Die größten Reifengroßhändler Deutschlands 2019 – Neues NRZ-Ranking

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Auch nach den Zahlen für 2019 ist und bleibt Reifen Göggel größter Reifengroßhändler Deutschlands. Das Unternehmen aus dem schwäbischen Gammertigen hatte bereits mit den Zahlen für 2017 das entsprechende NRZ-Ranking klar dominiert. Großen Einfluss auf die Platzierungen im aktuellen NRZ-Ranking „Die größten Reifengroßhändler Deutschlands“ hatte dabei offenbar der Fintyre-Effekt. Nach der Insolvenz der hiesigen Fintyre Group Anfang 2020 waren die Reifengroßhändler Reifen Krieg, Tyre1 (Reiff-Gruppe) und RS Exclusiv allesamt aus dem Geschäft ausgeschieden. Die drei Unternehmen standen 2017 alle in den Top-10 der größten Reifengroßhändler Deutschlands und hatten auf sich ein Umsatzvolumen von 580 Millionen Euro vereint. Natürlich lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, welcher Reifengroßhändler wie von der sich 2019 anbahnenden Fintyre-Insolvenz in Deutschland profitieren konnte, und schon gar nicht, inwiefern etwa Umsätze ins Ausland abgewandert waren, etwa an die 1,3 Milliarden Euro ‚schwere‘ Global Automotive Investment Holding aus den Niederlanden mit den Branchengrößen Inter-Sprint und Van den Ban. Doch lassen sich Umsatzsprünge von 50 bis 60 Millionen Euro innerhalb von zwei Jahren, wie dies etwa Reifen Göggel und Interpneu verzeichnen konnten, kaum anders erklären als durch massive Kundenwanderungen, ohne natürlich die Leistungsfähigkeit beider Unternehmen kleinreden zu wollen.

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Auch bei Gundlach steht der Geschäftsbereich Distribution umsatzseitig scheinbar deutlich besser da als noch vor einem bzw. zwei Jahren. Da der Westerwälder Großhändler sich aber als Gundlach Automotive Corporation (GAC) eine neue Konzernstruktur gegeben hat, hat sich auch der Zuschnitt der Geschäftsbereiche verändert. Dennoch, stellt man die bisherigen Tätigkeitsbereiche Großhandel und Verbundene Unternehmen dem neuen Geschäftsbereich Distribution gegenüber, ergibt sich auch hier ein Umsatzwachstum in Höhe von ebenfalls rund 40 Millionen Euro zwischen 2017 und 2019. Darüber hinaus ist zu erwähnen, dass auch Reifen Müller aus Hammelburg in dieser Zeit um 25 Millionen Euro Jahresumsatz gewachsen ist.

Inwieweit bei den Umsätzen der größten Reifengroßhändler Deutschlands aber ein Fintyre-Effekt maßgeblich für das Wachstum war, lässt sich erst nach Vorlage der Zahlen für 2020 valide bewerten, hatte die deutsche Fintyre Group und die zu ihr gehörenden 16 Gesellschaften doch 2019 zumindest noch ein volles Geschäftsjahr abgeschlossen, auch wenn dafür keine Veröffentlichungen im Bundesanzeiger vorliegen.

Interessant zu sehen: Während die großen Reifengroßhändler aus den Top-10 scheinbar große Umsatzsprünge vollziehen konnten, seitdem wir 2017 zuletzt (und außerdem auch erstmals) unser NRZ-Ranking „Die größten Reifengroßhändler Deutschlands“ veröffentlicht haben, scheinen die Großhändler in der Ebene darunter im selben Zeitraum kaum gewachsen zu sein, jedenfalls soweit man das beurteilen kann. Denn, für 17 deutsche Reifengroßhändler, die wir in unserem aktuellen Ranking aufführen, liegen keine Umsatzkennzahlen vor. Stattdessen – und danach orientiert sich dann auch deren Einstufung im Ranking – liegt lediglich das Rohergebnis als Kennzahl vor, also die Umsatzerlöse inklusive Bestandsveränderungen abzüglich Materialaufwand. Dies entspricht den Erleichterungen, die das Handelsgesetzbuch kleinen und mittelgroßen Kapitalgesellschaften in ihren Offenlegungspflichten einräumt.

Die Großhändler aber, deren Umsatzkennzahlen bekannt sind und die an dieser Stelle nicht bereits erwähnt wurden, scheinen zwischen 2017 und 2019 umsatzseitig vorwiegend auf der Stelle getreten zu haben, ohne voranzukommen, so etwa Gewe Reifengroßhandel, Reifen Specht (gibt den Geschäftsbetrieb Ende August auf) oder Gamma. Die Michelin-Tochter Ihle Tires hat im Jahr nach der Übernahme von und Fusion mit Meyer Lissendorf 2017 sogar über 30 Millionen Euro und damit 20 Prozent ihres Umsatzes eingebüßt. arno.borchers@reifenpresse.de

 

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