VRÖ-Awards und Österreichischer Reifentag

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Anlässlich der diesjährigen „AutoZum“ in Salzburg fand Anfang Januar auch die 29. Generalversammlung des Verbandes der Reifenspezialisten Österreichs (VRÖ) statt. Zentrale Tagesordnungspunkt war wieder die Vergabe der VRÖ-Awards an die „fachhandelsfreundlichsten Reifenhersteller“ in Österreich. Bevor der Verband die Awards vergeben konnte, sprach VRÖ-Obmann James Tennant den anwesenden Vertretern der Reifenindustrie ins Gewissen. Neben dem Problemfall „Verfügbarkeit von Reifen“ bedauere man in Österreich insbesondere den „ständigen Wechsel im Management der Industrie“, was den jeweiligen Ansprechpartner für Österreich betrifft. Entscheidungen würden oftmals in einem „fernen Europabüro“ getroffen, kritisierte der später wiedergewählte VRÖ-Vorsitzende. In dieser Situation sehe der Verband reichlich „Konfliktpotenzial“ für die Zukunft, warnte Tennant weiter.

Dennoch fanden die Mitglieder vom Verband der Reifenspezialisten Österreichs auch Positives in der Zusammenarbeit mit ihren Lieferanten aus der Reifenindustrie und zeichneten einige von ihnen folglich wieder mit den alle zwei Jahre vergebenen „VRÖ-Awards“ aus. Bewertet werden unter anderem die Qualität der Produkte, die Verkaufsmannschaft und die Preispolitik wie auch die Lieferfähigkeit aller Reifendimension. In der Kategorie Pkw-Reifen konnte James Tennant Thomas Körpert von Vredestein zum Gewinn des VRÖ-Awards in Gold gratulieren. Über die Awards in Silber und Bronze freuten sich Dunlop, vertreten durch Gerhard Mandl, und Bridgestone, vertreten durch Dr. Robert Gemeiner. In der Kategorie Lkw-Reifen wiederum ging der Award in Gold an Continental; Roland Welzbacher vom deutschen Reifenhersteller durfte gleichzeitig auch die Bronzeauszeichnung für die Marke Semperit in Empfang nehmen. Silber ging an Bridgestone, das sich in den zurückliegenden zwei Jahren in Österreich folglich in beiden Kategorien als besonders fachhandelsfreundlich erwies.

Ein weiterer Zentraler Tagesordnungspunkt – neben der Bearbeitung der üblichen Verbandsregularien – war ein Vortrag zum EU-Reifenlabel. Ab November 2012 gilt in der Europäischen Union eine umfassende Pflicht zur Reifenkennzeichnung in Bezug auf Verbrauchseffizienz, Nassgriff eines Reifens sowie dessen Geräuschemissionen. Es kämen „massive Änderungen“ auf den Reifenmarkt zu und es sei wichtig, „sich jetzt mit den Auswirkungen auseinanderzusetzen, um das eigene Unternehmen auf die künftigen Anforderungen optimal vorzubereiten“, sagte Norbert Busch, Leiter Marketing und Vertrieb für das Ersatzgeschäft der Continental AG in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ein Vorteil des EU-Labels für den Reifenhandel sei eine einfache Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Produkte, wodurch die Beratung über Qualität wieder mehr in den Vordergrund gerückt werden könne, kommentiert der VRÖ-Vorstand die Aussagen des von vielen gelobten Busch-Vortrags. Das Reifenlabel bringe also nicht nur einen Zusatz an Komplexität, sondern auch an Vermarktungsargumenten für den Reifenhändler. Norbert Busch zeigte auch die jeweiligen Verantwortlichkeiten auf. Der Reifenhersteller bietet einen Aufkleber auf oder mit den Reifen an; er informiert über die Labelwerte in sämtlicher technischer Literatur und in Preislisten. Am Point of Sale wiederum müssen die Reifenvermarkter die Kriterien der Werte angeben. Diese Informationen sollten auch auf der Rechnung aufscheinen. Mit der Verabschiedung der Testmethoden seitens der EU-Kommission ist mit Ende des Jahres 2011 zu erwarten.

Im Rahmen des Reifentages beschloss die Versammlung der VRÖ-Mitglieder, künftig die Generalversammlung künftig nur noch alle zwei Jahre während der AutoZum abzuhalten. Außerdem wurde der gesamte Vorstand des Verbandes der Reifenspezialisten Österreichs einstimmig im Amt bestätigt. Dies sind: James Tennant (Obmann bzw. Vorsitzender), Klaus Kreisel (Stellvertreter), Herbert Wadel (Schriftführer) und Roland Dorfer (Kassier). arno.borchers@reifenpresse.de

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