AutoBild warnt vor Billigwinterreifen

Im Rahmen eines Vergleichstests hat sich die Zeitschrift AutoBild in ihrer Ausgabe 4/2006 der Frage angenommen, wie gut so genannte Billigreifen vom Discounter oder aus dem Internetversandhandel sind. Zum Vergleich ließen die Tester daher mit dem Maxxis „MA-W1“, Nankang „SV-1“, Nexen „Win-Guard“, Tigar „Winter A“ sowie Trayal „T-200“ fünf Winterreifenmodelle, welche die Redaktion des Blattes dieser Kategorie zuordnet, gegen den „WinterContact TS 810“ von Continental antreten. Als Testfahrzeug kam ein VW Golf V zum Einsatz. Alle Reifen wurden in der Dimension 195/65 R15 an dem Auto montiert – bis auf den T-markierten Trayal ansonsten samt und sonders mit dem Geschwindigkeitsindex H (bis 210 km/h). Als Testkriterium beschränkte man sich auf das Bremsverhalten und hier insbesondere auf die Verzögerungswerte auf nasser Fahrbahn. „Unsere Testmessungen aus 100 km/h lassen nur ein Urteil zu: Finger weg“, lautet das Fazit des Tests. Den „Billigheimern“ attestiert AutoBild durch die Bank „erschreckende Schwächen“.

Bei den Bremswegen im Trockenen und bei Temperaturen um null Grad konnten mit 44,2 bzw. 44,3 Metern demzufolge nur der Maxxis- und der Nexen-Reifen mit dem Conti-Pneu (44,2 Meter) mithalten. Mit einem Bremsweg von 49,5 Metern wurde der Nankang Letzter, dazwischen lagen die Reifenmodelle der Marken Trayal (45,5 Meter) und Tigar (45,9 Meter). Bei der Vollbremsung aus Tempo 100 auf nasser Piste und rund vier Grad Celsius Außentemperatur hätten jedoch alle Billigreifen eine „beängstigende Figur“ gemacht. Der Maxxis sei zwar nicht lebensgefährlich, aber der gemessene Bremsweg liege mit 57,9 Metern schon deutlich hinter dem Conti (52,0 Meter) zurück. Trayal (58,7 Meter), Tigar (58,9 Meter) und Nexen (60,5 Meter) brauchten den Tests zufolge noch einmal ein bis fast drei Meter mehr. Als Schlusslicht im Nassen weist der Vergleich den Nankang aus, bei dem mit gemessenen 69,8 Metern der Bremsweg fast 18 Meter länger war als bei dem Referenzreifen von Conti.

Während das Testfahrzeug mit dem Reifen des hannoverschen Herstellers bei den Nässbremstests schon stand, waren die Wettbewerber noch mit Geschwindigkeiten zwischen 31,9 km/h (Maxxis) und 50,5 km/h (Nankang) unterwegs. „Sagen wir es deutlich: Bei Billigreifen ist Geiz überhaupt nicht geil, sondern lebensgefährlich. Nicht einen einzigen Discountreifen können wir auch nur ansatzweise empfehlen. Selbst wenn Maxxis und Nexen auf trockener Straße noch gut bremsen, versagen sie bei Nässe doch kläglich. Dort zeigen auch Trayal und Tigar eklatante Schwächen. Ausdrücklich warnen müssen wir vor dem Nankang, der kriminell schlecht bremst, egal auf welchem Untergrund. Markenreifen wie der Conti können das einfach besser“, fasst AutoBild die Ergebnisse dieses Reifentests in der am 27. Januar erscheinenden Ausgabe zusammen. „Ihre Sicherheit sollte Ihnen ein paar Euro mehr wert sein“, redet Tester Henning Klipp den Verbrauchern ins Gewissen.

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