Premiumbotschaft à la Michelin: Profitiefe allein ist nicht alles bei Reifen

Montag, 15. Mai 2017 | 0 Kommentare
 
Mit einem abgefahrenen Premiumreifen lassen sich Michelin-Tests zufolge zum Teil kürzere Nassbremswege erzielen als mit neuen, vollprofilierten Reifenmodellen aus dem Budgetsegment
Mit einem abgefahrenen Premiumreifen lassen sich Michelin-Tests zufolge zum Teil kürzere Nassbremswege erzielen als mit neuen, vollprofilierten Reifenmodellen aus dem Budgetsegment

Seit Ende vergangenen bzw. Anfang dieses Jahres verfolgt Michelin verstärkt seine „Long-Lasting-Performance“-Strategie. Kernbotschaft dabei ist, dass bestimmte Reifen durchaus bis zur gesetzlichen Profiltiefe eingesetzt werden können – und dabei dennoch sicherer sind als so manches Billigmodell auf dem Markt. Klar, dass Michelin zu ersterer Gattung dabei zuallererst natürlich seine eigenen Produkte zählt, aber durchaus genauso noch Reifen sowohl anderer Premiummarken als auch teilweise solche aus dem mittleren Segment. Quasi als Beweis der hinter alldem stehenden These, dass es insbesondere beim Nassgriff nicht unbedingt einzig und allein auf die Profiltiefe eines Reifens ankommt, hat der französische Reifenhersteller unlängst in sein umfangreich ausgebautes Forschungs- und Entwicklungszentrum in Ladoux bzw. auf die angrenzende Teststrecke eingeladen. Unter dem Motto „Die Wahrheit über abgefahrene Reifen“ wurden dort etwa nicht nur Untersuchungen zum Nassgriff 24 verschiedener Reifentypen aus unterschiedlichen Marktsegmenten im neuen und abgefahrenen Zustand (siehe Schaubild) präsentiert, sondern es gab zudem entsprechende Fahrdemonstrationen vor Ort. Wobei beim Thema Nassbremsen oder Seitenführung auf nasser Kreisbahn nicht einmal Michelin-Reifen mit „Billigheimern“ verglichen wurden.

 

Beim Thema Bremsen oder Seitenführung auf nasser Kreisbahn wurden nicht Michelin-Reifen mit „Billigheimern“ verglichen, sondern „getarnt“ antreten ließ man ein vom Hersteller dem mittleren Marktsegment zugerechnetes Modell gegen ein aus China stammendes

Beim Thema Bremsen oder Seitenführung auf nasser Kreisbahn wurden nicht Michelin-Reifen mit „Billigheimern“ verglichen, sondern „getarnt“ antreten ließ man ein vom Hersteller dem mittleren Marktsegment zugerechnetes Modell gegen ein aus China stammendes

Ganz bewusst hatte man einerseits für einen Reifen entschieden, den die Franzosen dem mittleren Marktsegment zurechnen, sowie andererseits einen, mit dessen Markennamen wahrscheinlich selbst die meisten Leser der NEUE REIFENZEITUNG nicht allzu viel anzufangen wissen. Zwar hatte Michelin beide Produkte selbst gar nicht beim Namen genannt und sogar mit einer weißen Abdeckung der Seitenwand „getarnt“. Doch so neugierig wie Journalisten bekanntlich nun einmal sind, waren Hankooks „Ventus Prime²“ sowie ein Reifen des wohl von dem chinesischen Hersteller Shandong Huasheng Rubber Co. Ltd. produzierten Labels Habilead als Probanden letztlich schnell identifiziert. Und in der Tat: Bei den Fahrten auf nasser Kreisbahn beispielsweise erwies sich der auf zwei Millimeter abgefahrene Koreaner dem Chinesen im Neuzustand als ebenbürtig. Dass Profiltiefe allein bei Reifen nicht alles ist, sieht Michelin unter anderem dadurch bestätigt. Insofern wünscht sich der Hersteller, dass bei künftigen Reifentests der großen Automagazine die Nässeeigenschaften der Kandidaten nach Möglichkeit im abgefahrenen Zustand ermittelt werden: Dies stelle schließlich den „Worst Case“ dar, zumal Autofahrer ohnehin nur kurze Zeit einen Neureifen an ihrem Fahrzeug hätten. christian.marx@reifenpresse.de

Hinweis: Mehr dazu bzw. zu dem Michelin-Konzept der „Long Lasting Performance“ lesen Sie in der Juni-Ausgabe der NEUE REIFENZEITUNG.

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Kategorie: Markt, Produkte

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