Conti kann sich alle Optionen offen halten

Nachdem die Continental AG im Rahmen ihrer Bilanzpressekonferenz wie erwartet mit Rekordergebnissen für das Jahr 2004 aufwarten konnte, blieb eine Reaktion darauf an der Börse nicht aus. Der Kurs der Aktie des Automobilzulieferers legte um gut fünf Prozent auf knapp unter 60 Euro zu. Damit zeigte der Wert die mit Abstand beste Performance aller DAX-Titel. Seit Beginn des Jahres 2004 hat sich der Conti-Kurs verdoppelt und verglichen mit dem Jahresanfang 2003 sogar in etwa vervierfacht. Verschiedene Analysten haben kurz nach Bekanntwerden der Conti-Ergebnisse die bislang vorgegebenen Kursziele nach oben geschraubt. Mit einer Börsenkapitalisierung von 6,75 Milliarden Euro hatte das Unternehmen schon Ende 2004 Rang 18 im DAX erreicht und sich in der Umsatzstatistik auf Platz 23 wiedergefunden. Inzwischen klettert der Autozubehörlieferant mit starkem Reifengeschäft und stetig wachsendem Anteil im Elektronikbereich weiter in der Hitliste und ist der aktuelle Liebling der Börsianer.

Der Continental-Konzern hat 2004 insgesamt knapp 12,6 Milliarden Euro (Vj. 11,534 Mrd.) umgesetzt, damit einen EBIT von 1096,4 Millionen Euro und einen Jahresüberschuss (Nettogewinn nach Steuern) von 673,8 Millionen Euro (855,2 Mio.) erwirtschaften können. Die Netto-Finanzschulden sanken um 473,6 Millionen auf nunmehr 695,0 Millionen Euro. Diese Ergebnisse präsentierte der Continental-Vorstand im Rahmen der Bilanzpressekonferenz gestern in Hannover.

Die Continental AG hat 2004 absolute Spitzenwerte in ihrer fast 134-jährigen Firmengeschichte erreicht. Trotz der weltweit insgesamt verhaltenen Automobil-konjunktur etablierte sich das Unternehmen mit neuen Rekorden bei Umsatz und Ergebnis weiter als einer der weltweit führenden Automobilzulieferer. „Es ist uns erneut gelungen, die Vorjahreswerte deutlich zu übertreffen. Dies ist gerade beim operativen Ergebnis umso be-merkenswerter, weil wir dies trotz der Sonderbelastung durch die Restrukturierungsmaß-nahme in Mayfield (USA) in Höhe von 104 Mio. Euro geschafft haben“, sagte der Continental-Vorstandsvorsitzende Manfred Wennemer. „Wir wollen unsere Rekordfahrt auch in diesem Jahr fortsetzen.“

Umsatz, Ergebnis, Schulden und Investitionen

Unter Berücksichtigung der Währungskurseffekte und der Konsolidierung von Continental Sime Tyre und Phoenix erhöhte sich der Konzernumsatz um 9,2 Prozent auf 12.597,4 Mio. Euro. Bereinigt um Konsolidierungskreis- und Währungskursverände-rungen erhöhte sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 8,8 Prozent. Phoenix trug ab November mit 160,2 Mio. Euro zum Konzernumsatz bei. Das operative Ergebnis (EBIT) stieg deutlich um 28,2 Prozent auf 1.096,4 Mio. Euro. Damit ergibt sich eine Umsatzrendite von 8,7 (7,4) Prozent. Ohne die Restrukturierungsbelastung durch das Werk Mayfield hätte die Ergebnisverbesserung sogar 40,4 Prozent und die Um-satzrendite 9,5 Prozent betragen. Das Konzernergebnis nach Steuern stieg um 114,6 Prozent auf 673,8 (314,0) Mio. Euro und das Ergebnis pro Aktie um 2,51 auf 4,88 Euro (2,37 Euro).

Weiter deutlich zurückgegangen sind die Netto-Finanzschulden: um 473,6 Mio. auf 695,0 Mio. Euro. „Wesentliche Effekte sind zum einen der nicht-zahlungswirksame Erlös aus der annähernd vollständigen Wandlung der im Oktober 2004 fälligen Wandelanleihe aus dem Jahr 1999 in Höhe von 263,9 Mio. Euro. Zum anderen wirken sich die übernommenen Fi-nanzschulden von Phoenix aus“, erläuterte Finanzvorstand Dr. Alan Hippe. Die effektiven Finanzschulden reduzierte das Unternehmen um 732,7 Mio. Euro. Die Gearing Ratio verringerte sich auf 24,5 (58,9) Prozent. Der Zinsaufwand reduzierte sich auf 103,0 (133,1) Mio. Die Investitionsquote betrug im letzten Geschäftsjahr 5,6 (5,4) Prozent. „Wir machen unser Unternehmen weiter fit für die Zukunft, denn wir wollen auch in diesem Jahr stark investieren“, betonte Wennemer. Die Investitionsquote soll in 2005 jenseits der 6-Prozent-Marke liegen.

