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Runderneuerungsbranche setzt auf Effizienzsteigerungen

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Für die europäische Runderneuerungsbranche ist die Reifen-Messe in Essen seit jeher anerkannter Treffpunkt. Auch in wirtschaftlich überaus schwierigen Zeiten ist dies so. Folglich kamen auch in diesem Jahr wieder – ein allerletztes Mal – etliche Vertreter der Branche in Essen zusammen. Während viele Material- und Maschinenanbieter sowie Zubehörlieferanten das Thema Effizienzsteigerungen für die Runderneuerer in den Vordergrund ihrer Präsentationen rückten, fragten sie sich gleichzeitig, wie es in Zukunft messeseitig weitergehen soll. Auch wenn wir keine empirische Untersuchung vorgenommen haben, so scheint die Richtung immerhin klar zu sein: Die Runderneuerungsbranche bevorzugt eine solitäre Branchenmesse wie die Reifen-Messe in Essen, erwartet sie dort doch die meisten und vor allem streuverlustarme Kontakte. Im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG haben sich etliche Branchenteilnehmer folglich auch positiv zur neuen Reifenmesse „The Tire Cologne“ gezeigt, die 2018 erstmals in Köln stattfinden soll. In Essen 2016 waren die Themen indes hauptsächlich andere.

Das zentrale und alles dominierende Thema an den Ständen in Hallen 10 und 11, wo auch die RubberTech Europe untergebracht war: die Reifenimporte aus China, die den europäischen Lkw-Reifenmarkt stark unter Druck setzen. Dies macht sich gerade für Unternehmen bemerkbar, deren Wachstum stark auf Europa ausgerichtet ist. Bei Vipal Rubber etwa sieht man die zunehmenden Importe aus China als großes Problem. Der brasilianische Anbieter von Kaltlaufstreifen, Materialien für die Heißrunderneuerung sowie Reifenreparaturmaterialien ist auf seinem Heimatmarkt klarer Marktführer mit rund einem Drittel des Marktes, der auf 6,6 Millionen Kaltrunderneuerte im Jahr geschätzt wird; eine Heißrunderneuerung findet nur begrenzt statt. Folglich sehe man in Brasilien mittlerweile nur noch wenig Wachstumspotenzial. Der erste große Exportmarkt, dem sich Vipal Rubber widmete, so International Business Manager Leandro A. Rigon im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG anlässlich der Reifen-Messe: die USA. Dort werden jährlich rund 16 Millionen Runderneuerte vermarktet. Das ‚Problem’ dabei ist, dass sich die drei Konzerne Bridgestone Bandag, Michelin und Goodyear nahezu 90 Prozent des Marktes untereinander teilen. Also ist auch der US-amerikanische Reifenmarkt in seinem Wachstumspotenzial für Lieferanten wie Vipal Rubber eher begrenzt.

In Essen zeigte Vipal Rubber aus Brasilien seine ersten beiden Laufstreifen, die auch mit dem 3PSFM-Symbol zertifiziert sind, darunter der VDA4 für die Antriebsachse von Fernverkehrs-Lkws

In Essen zeigte Vipal Rubber aus Brasilien seine ersten beiden Laufstreifen, die auch mit dem 3PSFM-Symbol zertifiziert sind, darunter der VDA4 für die Antriebsachse von Fernverkehrs-Lkws

Also nimmt der europäische Markt eine besondere Rolle für das unternehmerische Wachstum der Brasilianer ein, wie Rigon bescheinigt. Vipal Rubber ist seit 1996 in Europa aktiv, hat aber erst 2006 seine beiden ersten eigenen Vertriebszentren in Spanien und in Slowenien eingerichtet, wodurch der Anbieter ein deutliches Wachstum erfahren hat, nicht zuletzt auch, weil der europäische Markt immer noch zu geschätzten 60 Prozent durch unabhängige Runderneuerer bestimmt wird. Seit zwei Jahren ist man auch in Großbritannien vertreten, nachdem man 2008 noch ein Lager in Hamburg eingerichtet hatte. Darüber hinaus beschäftigt das Unternehmen mittlerweile ein Team von sieben Vertriebsmitarbeitern für Europa unter der Leitung von Alessandro Campos.

