer kaufen die Reifen fĂŒr ihr Auto ĂŒber das Internet. Wird der Marktanteil dieses Vertriebsweges im deutschen Pkw-ReifenersatzgeschĂ€ft vom Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV) fĂŒr das Jahr 2005 auf etwa zwei Prozent geschĂ€tzt, so sieht man insbesondere bei eBay Motors noch weiteres Potenzial fĂŒr diesen Absatzkanal im GeschĂ€ft mit dem Endverbraucher. Christian Koeper, Senior Manager Fahrzeugteile & Zubehör bei eBay, glaubt, dass der Anteil der ĂŒber das Internet direkt an die Verbraucher verkauften Pkw-Reifen schon im Jahr 2010 zweistellig sein wird. Und mit dieser Meinung steht er offensichtlich nicht alleine da, wie eine Onlineumfrage der NEUE REIFENZEITUNG unter www.reifenpresse.de/umfrage ergeben hat.
Denn mehr als ein Viertel der Umfrageteilnehmer (26,5 Prozent) glaubt, dass der Marktanteil dieses Vertriebsweges 2010 die Marke von zehn Prozent ĂŒbersteigen wird, wĂ€hrend umgekehrt nicht einmal ein FĂŒnftel (17,3 Prozent) davon ausgeht, dass es kaum zu VerĂ€nderungen des Marktanteils des B2C-ReifengeschĂ€ftes kommen wird und auch in drei Jahren der Anteil der InternetreifenkĂ€ufe am gesamten Ersatzmarkt immer noch bei etwa zwei Prozent liegt. Umgekehrt bedeutet dies, dass 82,7 Prozent der Umfrageteilnehmer eine wachsende Bedeutung des B2C-ReifengeschĂ€ftes via der diversen Onlinereifenshops im Internet erwarten: Abgesehen von den bereits erwĂ€hnten 26,5 Prozent, die dann einen zweistelligen Marktanteil dieses Vertriebsweges prognostizieren, rechnen 39,8 Prozent 2010 mit einem Anteil von etwa fĂŒnf Prozent, und 16,3 Prozent gehen von einem Marktanteil des Onlinebusiness von maximal zehn Prozent aus.
So wie im B2B-ReifengeschĂ€ft â B2B steht fĂŒr Business to Business, also den Handel zwischen GeschĂ€ftskunden â Plattformen wie insbesondere Tyre24 oder auch Gettygo zunehmend zu einer festen GröĂe in der Branche werden, kann man vor allem eBay oder Delticom als die entsprechenden Gegenpole im B2C-GeschĂ€ft (Business to Consumer) mit dem Endverbraucher sehen. So hat der OnlinereifenhĂ€ndler Delticom jĂŒngst zum ersten Mal seit seinem Börsengang Quartalsergebnisse vorgelegt, und demnach in den ersten neun Monaten des GeschĂ€ftsjahres 2006 seinen Umsatz um 28 Prozent auf 108,9 Millionen Euro steigern können. Das berichtet jedenfalls der Finanzinformationsdienst BörseGo unter Berufung auf Unternehmensangaben. Im gleichen Zeitraum sei das EBIT um 52 Prozent auf 4,1 Millionen Euro gewachsen, wobei als Grund fĂŒr die positive Entwicklung insbesondere eine weiter verbreiterte Kundenbasis um 300.000 KĂ€ufer genannt wird. Da das vierte Quartal das umsatzstĂ€rkste des Jahres darstelle, erwartet Delticom sogar noch eine weitere Verbesserung dieser Zahlen.
Internetshopping nimmt allgemein zu
Denn offenbar steht der Einkauf per Internet zum Ende des Jahres generell besonders hoch im Kurs bei den Verbrauchern. Laut einer reprĂ€sentativen Erhebung von TechConsult fĂŒr den Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) sind in den entsprechenden Monaten 2006 jedenfalls rund 31,4 Millionen Deutsche auf Einkaufstour im Web unterwegs gewesen. âIm November und Dezember machen manche Onlineshops ein Viertel ihres JahresgeschĂ€ftsâ, weiĂ BITKOM-VizeprĂ€sident Jörg Menno Harms zu berichten. Dabei stehen seinen Worten zufolge zwar vor allem Digitalkameras, Flachbildfernseher oder tragbare PCs hoch im Kurs, doch nicht zuletzt aufgrund der vor dem Hintergrund der StVO-Novelle gestiegenen Nachfrage nach Winterreifen darf wohl auch der Onlinereifenhandel â wie im Ăbrigen alle anderen, die im GeschĂ€ft mit den schwarzen runden Gummis aktiv sind â mit einem ordentlichen Umsatzwachstum rechnen.
