OTR-Reifenmarkt und die Bauma: Kaum Grund zum Jammern, aber…

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Wer auf der Bauma in München Gespräche mit den Ausstellern zum Thema Reifenmarkt führte, der erhielt oftmals klassische Sowohl-als-auch-Antworten. Gerade in den vergangenen drei Jahren ist der hiesige Markt – so belegen es die vorliegenden Daten – um mehrere Prozente gewachsen. Dies schlägt sich in der Stimmung der Aussteller positiv nieder. Gleichzeitig liegt der Markt damit aber immer noch zehn bis 20 Prozent unter dem Spitzenjahr 2011. Grund zum Jammern scheint trotzdem nicht zu bestehen. Allerdings brechen sich auch auf dem OTR-Reifenmarkt und darin auch auf dem EM-Reifenmarkt Entwicklungen Bahn, die wir bereits von anderen Märkten kennen, etwa dem Pkw- oder dem Lkw-Reifenmarkt: Es drängen zunehmend neue Anbieter mit immer breiter werdenden wettbewerbsfähigen Sortimenten in den Markt, die ein Stück vom Kuchen für sich reklamieren. Dies zeigt sich auch an den zunehmenden Importzahlen, die etwa nicht im Europool auftauchen. Durch das daraus folgende Überangebot kommen die Preise unter Druck; die drei Weltmarktführer, von denen lediglich die Nummer eins Bridgestone in München ausstellte, betrifft dies indes (noch) nur punktuell, binden sie ihre Kunden im Premiumsegment doch auch über Dienstleistungen.

Die Bauma in München findet nur alle drei Jahre statt, ist weltweit die größte Baumaschinenmesse. Auch dieses Jahr werde die über 3.400 Aussteller wohl wieder hunderttausende Besucher in die bayerische Landeshauptstadt locken (die Messe läuft noch bis einschließlich Sonntag). Hatte man 2013 bereits zur Kenntnis nehmen müssen, dass Michelin nicht mehr auf der Bauma ausstellt, so ging der Messe in diesem Jahr auch Goodyear als Aussteller verloren. Nun sind die Kosten für eine Messepräsenz, wie sie für einen der Weltmarktführer schicklich wäre, sicherlich nicht mal eben aus der Portokasse zu bezahlen; man kann hier gut und gerne 100.000 bis über 300.000 Euro rechnen, wenn man alles in die Kalkulation mit einbezieht. Während der weltgrößte Hersteller von Reifen und anderen Gummiprodukten auf der diesjährigen Bauma mit Präsenz und neuen Produkten glänzte, kann die wahrgenommene Verschiebung der Bedeutung der verschiedenen Hersteller auf dem europäischen und auf dem deutschen OTR-Reifenmarkt auch dem Bridgestone-Konzern als ‚letzter der Großen’ nicht gefallen. Im Gegenteil. Während Bridgestone auf der Bauma den Kontakt zu Endverbrauchern pflegt und sucht, zeigt der Hersteller vor allem auch eins: Er hat für sich beschlossen, dass man es sich eben nicht leisten kann, der Bauma den Rücken zu kehren. Es ist ein bekanntes Phänomen, dass zunehmender Preiswettbewerb Auswirkungen auf die Marketingbudgets und vor allem deren Verteilung hat. Da macht auch der OTR-Reifenmarkt keine Ausnahme. Aber unabhängig von den Kosten und dem personellen Aufwand – so mancher großer Reifenhersteller baut seit einigen Jahren in den entsprechenden Vertriebsabteilungen eher Personal ab als auf –, die Präsenz auf einer Weltleitmesse ist immer auch ein Signal an den Markt und an den Glauben daran. Und ein solches Signal wird von vielen Kunden wahrgenommen. ab

button_nrz-schriftzug_12px-jpg In der kommenden Mai-Ausgabe der NEUE REIFENZEITUNG können Sie mehr über den aktuellen Stand des OTR-Reifenmarktes erfahren.

 

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