Automotive Systems

Das Ergebnis der Sparte „Automotive Systems“ präsentierte erstmalig der vor rund einem halben Jahr von Volkswagen zu Continental gewechselte Dr. Karl-Thomas Neumann, der darauf hinwies, welchen guten Teamgeist er vorgefunden habe und welch gute Mannschaft da aufgestellt sei. „Automotive Systems“ steigerte in 2004 den Umsatz – bereinigt um Währungskursveränderungen – um 10,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Unter Berücksichtigung der Währungskursverän-derungen stieg der Umsatz um 8,3 Prozent auf 5.007,7 (4.625,7) Mio. Euro, erreicht wurde eine deutliche Steigerung des operativen Ergebnisses (EBIT) um 31,9 Prozent auf 487,5 (369,5) Mio. Euro und eine Umsatzrendite von 9,7 (8,0) Prozent.

In den Märkten Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien erhöhte die Division den Um-satz. „Mit Ausnahme des Geschäftsbereichs Elektroantriebe, der das Vorjahr knapp ver-fehlte, erzielten alle Bereiche Umsatzsteigerungen. Sämtliche Bereiche der Division erreich-ten einen Anstieg des Volumens“, so Neumann. 2004 setzte das Unternehmen unter anderem rund 12,3 (10,8) Mio. elektronische Bremssysteme ab, davon rund 4,3 (3,1) Mio. ESP sowie 53,0 (43,4) Mio. Raddrehzahlsensoren und 20,3 (17,2) Mio. Steuergeräte für Komfortelektronik. „Bei elektronischen Bremssystemen haben wir knapp 14 Prozent Zuwachs erzielt, bei ESP sogar fast 39 Prozent. Gleichzeitig wurden weltweit aber nur fünf Prozent mehr Autos gebaut. Dies belegt steigende Ausstattungsraten, von denen wir profitieren“, sagte Dr. Neumann. Vor allem: Selbst wenn in diesem Jahr die Fahrzeugproduktion weltweit auf dem Niveau von 2004 verharrt – und Wennemer rechnet eher in dieser Größenordnung als mit den von einigen Analysten prognostizierten Steigerungsraten – stehen die Vorzeichen gut, dass Continental zulegt, weil bei gleicher Anzahl gebauter Fahrzeuge deren Sicherheitsausstattungen vermehrt verbaut werden.

Mit innovativen Produkten wie dem „Hill Start Assist“ (verbaut auf Opel Astra), dem Abstandsregelsystem Adaptive Cruise Control (beim Cadillac STS), der aktiven Abstandsführung ACDIS (soll in 2006 in Serie gehen) und Trailer Stability Assist (Porsche Cayenne, VW Touareg und neuer Astra) hat Neumanns Sparte gleich eine ganze Reihe innovativer Produkte im Gepäck, die der „Continental-Kernkompetenz Optimierung der Sicherheit“ entsprechen und Wachstumsraten weitgehend unabhängig von Absatzzahlen an Fahrzeugen verheißen. Das wichtigste Produkt für ihn ist jedoch ESP, bei Continental seit dem letzten Jahr in der zweiten Generation: Gegenüber 2004 soll deren Absatz aufgrund der Auftragslage (DaimlerChrysler und Ford) in den USA in diesem Jahr verdoppelt und im nächsten Jahr verdreifacht werden.

Pkw-Reifen-Division

Die Pkw-Reifen-Division ist weiterhin die alles überragende Continental-Sparte trotz aller Wachstumsraten auf den anderen Gebieten und erreichte – bereinigt um Währungskursänderungen – einen Um-satzanstieg von 7,4 Prozent. Unter Berücksichtigung der Währungskursveränderungen er-höhte sich der Umsatz um 5,0 Prozent auf 4.104,2 (3.907,2) Mio. Euro. Die Division steigerte das operative Ergebnis (EBIT) – trotz der Restrukturierung (Mayfield) – um 37,6 Mio. auf 383,4 (345,8) Mio. Euro und erreichte eine Umsatzrendite von 9,3 (8,9) Prozent. Ohne Berücksichtigung der Restrukturierungsmaßnahme ergibt sich eine Steigerung um 40,9 Prozent auf 487,4 Mio. Euro sowie eine Umsatzrendite von 11,9 Prozent.

