“In bester Absicht” – Pirelli bezieht Stellung zu F1-Reifen(-tests)

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In dieser Saison noch mehr als schon vergangenes Jahr sieht sich Pirelli immer wieder Kritik wegen seiner an die Formel-1-Teams gelieferten Reifen ausgesetzt. Zuletzt sorgten beispielsweise Reifentests in Anschluss an das Rennen in Barcelona (Spanien) Opens external link in new windowfür Unruhe, weil daran nur das Mercedes-Team teilnahm, das einen Lauf später in Monaco dann mit seinen Fahrern Nico Rosberg und Lewis Hamilton die Plätze eins und zwei einfahren konnte. Denn die Konkurrenz hatte sich sogleich benachteiligt gefühlt. Unter anderem zu diesem Vorwurf, aber auch in Bezug auf die von so manchem Piloten immer wieder kritisierte Haltbarkeit der Renngummis hat der italienische Reifenhersteller jetzt selbst Stellung bezogen.

„Pirelli bevorzugte bei der Entwicklung der Reifen sowie bei den 2013 durchgeführten Tests kein Team, sondern handelte wie immer transparent, professionell und in bester Absicht. Die bei den Tests genutzten Reifen waren nicht für die aktuelle Saison bestimmt. Sie gehörten zu einer Kollektion, die Pirelli mit Blick auf eine Opens external link in new windowmögliche Vertragsverlängerung entwickelt. Darüber hinaus wurde kein Test durchgeführt, um einzelne Autos zu verbessern. Das Ziel bestand allein darin, potenzielle Reifen für künftige Saisons zu prüfen“, stellt Pirelli in Sachen der Barcelona-Tests klar. Dass dabei ein Wagen Mercedes eingesetzt wurde, sei das Ergebnis der direkten Kommunikation zwischen der FIA und dem Team selbst. Man habe zu keinem Zeitpunkt ein Auto aus der aktuellen Saison angefragt: weder bei Mercedes, noch bei der FIA, noch bei einem anderen Team.

Außerdem sei allen Rennställen angeboten worden, an Tests für die Reifen der Saison 2014 teilzunehmen. „Die Tests wurden unter Einhaltung des Vertrages zwischen Pirelli und der FIA durchgeführt. Demnach hat der Reifenlieferant die Möglichkeit, für die Entwicklung von Reifen mit jedem Team bis zu 1.000 Testkilometer zu fahren. Eine Spezifizierung des eingesetzten Autos ist im Vertrag nicht geregelt. Ebenso ist nicht vorgeschrieben, dass alle Teams diesen Test gleichzeitig durchführen müssen. Vielmehr verdeutlichte Pirelli, dass es weder möglich noch sinnvoll ist, diese Art von Tests mit allen Teams gleichzeitig durchzuführen“, ist dem Statement des Reifenherstellers weiter zu entnehmen.

Seinen Worten ist es das Ziel dieser Tests, neue technische Lösungen für die Forschung und Entwicklung zu finden. Dabei würden viele unterschiedliche Reifentypen unter die Lupe genommen, die nacheinander an ein und demselben Auto montiert werden. „Demgegenüber laufen die Tests der Reifen, die in der aktuellen Saison eingesetzt werden sollen, anders ab. In diesem Fall ist es notwendig, dass alle Teams vor Ort sind“, so Pirelli weiter. Demgegenüber sei in Barcelona wie immer nur eine einzige Mischung geprüft worden, die in der laufenden Saison noch nie eingesetzt wurde und auch bei restlichen Rennen 2013 nicht genutzt werden soll. Zudem sei der Reifentest als sogenannter Blindtest durchgeführt worden: Die Teams wussten demnach nicht, welche Mischung sie fuhren und welches Ziel dieser Test hatte.

„Auch danach erhielten sie keine Informationen“, kann Pirelli keinen Vorteil erkennen, den das Mercedes-Team aus den Spanien-Tests hätte ziehen können. Zumal die Sessions zudem in keinem Zusammenhang mit sich delaminierenden Laufflächen gestanden haben sollen. Wie es weiter heißt, haben die eigenen Techniker dieses Problem ausschließlich im Labor lösen können. „Diese Delaminierung trat insgesamt nur viermal auf und wurde stets durch Trümmerteile auf der Strecke verursacht. Die Sicherheit der Fahrer war in keinem dieser Fälle beeinträchtigt. Im Gegensatz dazu besteht allerdings die Gefahr, dass das Opens external link in new windowImage von Pirelli beeinträchtigt wird“, wird begründet, warum sich das Unternehmen entschlossen hat, in die Diskussion einzugreifen.

Bekanntlich wird man den Teams für die freien Trainings am Freitag vor dem Kanada-Grand-Prix nun „Experimentalreifen“ zur Verfügung stellen. „Die Reifen, die während des freien Trainings in Montreal von den Teams getestet werden, sind von ihnen noch nie zuvor gefahren worden“, so Pirelli. Angesichts all dessen fühlt sich das Unternehmen jedenfalls in seiner Meinung bestätigt, dass Tests zur Entwicklung der Reifen unverzichtbar sind. „Diese Tests sollten angemessen und durch eindeutige Vorschriften geregelt sein, die von allen beteiligten Parteien akzeptiert werden“, meint der Hersteller. Ungeachtet all dessen signalisiert Pirelli nach wie vor die „Bereitschaft, Tests zur Entwicklung der Reifen für die Saison 2014 zu organisieren und mit allen Teams der Meisterschaft durchzuführen“. In anderen Worten: Trotz aller Kritik und immer wieder kursierender Gerüchte um Opens external link in new windowmögliche Ersatzlieferanten für die Serie will Pirelli offenbar auch weiterhin der Formel 1 die Treue als Reifenausrüster halten. cm

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