Einer BITKOM-Prognose zufolge haben die Deutschen 2006 Waren und Dienstleistungen im Wert von mehr als 40 Milliarden Euro im Internet eingekauft, was einem Plus von 25 Prozent gegenĂŒber 2005 entsprechen wĂŒrde. Der Verband wertet dies als Indiz dafĂŒr, dass der elektronische Handel hierzulande immer beliebter wird, zumal 2005 mit einem B2C-Umsatz von 32 Milliarden Euro ĂŒber das Web ebenfalls bereits ein deutliches Plus von etwa 45 Prozent verglichen mit dem Bezugswert von 22 Milliarden im Jahr 2004 registriert wurde. Der gesamte Umsatz im elektronischen Handel â also inklusive des B2B-GeschĂ€ftes â stieg im Jahr 2005 um 58 Prozent auf 321 Milliarden Euro (2004: 202 Milliarden Euro). Ein GroĂteil des Onlinehandels entfĂ€llt damit nach wie vor auf Transaktionen zwischen Unternehmen. Eine Studie des Marktforschungsinstitutes European Information Technology Observatory (EITO) im Auftrag des BITKOM prognostiziert allerdings, dass das B2C-GeschĂ€ft bis zum 2009 stĂ€rker zulegen wird als der B2B-Handel und sich dessen derzeit mit Werten um die 90 Prozent am Gesamtvolumen noch dominierender Anteil leicht auf eben ĂŒber 80 Prozent abschwĂ€chen wird.
Bis zum Jahr 2009 wird der E-Commerce-Umsatz in Deutschland nach SchĂ€tzungen der Marktforscher nĂ€mlich auf rund 694 Milliarden Euro ansteigen, wozu dann Transaktionen mit Privatkunden etwa 114 Milliarden Euro beitragen sollen. Damit dĂŒrfte Deutschland bezĂŒglich des elektronischen Handels seine Spitzenposition in Europa weiter festigen â immerhin wurden 30 Prozent aller 2005 in Westeuropa ĂŒber das Internet gehandelten Waren und Dienstleistungen hierzulande verkauft. âNeben der steigenden Zahl von Internetnutzern sprechen weitere Faktoren fĂŒr eine positive Entwicklung des E-Commerceâ, sagt BITKOM-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Bernhard Rohleder. âHohe Sicherheitsstandards sorgen fĂŒr mehr Vertrauen bei OnlinekĂ€ufen, elektronische Bezahlsysteme fĂŒr kleinere BetrĂ€ge setzen sich durch und mit dem Handy kommt ein weiterer Verkaufskanal neben dem PC hinzuâ, begrĂŒndet er seine Sicht der Dinge.
Schon drin?
Nutzt heute (Stand Mitte Oktober 2006) bereits jeder dritte Privathaushalt in Deutschland einen Breitbandanschluss fĂŒr den Internetzugang, so soll diese Zahl wĂ€hrend der kommenden beiden Jahre ebenfalls weiter ansteigen. âDer zunehmende Wettbewerb und der technologische Fortschritt haben fĂŒr fallende Preise bei gleichzeitig höheren Bandbreiten gesorgtâ, erklĂ€rt BITKOM-VizeprĂ€sident Jörg Menno Harms. Innerhalb von nur zwei Jahren habe sich die Zahl der schnellen InternetanschlĂŒsse verdoppelt, und schon fĂŒr Anfang 2009 wird prognostiziert, dass dann jeder zweite deutsche Haushalt breitbandig surft. âDamit wĂŒrde das Ziel der Bundesregierung realisiert, deutlich vor 2010 die 50-prozentige Breitbandquote bei den privaten Haushalten zu erreichenâ, ergĂ€nzt Harms. Trotz des starken Wachstums wĂ€hrend der jĂŒngeren Vergangenheit liege Deutschland im internationalen Vergleich dennoch nur im hinteren Mittelfeld. So betrug nach Angaben der OECD im Juni 2006 der Anteil der Haushalte mit Breitbandanschluss in SĂŒdkorea 71 Prozent, in DĂ€nemark 63 Prozent, GroĂbritannien 47 Prozent und selbst in Spanien 40 Prozent.
