Seit Herbst hat Tecma schon über 250 Teilnehmer in Sachen RDKS geschult

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Im Oktober vergangenen Jahres hat die Tecma Vulkanisier-Maschinenvertriebs GmbH an ihrem Stammsitz einen Anbau in Betrieb genommen, der zwar auch einige Büroräume beherbergt, ansonsten im Wesentlichen aber nur einem Zweck dient: Der neue Gebäudeteil wird für Schulungen genutzt. Daher ist er mit dem entsprechenden Werkstattequipment etwa zum Wuchten und Montieren von Reifen/Rädern ausgerüstet. Neben Kursen zur fachgerechten (De-)Montage von UHP- und Runflat-Reifen gemäß der einschlägigen WdK-Anforderungen diesbezüglich sind seit Kurzem vor allem Weiterbildungen in Sachen von Reifendruckkontrollsystemen (RDKS) bei der Tecma sehr gefragt.

Vor dem Hintergrund der vorgeschriebenen Ausstattung nach dem 1. November 2012 neu homologierter Fahrzeuge der Klasse M1 mit solchen Systemen und der zwei Jahre später folgenden Pflicht für alle neu zugelassenen Fahrzeuge dieser Kategorie hat schließlich schon so mancher Reifenvermarkter hierzulande die Zeichen der Zeit erkannt und will sich auf das vorbereiten, was zukünftig in zunehmendem Maße zur tagtäglichen Praxis im Reifenservice werden wird. Das erklärt, warum Udo Ginsterblum, der nach zuvor langjähriger Tätigkeit für Hofmann Werksstatttechnik bzw. Snap-on seit Sommer vergangenen Jahres nunmehr als Leiter des Training Centers der Tecma GmbH sowie deren Qualitätsmanagements fungiert, von immerhin bereits über 250 Teilnehmern an den seit vergangenem Herbst von dem Unternehmen angebotenen RDKS-Schulungen berichten kann.

„Die Nachfrage nach diesen Kursen ist sehr hoch“, sagt er. Die Saisonspritzenzeiten aufgrund der dann angespannten Lage im Handel ausklammernd bietet Tecma nach seinen Worten im Schnitt zwischen zwei und vier RDKS-Schulungen pro Woche an. „Insgesamt werden es dieses Jahr unseren Planungen zufolge wohl so um die 80 bis 90 Kurse sein“, erzählt Ginsterblum im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG, die selbst Gelegenheit hatte, an der Seite einer vierköpfigen Delegation der 1a Berlin-Tyre GmbH & Co. KG und zweier Monteure der zur EFR (Einkaufsgesellschaft Freier Reifenfachhändler) zählenden Wuppertaler Willy Hagemeyer Vulkanisierwerkstatt und Reifenhandlung an einem davon teilzunehmen. Ohne Berücksichtigung von An- und Abreise muss für die Fortbildung selbst nur ein Tag eingeplant werden: Am Vormittag steht Theorie auf dem Programm, am Nachmittag dann die Praxis.

Damit dabei jeder Gelegenheit bekommt, im Umgang mit Sensoren und Prüfgeräten selbst Hand anzulegen, legt Ginsterblum bzw. Tecma Wert legt auf eher kleine Gruppen mit nach Möglichkeit maximal sechs Teilnehmern. „Die besten Erfahrungen haben wir zudem mit eher gemischten Gruppen gemacht – also solchen, in denen sowohl Monteure als auch Mitarbeiter aus dem Verkauf mit dabei sind“, sagt der Trainingsleiter. „Dann ergeben sich Fragen aus völlig unterschiedlichen Blickrichtungen, wovon die ganze Gruppe dann profitiert“, erklärt er. Das Vorwissen, mit dem Teilnehmer nach Koblenz kommen, sei jedes Mal ein anderes. Und manchmal muss Ginsterblum solchen, die von vielleicht von ihrem Chef zu der Fortbildung „verdonnert“ wurden, im Laufe der Stunden erst einmal bewusst machen, dass es bald keine Frage mehr ist, ob und was man von RDKS hält oder nicht.

Denn der Gesetzgeber hat diese Systeme nun einmal schließlich zur Pflicht gemacht, sodass man sich deshalb über kurz oder lang in der Werkstattpraxis damit wird auseinandersetzen müssen. Dabei werden es bekanntlich die sogenannten direkten Reifendruckkontrollsysteme sein, die für geänderte Arbeitsabläufe in der Werkstatt bzw. einen Opens external link in new windowerhöhten zeitlichen Aufwand rund um den Reifenservice sorgen. Insofern dürfte klar sein, dass bei den Tecma-Kursen abgesehen von einem allgemeinen Überblick über die RDKS-Thematik inklusive der gesetzlichen Regularien vor allem die sensorbasierten, direkt den Fülldruck messenden Systeme im Vordergrund stehen. Das Kennenlernen der unterschiedlicher (Erstausrüstungs-)Sensoren verschiedener Anbieter steht im Theorieteil dabei ebenso auf dem Programm wie alternative Universalsensoren für den Ersatzmarkt, entsprechende Diagnosegeräte und Spezialwerkzeuge.

Nach einer kurzen Erfolgskontrolle des theoretisch vermittelten Stoffes geht es im Anschluss in der Praxisrunde dann ebenfalls um solche Dinge wie die Identifizierung der diversen Sensoren und Wartungskits, die von allen Seiten empfohlene Eingangskontrolle – Ginsterblum verwendet in diesem Zusammenhang die Begrifflichkeit „Test before Touch“ – und Ausgangskontrolle zum Service vorgeführter Fahrzeuge, die Wartung der verschiedenen Sensortypen und deren Klonen mittels Universalsensoren etwa von Alligator (Opens external link in new window„Sens.it“) oder Schrader (Opens external link in new window„EZ-Sensor“) sowie das Anlernen der Sensoren an das Fahrzeug. Hier findet das Ganze in der Tecma-Schulungswerkstatt zum Teil sozusagen am „rollenden Objekt“ statt. Denn das Unternehmen hat eigens dafür sogar ein entsprechendes Fahrzeug angeschafft.

Den Wagen könnte man freilich auch für Vor-Ort-Trainings nutzen und tut dies gelegentlich sogar. „Aber nur in wirklichen Ausnahmefällen, allein schon weil wir hier in unserem Neubau in Koblenz über modernste Präsentationstechnik verfügen, was anderswo nicht immer vorausgesetzt werden kann“, sagt Ginsterblum. Die Nachfrage nach den entsprechenden Kursen sei jedenfalls groß, bestätigt er ein weiteres Mal und freut es sich, wie gut die Tecma-Fortbildung bzw. das neue Schulungszentrum vom Markt angenommen wird. christian.marx@reifenpresse.de


Bei Tecma werden bei den RDKS-Schulungen Gruppengrößen von nach Möglichkeit maximal sechs Teilnehmern für ideal gehalten

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