„Mit der Steigerung des Absatzes an die weltweite Automobilindustrie um zwölf Prozent erziel-ten wir 2004 einen neuen Rekord“, sagte der für die Division verantwortliche Vorstand Martien de Louw. Die Lieferungen für das europäische Ersatzgeschäft erhöhten sich um 5 Prozent. Der gestiegene Verkauf von Reifen aus dem High-Performance-Segment um 7,6 Pro-zent führte zu einer Mixverbesserung. „Den Absatz von Winterreifen konnten wir um 7,3 Pro-zent erhöhen und erreichten damit die bisher höchste Verkaufszahl von 15,7 Millionen Stück“, erklärte de Louw. Im Ersatzgeschäft der NAFTA-Region gab es einen Ab-satz-rückgang, der aber mit einer Verbesserung des Produktmixes und der Margen einher-ging. Insgesamt wurden 2004 rund 102,2 (99,8) Mio. Pkw-Reifen verkauft. De Louw wies darauf hin, dass sich in den USA das operative Geschäft verbessert hat. „Wir sind im Plan, was das Ziel Turnaround im vierten Quartal 2005 betrifft“, betonte er. Im Bereich Erstausrüstung ließ er nicht unerwähnt, dass das Unternehmen mit Honda einen neuen Kunden gewonnen habe.

Innerhalb der nächsten 24 Monate werde Continental über den Standort eines neuen Reifenwerkes in Europa entscheiden, erwähnte Wennemer und nannte auch gleich eine denkbare Kapazität: „Unsere besten Werke liegen bei 16 bis 18 Millionen Einheiten.“ Wann diese Kapazität erreicht sein wird und welcher Standort in die engere Wahl komme, ist noch nicht entschieden. Erst einmal werden die Kapazitäten in bestehenden Werken (2004 unter Vollauslastung) weiter ausgebaut bzw. hochgefahren, so in Brasilien: Aus dem Werk Camacari, dessen Bau im letzten Jahr begonnen wurde, sollen ab 2006 Pkw-Reifen für den US-Markt kommen, so de Louw, und ab 2007 Nutzfahrzeugreifen, so der für diesen Bereich verantwortliche Vorstand Dr. Hans-Joachim Nikolin.

Wennemer erinnerte auch an die lehrreichen Erfahrungen, die man in Russland und China gemacht hat. Zwar hat Continental nach den vorgelegten Zahlen in Moskau 26,9 Millionen Euro versenkt, aber dennoch die Absatzzahlen im zweistelligen Bereich erhöht: Russland wird von Conti vorerst wieder als Exportmarkt definiert, der aus Werken in West- und Osteuropa bedient wird. Auch wenig erquicklich das Ende der Verhandlungen mit Doublestar in China um die Gründung eines gemeinschaftlichen Jointventures, allerdings – so Manfred Wennemer – habe man das Ziel eines Markteintritts nicht aus den Augen verloren, man spreche mit potenziellen Partnern, schließe aber selbst eine „Greenfield-Möglichkeit“ nicht aus.

Nfz-Reifen-Division

Die Nfz-Reifen-Division steigerte ihren Umsatz – bereinigt um Konsolidierungs- und Währungskursveränderungen – um 11,0 Prozent. Unter Berücksichtigung der Währungskursver-änderungen und der Konsolidierung von Continental Sime Tyre (Malaysia) ab Oktober 2003 sowie des Verkaufs des Bereichs Landwirtschaftsreifen im Oktober 2004 stieg der Umsatz um 19,0 Prozent auf 1.500,7 (1.261,6) Mio. Euro. Die Division steigerte das operative Ergebnis (EBIT) um 21,7 Prozent auf 100,3 (82,4) Mio. Euro und damit die Umsatzrendite auf 6,7 (6,5) Prozent.

„Den Absatz von Lkw-Reifen haben wir insgesamt um 5,8 Prozent erhöht. In Europa er-reichten wir Zuwächse im Bereich Erstausrüstung von 48,0 Prozent und im Ersatzgeschäft von 2,3 Prozent“, sagte Nikolin. In Nordamerika stieg der Absatz an die Erstausrüstung um 19,7 Prozent, das Ersatzgeschäft lag – bedingt durch Kapazitätsengpässe – leicht unter dem Vorjahr. Angesichts der Preise, die für Lkw-Reifen in der Erstausrüstung gezahlt werden, wird Nikolin diesen veränderten Mix bzw. den den damit verbundenen rückläufigen Anteil am Ersatzgeschäft mit gemischten Gefühlen sehen. Bekanntlich hat Marktführer Michelin freiwillig auf Erstausrüstungsanteile im Lkw-Geschäft verzichtet, um das margenstärkere Ersatzgeschäft besser bedienen zu können.