Trotz allem, so der International Business Manager, sei es in Europa zunehmend schwer, gegen die Welle an Neureifenimporten aus Fernost anzuschwimmen. Man habe zwar die Kundenbasis erweitern können, die Absätze in Europa hingegen seien letzten Endes stabil geblieben, was angesichts der rückläufigen Märkte immerhin ein gutes Zeichen zu sein scheint.

Heute bietet der brasilianische Materialhersteller mittlerweile drei Laufstreifen in drei Produktfamilien an. Neben dem Premiumfabrikat Vipal ist der Hersteller seit 2008 auch mit dem Fabrikat Ruzi auf dem europäischen Markt aktiv; die Laufstreifen seien das Angebot für das Qualitätssegment. Seit 2014 rundet Vipal Rubber sein Angebot in Europa noch mit einem anderem Fabrikat ab: PB. Diese Laufstreifen seien für Kunden, „für die vornehmlich der Preis zählt“, so Leandro Rigon. Angeboten wird indes lediglich eine begrenzte Anzahl an PB-Laufstreifen, und zwar ausnahmslos für Trailerachsen. Rigon bezeichnet die Einführung dieser Laufstreifen indes als „Projekt“, das durchaus kurzfristig auch wieder beendet werden könnte. Während wenigstens die Hälfte der Absätze die Marke Vipal umfassen, steht die Marke Ruzi für weitere 35 Prozent und PB für die verbleibenden 15 Prozent.

Darüber hinaus reagiert Vipal Rubber auch durch die Einführung von „echten Winterreifen“ auf die Marktbedürfnisse vieler Kunden in Europa. In Essen auf der Reifen-Messe zeigte der Materialhersteller seine ersten beiden Laufstreifen, die auch mit dem 3PSFM-Symbol ausgezeichnet sind. Die beiden Laufstreifen VDA4 und VT160 für die Antriebsachsen von Fernverkehrs- respektive Regional-Lkws seien rechtzeitig zur kommenden Saison in Europa verfügbar. Man wolle zukünftig auch weitere Laufstreifen dem Schneeflockensymboltest unterziehen, neue wie bereits eingeführte und mit M+S markierte Profile.

Juan Silveti (links) und Francisco Ibarzabal stellten auf der Reifen-Messe nicht nur neue Laufstreifen vor, sondern präsentierten Galgo aus Mexiko auch als für Europa neu aufgestelltes Unternehmen; die hiesige Zentrale und das Lager waren kürzlich innerhalb Belgiens umgezogen

Juan Silveti (links) und Francisco Ibarzabal stellten auf der Reifen-Messe nicht nur neue Laufstreifen vor, sondern präsentierten Galgo aus Mexiko auch als für Europa neu aufgestelltes Unternehmen; die hiesige Zentrale und das Lager waren kürzlich innerhalb Belgiens umgezogen

Auch beim mexikanischen Mitbewerber Galgo sind 3PSFM-zertifizierte Laufstreifen für Europa derzeit ein großes Thema. Im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG versprach Francisco Ibarzabal B., noch im Laufe dieses Jahres würden die ersten Produkte verfügbar sein. Der Commercial Director des mexikanischen Anbieters von Runderneuerungsmaterialien sieht sich damit produktseitig auf einem weiteren guten Weg in Europa, wo das Unternehmen heute bereits mit sechs Vertriebsmitarbeitern Kunden in 20 Märkten bedient. Auch wenn der Markt natürlich überaus schwach ist, so der Commercial Director weiter, sieht er zur Runderneuerung keine echte Alternative. Gerade in Bezug auf den Rohstoffverbrauch und die Erzeugung von CO2 zeige die Runderneuerung gegenüber der Neureifenproduktion klare Vorteile, die auch zu verargumentieren seien. Es sei dabei überaus irritierend, so Ibarzabal, dass dennoch viele Flottenbetreiber sich mehr vom Einstandspreis eines Reifens locken ließen als von den Kosten pro Kilometer, bei denen die professionelle Runderneuerung in der Regel immer besser dasteht.

