Größter Reifendistributeur Nordamerikas stellt Insolvenzantrag nach Chapter 11

American Tire Distributors Inc. (ATD) hat in den USA einen Insolvenzantrag nach Chapter 11 und damit Gläubigerschutz beantragt. Das Unternehmen gilt als größter Reifendistributeur Nordamerikas. Das Unternehmen mit Sitz in Huntersville (North Carolina/USA) war Medienberichten zufolge in finanzielle Schwierigkeiten geraten, nachdem Mitte dieses Jahr zwei der größten ATD-Industriekunden – Bridgestone und Goodyear – ihr eigenes Vertriebs-Joint-Venture namens TireHub ins Leben gerufen hatten, das am 3. Juli seinen Betrieb aufnahm. Den Berichten zufolge habe American Tire Distributors durch diesen Schritt allein rund 40 Prozent seiner Umsätze eingebüßt.

US-Medien zufolge habe der ATD-CEO in einem Rundschreiben an die 5.000 Mitarbeiter zugesichert, das Geschäft liefe zunächst weiter wie bisher und Löhne und Gehälter würden auch wie bisher weitergezahlt werden. Einer Mitteilung von ATD zufolge habe das Unternehmen bereits eine Übereinkunft mit einem Großteil seiner Anteilseigner über eine Rekapitalisierung erzielen können, wodurch sich die Schuldenlast um 1,1 Milliarden US-Dollar verringern würde. Auch habe man bereits Zusagen für eine neue Finanzierung über eine Viertelmilliarde Dollar erhalten, womit der jetzt anstehende von einem Insolvenzgericht überwachte Restrukturierungsprozess finanziert werden solle. Einer Gerichtsveröffentlichung zufolge gehören Continental (123,8 Millionen Dollar), Cooper Tire & Rubber (89,1 Millionen Dollar), Michelin (59,6 Millionen Dollar) und Nexen Tire (52,8 Millionen Dollar) zu den größten Gläubigern von ATD. Die Forderungen von Goodyear und Bridgestone lägen demnach bei 16,2 bzw. 12,5 Millionen Dollar. Der ATD-Umsatz lag Bloomberg zufolge 2017 bei 5,3 Milliarden Dollar. ab

 

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