Leistungsstarke Internetverbindungen basieren demzufolge in Deutschland noch ĂŒberwiegend auf DSL (Digital Subscriber Line), aber auch die TV-Kabelnetze wĂŒrden derzeit verstĂ€rkt fĂŒr die schnelle DatenĂŒbertragung ausgebaut, teilt der Verband weiter mit. In dĂŒnn besiedelten Regionen rechne sich der Ausbau jedoch vielfach nicht, fĂŒr solche Gebiete werden drahtlose Technologien wie UMTS und WiMAX als HoffnungstrĂ€ger gesehen. Denn der Auf- und Ausbau des flĂ€chendeckenden Breitbandzugangs habe entscheidenden Einfluss auf die WettbewerbsfĂ€higkeit Deutschlands. Die Breitbandtechnologie wird nach OECD-SchĂ€tzungen bis zum Jahr 2011 ein Drittel zum ProduktivitĂ€tszuwachs in den IndustrielĂ€ndern beitragen. âBesitzer von BreitbandanschlĂŒssen sind hĂ€ufiger und lĂ€nger online, sie nutzen Internetdienste und E-Commerce-Angebote intensiver, bilden sich intensiver im Internet fort und stehen Telearbeit offener gegenĂŒberâ, sagt Harms.
Mit der weiter zunehmenden VerfĂŒgbarkeit schnellerer und preisgĂŒnstigerer InternetzugĂ€nge wird allgemein eine noch intensivere Nutzung des World Wide Web im privaten wie im geschĂ€ftlichen Bereich erwartet. Insofern sind zehn Prozent Marktanteil des Onlinevertriebskanals in EndkundengeschĂ€ft mit Reifen bis zum Jahr 2010 durchaus möglich. Damit wĂŒrde sich nur die bereits in den vergangenen Jahren beobachtete Entwicklung fortsetzen. Und wer hĂ€tte schon vor drei oder vier Jahren erwartet, dass wie heute ĂŒber B2C-Internetshops annĂ€hernd zwei Prozent oder inzwischen möglicherweise bereits mehr des ReifenersatzgeschĂ€ftes in Deutschland abgewickelt werden? MaĂgeblichen Anteil an dieser Entwicklung kann man sicherlich der Marktplattform eBay Motors zuschreiben, schlieĂlich hat sicher jeder schon einmal die Aussagen der Plattformbetreiber gehört, wonach etwa alle zwei Minuten ein Reifensatz bei eBay Motors Deutschland verkauft wird.
âSchreckgespenstâ B2C-Onlinehandel mit Reifen
Diese Zahl verliert eine wenig von dem âSchreckenâ, den sie teilweise im Handel verbreitet, wenn man sich vor Augen fĂŒhrt, wie viele ReifensĂ€tze in der gleichen Zeit im konventionellen stationĂ€ren Reifenhandel abgesetzt werden. Geht man entsprechend den BRV-Marktdaten fĂŒr das Jahr 2005 von einem Ersatzmarktvolumen in Höhe von etwa 47,4 Millionen Pkw-Reifen in Deutschland aus, zieht davon zwei Prozent bzw. knapp eine Millionen Einheiten fĂŒr den Anteil des B2C-OnlinegeschĂ€ftes ab und setzt dieses Ergebnis in Bezug zu einer angenommenen durchschnittlichen Ăffnungszeit im Reifenhandel von 156.000 Minuten (240 Werktage, an denen von 8 bis 18 Uhr geöffnet ist, zuzĂŒglich 50 Samstage, wo die Betriebe von 8 bis 12 Uhr fĂŒr ihre Kunden da sind), so ergeben sich daraus ĂŒberschlagsmĂ€Ăig rund 150 ReifensĂ€tze alle zwei Minuten.
