Kreative Buchführung in Essen? Bis zu 21.000 „Tire-Cologne“-Besucher angepeilt

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Dafür, dass mit Blick auf die gerade zu Ende gegangene „The Tire Cologne“ deren Besucherzahl vielfach als zu niedrig empfunden wird, liefert der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk e.V. (BRV) einen weiteren möglichen Erklärungsansatz. Denn im Zusammenhang bis der bisherigen „Reifen“ und hier vor allem der letzten Ausgabe vor zwei Jahren hat sich in den Köpfen vieler Branchenvertreter – nicht zuletzt auch bei der Redaktion der NEUE REIFENZEITUNG selbst – die Zahl von „rund 20.000“ Messebesuchern eingebrannt. Denn die wurde von der Messe Essen damals so berichtet, und es gab keinerlei Grund, diese in Zweifel zu ziehen. Bis heute.

Zumal BRV-Geschäftsführer Hans-Jürgen Drechsler gegenüber dieser Zeitschrift von einem „Marketinggag“ der Messeleitung an der Ruhr spricht und auf die Zahlen der in Berlin ansässigen Gesellschaft zur Freiwilligen Kontrolle von Messe- und Ausstellungszahlen (FKM) verweist. Deren zertifizierten Daten zufolge sollen nämlich eigentlich „nur“ knapp 16.200 Gäste in den Hallen der „Reifen 2016“ gewesen sein, nachdem es bei den Veranstaltungen davor demnach noch gut 19.500 (2014) bzw. über 18.300 (2012) waren. Klar, dass es dem BRV als ideellem Träger der „The Tire Cologne“ da entsprechend sauer aufstößt, wenn dann in der Öffentlichkeit teils Äpfel mit Birnen verglichen werden.

Denn ungeachtet dessen, dass auf der FKM-Website selbst zwar noch keine Zahlen zur jüngsten Messe Köln zu finden sind, so berufen sich die Veranstalter dort doch auf von den Berlinern zertifizierte Zahlen und berichten „über 16.000 Fachbesucher aus 113 Ländern“. Vor diesem Hintergrund beantwortet der BRV die von dieser Fachzeitschrift aufgeworfene Frage, ob ein solcher Wert genug sei, mit einem eindeutigen Ja. „Für 2018 ist das Ziel – Stabilisierung der Besucherzahlen – erreicht, auch wenn unsere Hoffnungen selbstverständlich etwas höher lagen. Jeder, der sich auch nur ansatzweise im Messegeschäft auskennt, weiß, dass es keine Kleinigkeit ist, eine langjährig etablierte Weltleitmesse mit neuem Konzept an einem neuen Standort zu relaunchen“, sagt Drechsler.

Entsprechend lang seien die Vorbereitungen gewesen und zeige man sich nun jedenfalls zufrieden mit dem letztendlichen Ergebnis der „Tire Cologne“ bzw. damit, dass eine so hohe Zahl an Unternehmen/Marken aus so vielen Ländern weltweit „zum Teil mit deutlich vergrößerten Standflächen als bei früheren Branchenmessen vom Start weg für das neue Konzept gewonnen werden konnten“. Dass sich die Besucherzahl in Köln mit „gut 16.000“ auf dem Niveau von 2016 stabilisiert habe, wird seinen Worten zufolge als wichtiger Meilenstein für die erste „The Tire Cologne“ in der Stadt am Rhein gewertet. Damit hat sie sich aus BRV-Sicht am Markt positioniert und werde sich jetzt Zug um Zug weiter etablieren können, heißt es.

„Auf der in 2018 geschaffenen guten Ausgangsbasis werden wir nach dem olympischen Motto ‚schneller – höher – weiter‘ natürlich zusammen mit der Koelnmesse intensiv daran arbeiten, historische Benchmarks früherer Branchenmessen zu erreichen, die – wohlgemerkt: in verschiedenen Jahren – laut offizieller Messestatistik bei knapp 9.000 inländischen und 12.000 ausländischen Besuchern lagen. Unser Masterplan sieht vor, dass wir das Ziel von insgesamt 20.000 bis 21.000 Besuchern aus dem In- und Ausland schon in zwei Stufen bis zur dritten ‚The Tire Cologne‘ 2022 erreichen“, blickt Drechsler optimistisch in die Zukunft.

Stellt sich eigentlich nur noch die Frage, warum der BRV als ideeller Träger der „Reifen“ bis einschließlich noch 2016 das offenbar recht großzügige Aufrunden der Besucherzahlen seitens der Messe Essen vor zwei Jahren bis dato unkommentiert gelassen hat. Anzunehmen wäre, dass der Branchenverband vielleicht nicht in Richtung seines langjährigen ehemaligen Partners nachtreten wollte. Zumal ja der BRV Essen den Rücken gekehrt hatte, um gemeinsam mit der Koelnmesse eine neue Veranstaltung am Rhein aufzuziehen. Daraufhin haben die Essener bekanntlich die Nähe zur Automechanika gesucht, weshalb die „Reifen“ dort nun erstmals in diesem Herbst stattfinden soll. christian.marx@reifenpresse.de

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