China-Zölle könnten Konsolidierung im Reifengroßhandel weiter vorantreiben

Die Erwartung, die EU-Zölle auf Consumer-Reifen aus China würden die Preise in Europa nach oben bringen, hat viele Reifengroßhändler im vergangenen Jahr dazu verleitet, mehr Ware einzukaufen als üblich – nun zerschlagen sich langsam die Hoffnungen, und Kosten fangen an zu drücken (Bild: NRZ/Arno Borchers)

Zölle schaffen keine Nachfrage, jedenfalls nicht beim Verbraucher. Sollen sie auch nicht. Sie sollen die Nachfrage steuern, und zwar weg von den mit Zöllen beaufschlagten Produkten. Die Europäische Union hat mit ihrer Entscheidung, Consumer-Reifenimporte aus China seit Juli mit Zöllen von bis zu 45,3 Prozent zu belegen, ebenfalls steuernd in den Reifenmarkt eingegriffen, dies allerdings auf einer anderen Ebene, als Verbraucher und der Einzelhandel dies landläufig wahrnehmen würden. Die Entscheidungsebene des Reifengroßhandels nämlich: Wann bestelle ich Ware aus China angesichts drohender Zölle? Die Antwort darauf hängt maßgeblich an den Erwartungen des Großhandels zur Bestands- und Preisentwicklung bei den von den Zöllen betroffenen Produkten. Wie sich nun im Markt zeigt, lagen die Szenarioplanungen und Risikoeinschätzungen der europäischen Grossisten nicht immer richtig, was die Konsolidierung in der Branche weiter befördern könnte, wie die NEUE REIFENZEITUNG dazu in Hintergrundgesprächen erfuhr.

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