Aber laut Christian Koeper ist die Kritik an den ReifenaktivitĂ€ten rund um den eBay-Motors-Marktplatz ohnehin âdeutlich zurĂŒckgegangenâ, wie er im GesprĂ€ch mit der NEUE REIFENZEITUNG durchblicken lieĂ. âIm GroĂen und Ganzen beobachten wir in diesem Zusammenhang eine dreigeteilte Reaktion. Die junge Generation hat damit ĂŒberhaupt kein Problem. Dann gibt es eine Fraktion, welche die Sache abwartend beobachtet, und auĂerdem noch diejenigen, die dieses GeschĂ€ftsmodell rundheraus ablehnenâ, so Koeper, der den deutschen Markt gewissermaĂen in einer Vorreiterrolle sieht. Hier wurde beispielsweise zuerst ein Reifenportal installiert, wĂ€hrend inzwischen unter der Internetadresse http://reifen.ebay.at auch in unserem Nachbarland Ăsterreich ein entsprechendes Angebot am Start ist. Damit will man auch den Auto- und Motorradfahrern der Alpenrepublik Zugriff auf zahlreiche Reifen-, Komplettrad- und Felgenangebote sowie Zubehör wie beispielsweise Felgenschlösser, Radkappen, Schneeketten etc. bieten. AuĂerdem ist auch ein Montagedienstsuchservice in die Site integriert.
Der elektronische Marktplatz bietet aber nicht nur den Kauf von Produkten, sondern seit etwa Mitte 2006 auch Autoservicedienstleistungen angefangen bei der Achsvermessung ĂŒber den Bremsenservice bis hin zur Inspektion. Unter http://autoservice.ebay.de können Autofahrer anhand ihrer Postleitzahl die entsprechenden Service- und Reparaturangebote von Fachbetrieben in ihrer Umgebung auswĂ€hlen. Die Fahrzeugservices werden auf dem Portal meist zu Festpreisen per Sofortkauf angeboten. Die Kaufabwicklung ist dabei ĂŒber zu erwerbende Servicegutscheine realisiert, die dann vor Ort bei der anbietenden Werkstatt eingelöst werden. âWir kommen mit dem Portal den WĂŒnschen der Autofahrer nach, die ĂŒber eBay nicht nur Teile und Zubehör erwerben möchten, sondern bei Servicedienstleistungen auf die professionelle Hilfe eines Fachmanns setzenâ, so Dr. Stefan Friemel von eBay Motors, wobei man durch eine spezielle Auswahl gewĂ€hrleiste, dass nur gewerbliche Anbieter innerhalb der Suche angezeigt werden. Mit dabei sind unter anderem bereits Mercedes-Benz oder ATU, aber auch Vergölst.
Webreifenshops bei eBay …
Die zum Continental-Konzern gehörende Reifenhandels-/Autoservicekette plant eigenen Angaben zufolge ihr Onlineangebot weiter ausbauen. Daher können seit kurzem beispielsweise Reifen mit Dienstleistungen beim Kauf ĂŒber den eBay-Internetshop des Unternehmens (http://stores.ebay.de/Vergolst-Reifen-und-Autoservice) ohne Anzahlung finanziert werden. Der effektive Jahreszins betrĂ€gt demnach 9,9 Prozent bei einem Mindestbestellwert von 150 Euro. Je nach Bestellwert sollen die Laufzeiten â sechs bis 60 Monate â sowie die Ratenhöhe bei dem in Kooperation mit der Citibank angebotenen Finanzierungsmodell frei gewĂ€hlt werden können.
Zur Reifenmesse 2006 zeigten auch die Goodyear Dunlop Handelssysteme (GDHS) PrĂ€senz ĂŒber diese Plattform. Die ist ĂŒber http://stores.ebay.de/reifen-fix zwar immer noch erreichbar, nur ist die Zahl der darĂŒber feilgebotenen Produkte mit gerade einmal ganzen vier verschiedenen Sommerreifenmodellen Stand Mitte Dezember 2006 doch sehr sehr ĂŒbersichtlich. Erheblich umfangreicher zeigte sich demgegenĂŒber zur gleichen Zeit das Angebot ĂŒber den eigenen Endverbraucherwebshop www.reifen-fix.de, der jĂŒngst einen Relaunch erfahren hat. Mit einem âklarem, attraktiven Layoutâ will man eine bessere BenutzerfĂŒhrung der Nutzer erreichen und den Bestellvorgang weiter vereinfachen. Auch technisch hat sich laut GDHS einiges getan: StĂŒndlich gleiche der Server die prĂ€sentierten Angebote mit den verfĂŒgbaren BestĂ€nden ab, heiĂt es. âBei Reifen-fix legen wir besonders groĂen Wert auf ein tiefes Sortiment und ein bestandsgerechtes Angebot, sodass unsere Kunden immer die GewĂ€hr haben, pĂŒnktlich und auf Wunsch beliefert zu werdenâ, sagt Carsten Pick, Manager E-Commerce bei der GDHS.