2004 wurden von Continental jedenfalls insgesamt 6,4 (6,0) Mio. Lkw-Reifen verkauft. Eine leichte Entspannung bei der Kapazität – jedenfalls für den US-Markt – verspricht das Jointventure-Unternehmen Continental Sime Darby in Malaysia: In der Fabrik nahe Kuala Lumpur sollen in diesem Jahr bereits 100.000 Lkw-Reifen der Marke Continental gefertigt werden, die für den US-Markt bestimmt sind.

Die Bereiche Industriereifen und Off-the-Road-Reifen er-zielten Absatzsteigerungen. Gleichwohl sucht Continental für den Bereich Off-the-Road-Reifen nach wie vor einen Käufer, bestätigt Dr. Nikolin, und sei auch in Verhandlungen. Dieses Teilsegment besteht im Wesentlichen aus der US-Fabrik in Bryan, steht für weniger als hundert Millionen Euro Umsatz und gibt etwa 400 Menschen Arbeit.

ContiTech

Die Division ContiTech steigerte den Umsatz – bereinigt um Konsolidierungskreis- und Währungskursveränderungen – um 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Unter Berücksich-tigung der Währungskursveränderungen und der anteiligen Konsolidierung von Phoenix ab 1. November 2004 ergibt sich ein Anstieg um 13,9 Prozent auf 2.063,4 (1.812,2) Mio. Euro. Phoenix trug mit 160,2 Mio. Euro zum Umsatz bei, wobei darauf hinzuweisen ist, dass die operativen Aktiva von Phoenix erst in den letzten beiden Monate Monaten des Jahres 2004 in den ContiTech-Kon-zernumsatz und das -ergebnis eingerechnet werden konnten.

ContiTech verbesserte das operative Ergebnis (EBIT) um 4,4 Prozent auf 150,4 (144,0) Mio. Euro und erreichte eine Umsatzrendite von 7,3 (7,9) Pro-zent. Phoenix trug mit 5,4 Mio. Euro zum Er-gebnisanstieg bei. Alle Geschäftsbereiche konnten ihren Umsatz erhöhen, wobei die Steigerungen bei An-triebssystemen, Luftfedersystemen und Vibration Control am deutlichsten ausfielen. „Die Zusammenführung von ContiTech und Phoenix ist die neue Herausforderung dieser Divi-sion“, betonte Wennemer.

Dass sich die Akquisition von Phoenix schon jetzt auszahle, erläutert Wennemer an einem Beispiel: So liefere Phoenix Schläuche an Kunden und ContiTech die dazugehörigen Verbindungssysteme, beides lasse sich jetzt integriert und kostengünstiger abarbeiten, sagt er und erinnert damit an altbekannte Bekenntnisse zu einem „Systemgeschäft“.

Mitarbeiter

Zum Jahresende 2004 waren bei Continental 80.586 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter be-schäftigt, das sei eine „Siegermannschaft“, betonte Personalvorstand Thomas Sattelberger. Im Vergleich zum Jahresende 2003 entspricht dies einer Erhöhung um 11.757. Diese Steigerung resultiert vor allem durch die Konsolidierung von Phoenix. „Allein in unse-ren Forschungs- und Entwicklungsabteilungen haben wir Ende 2004 insgesamt 5.246 Mitar-beiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, das sind rund 700 mehr als zum Jahresende 2003. Selbst, wenn wir die in dieser Zahl enthaltenen gut 440 F&E-Beschäftigten der Phoenix her-ausrechnen, bleibt ein Zugang von mehr als 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf die-sem wichtigen Innovations- und Zukunftsfeld“, so Sattelberger. Er wies darauf hin, dass jährlich zwischen 800 und 900 Hochschulabsolventen ihre Karriere bei Continental beginnen, darunter rund zwei Drittel Ingenieure.