Um den wachsenden Anforderungen der Kunden in Europa gerecht zu werden, ist Galgo erst Anfang dieses Jahres mit seinem Vertriebszentrum innerhalb Belgiens umgezogen, und zwar von Tongeren nach Olen bei Antwerpen. Dort wird das Lager durch einen Dienstleister bewirtschaftet. Gleichzeitig ist auch die Europaniederlassung Galgo Pre-Q Europe umgezogen, und zwar nach Hasselt, nicht weit vom bisherigen Standort entfernt. Ibarzabal zufolge biete das neue 10.000 m² große Lager Platz für 7.000 Paletten. Gegenüber dem bisherigen Standort gebe es logistische Vorteile für die Belieferung der Kunden in Europa.

B&J-Rocket-Präsident Andreas Müller ist überaus zufrieden, dass die neuen Evo Blades nach fünf Jahren der Entwicklung und Verbesserung nun endlich auf den Markt kommen

B&J-Rocket-Präsident Andreas Müller ist überaus zufrieden, dass die neuen Evo Blades nach fünf Jahren der Entwicklung und Verbesserung nun endlich auf den Markt kommen

Auch bei B&J Rocket nahm man Ende Mai mit etwas Wehmut Abschied vom Messestandort Essen. Laut Andreas Müller, President des Unternehmens, habe man folglich extra eine gut angenommene Fotobox am Stand aufgestellt, um „das letzte Erinnerungsfoto der Essener Reifen-Messe zu schießen“.

Das große Thema am B&J-Rocket-Stand war freilich nicht das Ende der Reifen-Messe in Essen und die Frage, wo man denn in zwei Jahren ausstellen möchte, auch wenn Müller sich eher mit Köln als mit Frankfurt anfreunden könne, sondern das große Thema war die Einführung der neuen Evo-Rauklingen, die seit diesem Frühjahr endlich läuft. „Mittlerweile sind wir mit Produktion und Verkauf unserer Evo Blades glücklich“, so Müller gegenüber der NEUE REIFENZEITUNG und bestätigt, dass Anfang August in Europa die ersten Klingen ausgeliefert werden können; die Einführung erfolge dann schrittweise je nach Land. Für den Anbieter von Werkzeugen und Verbrauchsgegenständen für die Runderneuerung sei die Weiterentwicklung der Rauklingen ein absolut zentrales Ereignis, mache B&J Rocket doch rund 40 Prozent seiner Umsätze damit. Rauklingen seien für den Anbieter „ein absolutes Kernprodukt“, so Müller und erklärt, dass man folglich mit der Einführung entsprechend habe warten müssen, bis man mit den Ergebnissen der Neuentwicklung auch absolut zufrieden gewesen sei. Erstmals hatte B&J Rocket seine neuen in Eigenregie entwickelten Evo Blades bereits auf der Reifen-Messe 2014 vorgestellt, dann hatte sich die Einführung aber verzögert, da weitere Anpassungen zur Verbesserung der Qualität in der Produktion vorgenommen werden mussten.

Insgesamt hat das Team um Andreas Müller rund fünf Jahre an der Entwicklung der neuen Evo Blades gearbeitet, die ausschließlich auf „eigenen Technologien“ basierten. Letzten Endes habe sich diese Arbeit aber sehr gelohnt, seien die Ergebnisse doch beeindruckend. Müller zufolge hielten die neuen Rauklingen 30 bis 40 Prozent länger, so dass 120 Reifen geraut werden könnten, bevor die Klingen gewechselt werden müssten. Dies sei per se eine Effizienzsteigerung, es müsse halt seltener gewechselt werden. Außerdem könne nun in der Regel eine ganze Schicht mit einem Satz Klingen durchgefahren werden. Durch die gleichmäßigere Abnutzung der neuen Evo Blades seien die Abläufe und die Kosten in der Produktion auch besser zu kalkulieren – ein weiterer Vorteil. Die Rauklingen des Unternehmens werden seit 2009 komplett im Werk in den USA produziert.