âZudem können Endverbraucher ihre Wunschprodukte nicht nur nach Hause liefern lassen, sondern auch zu einem GDHS-Partner in ihrer unmittelbaren NĂ€he. Auf diese Weise profitieren auch unsere Partner von Neukunden und sind in der Lage, ihren Umsatz weiter zu steigernâ, betont er die Funktion des Shops als KundenzufĂŒhrungsinstrument fĂŒr den Handel. Dieser Aspekt bleibt auch vonseiten anderer Onlineanbieter meist nicht unerwĂ€hnt â egal ob bei ihren eigenen Shops oder den bei groĂen Marktspielern wie etwa beispielsweise Delticom/Reifendirekt oder reifen.com meist parallel betriebenen PrĂ€senzen auf der eBay-Plattform. Trotzdem zeigt sich â in mehr oder weniger starker AusprĂ€gung â bei allen Shops das gleiche PhĂ€nomen wie bei Reifen-fix von GDHS: Das Produktangebot im eigenen Webshop ist ĂŒberall umfangreicher als im entsprechenden Shop des eBay-Marktplatzes. LĂ€sst dies unter UmstĂ€nden auf eine Abkehr von dem eBay-Engagement schlieĂen?
Das sieht Koeper nicht so, sondern eher das Gegenteil sei der Fall. âDer Angebotsumfang eines eBay-Shops ist definitiv kein Kriterium fĂŒr geschĂ€ftlichen Erfolg. Wichtig ist, das Angebot attraktiv zu gestalten und zu wissen, was Kunden nachfragen. Wir verzeichnen einen weiter wachsenden Zuspruch an professionellen VerkĂ€ufernâ, sagt er. AuĂerdem gehorche der eBay-Handel anderen Gesetzten als der stationĂ€re Handel oder der Betrieb eines Onlineshops auĂerhalb dieses Markplatzes. âAnbieter wie reifen.com oder delti.com haben den Schwung des ReifengeschĂ€ftes sowie dessen erhebliche Potenziale im ganzen Jahr genutzt. Beide Anbieter gehörten zu den erfolgreichsten eBay-VerkĂ€ufern des vergangenen Jahres. Beide Unternehmen verfolgen eine sehr konsequente eBay-Strategie â Fokus auf margenstarke Angebote sowie âSchnelldreherâ mit guter VerfĂŒgbarkeit. Die absolute GröĂe des Angebots (Breite und Tiefe) ist dabei nur eine nebengeordnete Determinante fĂŒr den Erfolgâ, erklĂ€rt der Senior Manager Fahrzeugteile & Zubehör bei eBay auf konkrete Nachfrage der NEUE REIFENZEITUNG.
Aber auch Vollsortimenter kĂ€men bei eBay Motors zum Erfolg â so ist seinen Worten zufolge der âd7-reifenshopâ mit mehr als 18.000 verschiedenen Reifen unterschiedlicher GröĂen und Marken der angebotsstĂ€rkste VerkĂ€ufer der Plattform. Die Erfolgsgeschichten vieler VerkĂ€ufer hĂ€tten auch die GDHS motiviert, am Reifenhandel bei eBay teilzunehmen. âIn einem recht wettbewerbsintensiven Umfeld konnte sich die GDHS unter anderem den Status eines eBay-PowerSellers erarbeiten und hat in einigen Monaten beachtliche UmsĂ€tze bei eBay Motors erzielen könnenâ, weiĂ Koeper zu berichten, bestĂ€tigt allerdings gleichzeitig, dass im BoomgeschĂ€ft zur Wintersaison 2006/2007 der Onlinehandel auf eBay zugunsten des bei der GDHS gleichzeitig bestehenden Offlinehandels âetwas zurĂŒckstehenâ musste. âDies liegt weniger daran, dass der eBay-Handel nicht funktioniert, als vielmehr daran, dass man sich dem zu erwartenden Nachfragedruck auf den eBay-Seiten organisatorisch noch nicht stellen wollte. Die dafĂŒr notwendigen Prozesse und KapazitĂ€ten werden sicherlich in 2007 verfĂŒgbar seinâ, ist sich Koeper sicher.
