AGR gibt Tipps für den rückenschonenden Räderwechsel

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Die Aktion Gesunder Rücken e.V. (AGR) widmet sich eigenen Worten zufolge seit 25 Jahren der Prävention und Therapie der „Volkskrankheit Rückenschmerzen“. Vor diesem Hintergrund gibt man Endverbrauchern genauso wie professionellen Monteuren Tipps an die Hand, wie sich der Räderwechsel etwa zur jetzt anstehenden Umrüstsaison möglichst rückenschonend bewerkstelligen lässt.

So wird denjenigen Autofahrern, die den Wechsel im Do-it-yourself-Verfahren erledigen, beispielsweise zum Einsatz eines elektrisch betriebenen Wagenhebers geraten, damit „das mühsame Kurbeln in gebückter Körperhaltung entfällt und das Risiko für Rückenbeschwerden sinkt“. Um ständiges Bücken zu vermeiden, wird unter anderem zudem empfohlen, die Arbeit kniend zu verrichten, dabei jedoch am besten Knieschoner oder zumindest ein Kissen oder eine Decke als Unterlage zu verwenden zwecks Vermeidung einer zu starken Belastung der Gelenke. „Achten Sie nach dem Verschrauben der Radmuttern beim Aufstehen außerdem darauf, sich langsam und mit geradem Rücken aus der Kraft der Beine wieder aufzurichten“, heißt es außerdem.

Radwechselprofis in Werkstätten werden unter anderem Druckluftschlagschrauber ans Herz gelegt, die von Haus aus unter ergonomischen Gesichtspunkten konzipiert worden sind. Denn sie könnten die Arbeitsbedingungen entscheidend verbessern. „Diese sind zum einen speziell auf ihre Aufgabe zugeschnitten und entwickelt und zum anderen schonend für den Rücken, die Knochen und die Gelenke. Wer schon einmal mit einem herkömmlichen Schlagschrauber gearbeitet hat, konnte sicherlich feststellen, dass er sehr schwer ist und einige von ihnen auch nicht besonders gut in der Hand liegen“, argumentiert die AGR. Zudem berge das eine oder andere Gerät ein als entscheidend bezeichnetes Problem: die sogenannten Hand-Arm-Vibrationen, die sich auf den ganzen Körper übertragen und verschiedene gesundheitliche Folgen mit sich bringen könnten. Mehrere wissenschaftliche Untersuchungen im Bereich Arbeitsschutz hätten gezeigt, dass diese Vibrationen unter anderem feinmotorische Beeinträchtigungen, Verspannungen im Nacken-, Schulter-, und Armbereich oder sogar einen Bandscheibenvorfall hervorrufen können, heißt es.

Geraten wird insofern zu Druckluftschlagschraubern, bei deren Entwicklung die Gesundheit des damit arbeitenden Mechatronikers berücksichtigt wurde. „Mit unter 1.200 Gramm gibt es bereits sehr leichte Schlagschrauber, die trotz ihres geringen Gewichts mit einer guten Kraftübertragung glänzen. Sie müssen zudem ein leichtes Handling bieten, und auch ergonomisches Design sollte selbstverständlich sein. Ein rutschfester Griff unterstützt das Arbeiten mit einer Hand sowohl für Links- als auch für Rechtshänder. Für eine optimale Kraftübertragung sorgen Antrieb, Betriebsdruck und eine nicht zu geringe Leerlaufdrehzahl. Das schont die arbeitende Muskulatur und beugt Verspannungen vor“, so die AGR. Die verweist in diesem Zusammenhang zudem noch auf das Thema Lärm. Sogenannte Geräuschreduzierschläuche können demnach den Betriebslärm um bis zu 40 Prozent reduzieren und so ebenfalls die Gesundheit der (anderen) Mitarbeiter schützen.

Und um ein ständiges Bücken und Heben zu umgehen, könne zudem eine Säulenhebevorrichtung für die Reifen eine sinnvolle Investition für Werkstätten sein, die Reifenservice anbieten. „Dabei handelt es sich um einen Radmontagelift, durch den die Reifen elektromechanisch angehoben oder heruntergelassen werden können. So wird der Rücken beim täglichen Reifenwechsel entlastet“, sagt die AGR. Zugleich hat sie aber auch Tipps für Werkstattmitarbeiter in petto, deren Betrieb damit nicht ausgestattet ist. „Begeben Sie sich vor dem Reifenstapel in einen breitbeinigen Stand und gehen Sie in die Hocke. Der Rücken sollte möglichst gerade sein. Umgreifen Sie den Reifen mit beiden Händen, ziehen Sie das Gewicht nah an den Oberkörper und drücken Sie sich nach oben. Die Kraft muss aus der Beinmuskulatur kommen. Auf diese Weise wird der Druck auf die Bandscheiben minimiert“, wird dem Werkstattpersonal geraten. cm

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