Neben dem Kernprodukt Rauklingen ist B&J Rocket noch stark am Markt vertreten mit Hartmetallschleifwerkzeugen, den sogenannten Carbides, die in den USA wie auch im Werk in Dänemark gefertigt werden. Auch hier bietet B&J Rocket Innovationen an und zeigte diese in Essen. So gibt es jetzt Schleifwerkzeuge, die ohne Nickelbeschichtung auskommen, dabei aber keine Leistungseinbußen erfahren, so Müller weiter. War bisher Nickel für die Beschichtung unerlässlich, so komme man durch eine neue Herstellungsmethode der Schleifwerkzeuge nun gänzlich ohne das als gesundheitsschädlich und umweltbedenklich eingestufte Metall aus.

Früher Steinbichler, heute Zeiss – Rainer Huber (links) und Mario Goldmann zeigten in Essen die Shearografieanlagen-Serie Intact; im Bild die Intact 1200-1 für bis zu neun Reifen pro Stunde und damit ideal für kleinere Runderneuerungsbetriebe

Früher Steinbichler, heute Zeiss – Rainer Huber (links) und Mario Goldmann zeigten in Essen die Shearografieanlagen-Serie Intact; im Bild die Intact 1200-1 für bis zu neun Reifen pro Stunde und damit ideal für kleinere Runderneuerungsbetriebe

In Deutschland und in Europa kommen nicht mehr viele Runderneuerungsbetriebe ohne eine Shearografieanlage aus. Weltweit führend bei diesem optischen Messverfahren für die Reifenprüfung sind dabei die Firmen Steinbichler – nach der Übernahme durch die Carl-Zeiss-Gruppe mittlerweile als Carl Zeiss Optotechnik im Markt bekannt – und SDS Systemtechnik. Insbesondere fiel die Zeiss-Präsenz in Essen damit auf, dass der Konzern mittlerweile den in der Branche überaus bekannten Markennamen Steinbichler von seinen Anlagen genommen hat und zukünftig auch seine Anlagen zur Reifenprüfung unter dem bekannten blauen Zeiss-Logo vermarkten will, wie die NEUE REIFENZEITUNG dazu am Stand des Maschinen- und Anlagenbauers in Essen auf der Reifen-Messe erfuhr.

Bisher war Steinbichler vorwiegend in vier Produktgruppen aktiv. Drei Mal geht es dabei um die optische Formerfassung von Messobjekten, die eben keine Reifen beinhalteten. Die vierte Gruppe umfasst dabei Anlagen zur optischen Reifenprüfung per Shearografie, was zuvor rund 30 Prozent des Steinbichler-Umsatzes generierte. Die Carl-Zeiss-Gruppe hatte bisher in Bezug auf optische Messsysteme keine eigenen Technologien, das Unternehmen setzte vielmehr auf mechanische bzw. taktile Messtechniken, die genauerer Ergebnisse erzielen als die optischen. Durch die Übernahme von Steinbichler setze Zeiss ein klares Signal in Bezug auf die Technologie, so dass man erwarten darf, dass zukünftig Steinbichler-Technologien auch Eingang in andere Zeiss-Produkte als solche für die Reifenprüfung finden werden.

Während hier ein Technologietransfer hin zum Käufer stattfindet, so Rainer Huber und Mario Goldmann von Carl Zeiss Optotechnik, könne der Anbieter von Shearografieanlagen sehr von der Marke Zeiss profitieren, die „in einem hohen Maß für Zuverlässigkeit, Vertrauen und Sicherheit“ stehe. Auch könne der Mittelständler Steinbichler in seinen Prozessen und Back-Office-Funktionen sehr von der Integration in die Zeiss-Gruppe profitieren.

Der Hersteller von Shearografiesystemen werde einerseits zwar in den Zeiss-Konzern integriert. Andererseits bedeute dies aber personell für das Unternehmen keine großen Veränderungen. Während Marcus Steinbichler weiterhin Geschäftsführer der jetzt unter Carl Zeiss Optotechnik firmierenden Gesellschaft ist und dort für Technik und Entwicklung zuständig ist, wird das Führungsduo nunmehr durch Markus Esser komplettiert, der für die Bereiche Vertrieb und Marketing sowie Verwaltung verantwortlich zeichnet.