SchlieĂlich erwartet man bei eBay fĂŒr 2007 im Bereich Reifen und RĂ€der ebenfalls âsehr positive Impulseâ und eine âweitere AnnĂ€herung des etablierten Reifenhandels sowie der Industrieâ an die elektronische Handelsplattform. âDie Kosten sowohl fĂŒr Vertrieb als auch besonders fĂŒr Marketing sind im Vergleich zu anderen KanĂ€len minimal. Die Branche ist gerade dabei, die Möglichkeiten zu entdeckenâ, so Koeper im GesprĂ€ch mit dieser Fachzeitschrift, wobei er sich ĂŒber die Entwicklung des Handels mit Reifen, Felgen und KomplettrĂ€dern wĂ€hrend des Jahres 2006 bei eBay Motors sehr erfreut zeigt. Dieses Segment habe sich einmal mehr als tragende SĂ€ule der Fahrzeugteilekategorie der eBay-Plattform erwiesen. âBesonders das vierte Quartal hat dem GeschĂ€ft noch einmal einen zusĂ€tzlichen Impuls verliehen â auch bei eBay Motors hat die Ănderung der StraĂenverkehrsordnung zu sehr positiven Effekten gefĂŒhrt. So konnten wir im Bereich Reifen im November eine ĂŒber 50-prozentige Steigerung des Handelsvolumens gegenĂŒber dem Vorjahr verzeichnen. In diesem Zeitraum wurden jede Minute vier ReifensĂ€tze verkauft. Selbst zwei Wochen vor Weihnachten, zu einem Zeitpunkt, wo fĂŒr die stationĂ€ren GeschĂ€fte der Handel mit Winterreifen meistens abgeschlossen ist, finden sich bei eBay Motors noch mehr als 45.000 Reifen- und mehr als 25.000 Komplettradangebote â die ĂŒberwiegende Mehrheit davon wird durch professionelle HĂ€ndler angebotenâ, berichtet Koeper.
… und auch anderswo
Offensichtlich inspiriert von der âeBay-Erfolgsstoryâ im ReifengeschĂ€ft versuchen natĂŒrlich auch andere Plattformbetreiber, mit einem analogen Konzept Markterfolge zu erzielen. So sollen zum Beispiel auf dem Onlinemarktplatz namens Amprice schon 20.000 Reifen gelistet sein, wobei hinter allen Angeboten mit einem Onlineableger des Unternehmens Reifenmarkt aus Herbolzheim (Freiburg im Breisgau) derzeit nur ein einziger Lieferant steht. Unter dem Mitgliedsnamen âOnlinereifenmarktâ ist dieser von Sven Kovacs geleitete Reifenhandel ĂŒbrigens auch bei eBay aktiv. Wie bei dieser Plattform sind unter www.amprice.de ĂŒbrigens ebenfalls nicht nur Reifen oder allgemein Fahrzeugzubehör wie Tuningteile, Schneeketten etc. zu finden, sondern nahezu alle Dinge des tĂ€glichen Gebrauchs. Dabei â so das im niedersĂ€chsischen Wedemark beheimatete Betreiberunternehmen â verzeichne der Onlinemarktplatz ein starkes Wachstum: Von 48.000 Artikeln im Juli 2006 habe die Angebotszahl bis Mitte Oktober 2006 auf immerhin 290.000 zugelegt. âWir stellen fest, dass unsere Mitglieder bei uns genau das finden, was sie bei anderen MarktplĂ€tzen immer vermisst haben: persönliche Betreuung und die Möglichkeit, beim Aufbau eines neuen Marktplatzes im Internet mithelfen zu könnenâ, erklĂ€rt Markus Burgdorf, Amprice-GeschĂ€ftsfĂŒhrer und ehemaliger Mitarbeiter im Continental-Konzern, diesen Zuwachs.