Auf die anhaltenden Verlagerungen ins Ausland angesprochen und gefragt, ob er denn auch Arbeitsplätze in Deutschland schaffen wolle, macht Manfred Wennemer dies von den „Rahmenbedingungen“ abhängig. Dass sich da etwas nachhaltig verändere, könne er nicht entdecken. Gleichwohl, so Sattelberger, ist Continental dabei, „den Sündenfall der Arbeitszeitverkürzung zu beheben“. An einigen deutschen Standorten sind bereits wieder 40 Stunden die Woche Regelarbeitszeit, an anderen wird daran gearbeitet. Aktuell herrscht ein Konflikt, in dem es um unbezahlte Mehrarbeit geht, zwischen Mitarbeitern und Management für das Werk Gifhorn von ContiTeves. Prinzipiell – so Wennemer – sei Continental bereit, Arbeitsplätze auch in Deutschland zu schaffen, aber so etwas werde erst nach nüchterner Analyse und bezogen auf den Einzelfall entschieden. Die Option besteht jedoch.

Dividende auf Rekordniveau

Angesichts des erreichten operativen Rekordergebnisses und des im Vergleich zum Vorjahr um 114,6 Prozent gesteigerten Jahresüberschusses in Höhe von 673,8 Mio. Euro werden Vor-stand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 12. Mai 2005 vorschlagen, eine Dividende von 0,80 (0,52) Euro je Stückaktie auszuschütten. Sie erreicht damit einen historischen Höchst-wert und entspricht im Auszahlungsvolumen 17,3 Prozent des Konzern-Jahresüberschusses.

Gefragt, was Continental mit den liquiden Mitteln vorhabe, über die man verfüge, nannte der Conti-VV drei denkbare Szenarien: Denkbar sei erstens eine Akquisition, obwohl aktuell nichts Konkretes geplant sei: Wenn der Preis stimme und das Unternehmen passe, sei man bereit. Ferner ist Continental willens, das hohe Niveau der Dividende wenigstens zu halten und den Aktionären von ihrem eingesetzten Kapital etwas zurückzugeben. Auch einen Aktienrückkauf schließt Wennemer nicht aus. Ferner weist er auf die Frage, ob nicht die Mitarbeiter auch vom Unternehmenserfolg partizipieren sollten, darauf hin, dass dies bereits seit zwei Jahren geschehe, alle Konzernmitarbeiter haben im letzten Jahr einen Bonus erhalten. Allerdings: Man wolle erst das Geld verdienen, bevor man es verteilen könne.

Einschätzungen für das Jahr 2005

„Für das Geschäftsjahr 2005 erwarten wir eine erneute Steigerung des Konzern-Umsatzes sowie auch des operativen Konzernergebnisses“, sagte Wennemer. „Einen möglichen Einfluss auf das Ergebnis durch die Preisentwicklung für Rohstoffe schät-zen wir als nicht wesentlich ein. Ein Grund für diese Einschätzung ergibt sich aus der Ent-wicklung des Wechselkurses US-Dollar/Euro. Darüber hinaus werden wir versuchen, die Rohstoffpreisentwicklung durch Preismaßnahmen bei unseren Produkten zu kompensieren.“

Jeder der vier Partner in der Kette sei zur Solidarität gezwungen: Der Zulieferer für Conti müsse ebenso seinen Beitrag leisten wie Continental selber, der Kunde Automobilhersteller, aber auch der Verbraucher. Continental erwartet in diesem Sinne für 2005 – nach den beiden Preisrunden des vergangenen Jahres – weitere Preiserhöhungen bei Reifen in der Größenordnung ein bis vier Prozent.

In der Division Automotive Systems geht der Continental-Vorstand davon aus, dass die Installationsraten von ESP, insbesondere in den USA und Japan, auch bei gleich bleibender Fahrzeugproduktion, weiterhin steigen werden. In den beiden Reifen-Divisionen waren die Fabriken 2004 voll-ständig ausgelastet, so dass man nicht allen Kundenwünschen gerecht werden konnte. Für 2005 ist ein weiterer Produktionsausbau geplant. Aufgrund der sich abzeichnenden Auf-tragsentwicklung sei auch für 2005 von einer Vollauslastung der Reifenwerke auszugehen. Nachdem der Absatz bei ContiTech 2004 bei geringer Marktentwicklung zulegte, er-wartet man für diese Division einschließlich Phoenix auch für 2005 ein weiter steigendes Ab-satzvolumen und ist optimistisch, bereits 2005 einen Teil der beabsichtigten Restrukturie-rungsmaßnahmen durchführen und die aus der Zusammenführung erwarteten Synergien realisieren zu können.

Für 2005 plant Continental konzernweit eine deutliche Erhöhung der Investitionen vor allem in neue Technologien für Sicherheits- und Komfortsysteme von Fahrzeugen und den Ausbau der Produktionsstätten in Niedriglohnländern. Bei einem positiven Free Cashflow und einer fortschreitenden Konsolidierung der Phoenix-Aktivitäten wird die Nettoverschuldung weiter sinken.

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