Die Liste der potenziellen Wettbewerber im OnlinereifengeschĂ€ft mit dem Endverbraucher, die sich wie die weitgehend etablierten Marktspieler Ă la Reifendirekt, reifen.com oder auch eBay ein zunehmend gröĂeres StĂŒck vom âKuchen ReifenersatzgeschĂ€ftâ abschneiden wollen, dĂŒrfte angesichts der Wachstumsprognosen im Onlinehandel eher noch lĂ€nger werden. Als jĂŒngstes Beispiel dafĂŒr kann die zum 10. Oktober 2006 erfolgte Ăbernahme der B2C-Plattform www.reifenboerse24.de durch die Tyre24 GmbH (Kaiserslautern) gesehen werden. Dies â so das Unternehmen â sei ein wesentlicher Schritt, um die mit der B2B-Reifenhandelsplattform www.tyre24.de gewonnenen Kenntnisse auf den Bereich des B2C-GeschĂ€fts auszudehnen. âKlargestellt sei jedoch, dass Tyre24 keine Reifen an den Verbraucher verkaufen wird. Und auch die angeschlossenen GroĂhĂ€ndler bleiben ihrem KerngeschĂ€ft â dem B2B â treuâ, heiĂt es vonseiten der Kaiserslauterer.
Demnach wurde die WebprĂ€senz www.reifenboerse24.de bereits geschlossen, um eigene Techniken sowie den vorhandenen Artikelstamm einzusetzen. Nun soll sich die Plattform unter der Bezeichnung âReifenmaschineâ (erreichbar unter www.reifenmaschine.de) einen Namen machen. âDie âReifenmaschineâ wird einiges im Reifenmarkt verĂ€ndernâ, ist Tyre24-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Michael Saitow ĂŒberzeugt, wobei noch einmal explizit betont wird, dass sich hinter der Endverbraucherplattform nicht Tyre24 als ReifenfachhĂ€ndler verbirgt, sondern eben alle Kunden des Unternehmens. Und fĂŒr die soll die Registrierung fĂŒr die neue âReifenmaschineâ völlig kostenfrei sein. Durch das flĂ€chendeckende HĂ€ndlernetz von Tyre24 sei es damit nun fast lĂŒckenlos möglich, Endverbrauchern des gesamten Bundesgebietes einen Partner in ihrer NĂ€he zu nennen.
Was bringtâs?
Verbraucher können demnach im virtuellen âLagerâ von Tyre24 alle BestĂ€nde, Preise, Testberichte und Produktinformationen einsehen und anschlieĂend ĂŒber eine Postleitzahlensuche den nĂ€chstmöglichen HĂ€ndler ausfindig machen. Danach kann der potenzielle ReifenkĂ€ufer seine Kontaktdaten, die gewĂŒnschte Bestellmenge, einen etwaigen Montagewunsch bzw. eine Terminanfrage mittels Onlineformular an den jeweiligen Handelsbetrieb absenden. Alle angezeigten Preise richten sich dabei nach der Endverbraucherkalkulation, die jeder HĂ€ndler in seinen Stammdaten auf www.tyre24.de hinterlegen kann â entweder in Form eines prozentualen oder eines absoluten (Euro-Betrag) Preisaufschlages. Die Mehrwertsteuerkalkulation ĂŒbernimmt die Plattform selbststĂ€ndig, wĂ€hrend darĂŒber hinaus gesondert noch Dienstleistungs- und Alumontagepreise vorgegeben werden können. âDurch die Terminanfrage kann der HĂ€ndler bestimmen, wann er dem Endverbraucher die Reifen verkauft. Hierbei kann er zum Beispiel Lieferzeiten fĂŒr Reifen, die er nicht am Lager hat, berĂŒcksichtigen. Die Zahlung erfolgt direkt vor Ort beim ReifenhĂ€ndlerâ, erklĂ€rt die Tyre24 GmbH die weitere Abwicklung eines Reifenkaufes ĂŒber die neue âReifenmaschineâ-Plattform.
Das verstĂ€rkte Engagement der verschiedenen Anbieter in dem Bereich ist ein weiteres Indiz dafĂŒr, dass die Bedeutung des Onlinereifenhandels als Vertriebskanal weiter zunehmen wird â ob es dem herkömmlichen Handel gefĂ€llt oder nicht. Insofern muss sich der Handel wohl oder ĂŒbel auf diese Situation einstellen, auch wenn der virtuelle sicherlich niemals dem realen Reifenhandel den Rang wird ablaufen können. âDie Welt des Handels besteht nicht mehr aus getrennten Vertriebswegen. Heute gilt es, alle Vertriebsarten zu vernetzen und optimal aufeinander abzustimmenâ, schreibt Dr. Thomas Middelhoff, Vorsitzender des Vorstands der Karstadt-Quelle AG, in seinem Geleitwort zu einer Studie ĂŒber die Wechselwirkungen im Multi-Channel-Vertrieb des E-Commerce-Center (ECC) Handel am Institut fĂŒr Handelsforschung der UniversitĂ€t Köln. Bei dieser Untersuchung wurde ĂŒbrigens herausgefunden, dass bei ĂŒber 20 Prozent der KĂ€ufe im stationĂ€ren Handel von Personen, die das Internet nutzen, vorab Informationen in Onlineshops eingeholt werden.
Bei knapp zehn Prozent der KĂ€ufe werde kaufvorbereitend sogar der Onlineshop des Anbieters aufgesucht, bei dem letztlich in der stationĂ€ren Filiale gekauft wird, heiĂt es weiter in der Studie. Und bei ĂŒber fĂŒnf Prozent der KĂ€ufe liefere der Besuch im Onlineshop den tatsĂ€chlichen Impuls, diesen Anbieter im stationĂ€ren Handel aufzusuchen. Zwar geht es bei der Studie nicht um das Thema Reifen im Besonderen, doch gewisse Tendenzen, was die Akzeptanz und damit den Einsatz des Internet im Zusammenhang mit dem Kaufverhalten angeht, lassen sich sicherlich auch auf das GeschĂ€ft mit den schwarzen runden Gummis ĂŒbertragen. Denn nicht umsonst stöhnt so mancher ReifenhĂ€ndler ĂŒber die zunehmende Transparenz, die das Datennetz vor allem in Sachen Preise schafft. Wer kennt nicht den Kunden, der im Laden steht und sagt er hĂ€tte dieses oder jenes Reifenmodell im Internet (frĂŒher war es ânurâ der Wettbewerber ein paar StraĂen weiter) viel billiger gesehen.
Fazit
Um dem sich daraus erwachsenden Preisdruck entgegenzuwirken, bleibt nur, dem Verbraucher beim Kauf im stationĂ€ren Handel einen Mehrwert etwa in Form einer fundierten Beratung und eines umfassenden Service zu bieten. Dieser Aspekt spielt im B2B-GeschĂ€ft eine nicht ganz so dominante Rolle, schlieĂlich sind hier die Profis unter sich, die wissen worum es geht. Insofern können die im Oktober 2006 vorgestellten Ergebnisse einer Umfrage des ECC Handel unter dem Titel âInternet und Handel 2006â nicht wirklich verwundern. Demzufolge setzte bereits 2005 beinahe jedes vierte befragte Unternehmen der GroĂhandelsbranche Waren ĂŒber das Internet ab und fast die HĂ€lfte der GroĂhĂ€ndler erwirtschaftete ĂŒber fĂŒnf Prozent ihres B2B-Umsatzes online. Im Verlauf des GeschĂ€ftsjahres 2006 soll der Anteil dieser GroĂhandelsunternehmen sogar noch weiter auf einen Wert von knapp zwei Drittel angestiegen sein.
NatĂŒrlich ging es bei dieser Befragung wieder nicht vorrangig um das Produkt Reifen, aber in unserer Branche muss man die GroĂhandelsunternehmen, die ihre Pneus den Partnern aufseiten des Einzelhandels nicht per Onlinebestellshop zugĂ€nglich machen, gleichfalls schon mit viel MĂŒhe suchen. Insofern scheint auch im ReifengeschĂ€ft der B2B-Kanal das B2C-Handel bei weitem zu ĂŒberflĂŒgeln. Nichtsdestotrotz scheinen in beiden Bereichen â wie vom Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien fĂŒr den Onlinehandel allgemein prognostiziert â im InternetgeschĂ€ft mit Reifen ebenso noch Wachstumsraten realisierbar. Ob es bis 2010 letzten Endes tatsĂ€chlich fĂŒr einen zweistelligen Marktanteil des B2C-OnlinegeschĂ€ftes reichen wird, wissen wir spĂ€testens in ziemlich genau drei Jahren. Und im schnelllebigen IT-Gewerbe sind solche Zeitspannen eine halbe Ewigkeit

Schreiben Sie einen Kommentar
ï»żAn Diskussionen teilnehmenï»żHinterlassen Sie uns einen Kommentar!