Neu bei den Shearografieanlagen von SDS: die automatische Reifenkonturdetektion (Tyre Contour Detector bzw. TCD; im Bild als goldene Erweiterung zu sehen), mit der sich die Effizienzen in der Produktion steigern und die Fehlerquote verringern lässt

Neu bei den Shearografieanlagen von SDS: die automatische Reifenkonturdetektion (Tyre Contour Detector bzw. TCD; im Bild als goldene Erweiterung zu sehen), mit der sich die Effizienzen in der Produktion steigern und die Fehlerquote verringern lässt

Am Stand von SDS Systemtechnik in Essen nahm man freilich auch zur Kenntnis, dass der Mitbewerber nun nicht mehr unter Steinbichler, sondern unter Zeiss am Markt auftritt. Was das für den Wettbewerb genau bedeutet, müsse sich erst noch zeigen, hieß es dazu am SDS-Stand. Stattdessen wolle man sich eh lieber auf das eigene Unternehmen und die eigenen Produktentwicklungen kümmern. Und da hatte SDS Systemtechnik auch dieses Jahr in Essen auf der Reifen-Messe einiges zu bieten. Eines der Themen am Stand: die zunehmende Automatisierung des Shearografieprozesses. So bietet das Unternehmen seit Kurzem die Erweiterung seiner Anlagen um eine Reifenkonturdetektion an. Der sogenannten Tyre Contour Detector (TCD) werde jetzt bei allen neuen Shearografieanlagen ab der ITT easy serienmäßig verbaut und könne auch für alle bereits im Markt befindlichen Systeme ab Generation-4-Software, die vor rund fünf Jahren eingeführt wurde, nachgerüstet werden. Mit dem TCD muss der Anwender keine Settings mehr in die Shearografieanlage übertragen bzw. einen Barcode von Hand scannen; die Anlage erkennt dann automatisch, welchen Reifen welcher Größe – also welcher Kontur – sie vor sich hat, was in der industriellen Runderneuerung, aber auch in der Neureifenproduktion die Effizienzen in der Produktion deutlich steigere, erläutert Geschäftsführer Stefan Dengler anlässlich der Reifen-Messe in Essen. Ein weiterer Vorteil: Falsch eingegebene Settings könnten nicht mehr die Beurteilung des Shearografieergebnisses negativ beeinflussen; die Fehlerquote könne sinken. Der Anwender müsse, wenn in seiner Shearografie ein Tyre Contour Detector zum Einsatz kommt, nur noch die Bilder der optischen Prüfung qualifiziert bewerten.

Die VMI Group steht seit Jahren mit ihrem Retrax-System synonym für die moderne Kaltrunderneuerung. Die neueste Erweiterung für „das Herzstück im Sortiment“, so Dirk G. H. Reurslag, sei die Verbindung des klassischen CTC-Bindegummiextruders, mit dem der Bindegummi heiß auf der abgerauten Karkasse verschmiert wird, und dem Laufstreifenapplikator. Diese Erweiterung wurde erst vor wenigen Monaten eingeführt, so der Sales Director mit Verantwortung für Industrial Solutions & Services, sei aber im Markt bereits gut angenommen worden; damit bietet das niederländische Unternehmen „die ultimative VMI-Retrax-Maschine“ an. Dabei sei die direkte Bindegummiextrusion mit Schleiflochfüllung für eine hochqualitative Reifenrunderneuerung eigentlich unentbehrlich, findet Reurslag. Für VMI ist es dabei besonders wichtig, dass die aufeinanderfolgende Aufbringung des Bindegummis durch direkte Extrusion und des Laufstreifens inklusive Anrollen so schnell wie möglich und vorzugsweise ohne manuellen Eingriff erfolgt, um eine optimale Verbindung zwischen Karkasse, Bindegummi und vorvulkanisiertem Laufstreifen zu erzielen.

Für Dirk Reurslag ist die neue Retrax-und-Applikator-Kombination „die ultimative VMI-Retrax-Maschine“ für die Kaltrunderneuerung

Für Dirk Reurslag ist die neue Retrax-und-Applikator-Kombination „die ultimative VMI-Retrax-Maschine“ für die Kaltrunderneuerung

Der neue Retrax-Vollautomat ist dabei in verschiedenen Versionen erhältlich, und zwar in Abhängigkeit zum möglichen Durchsatz pro Acht-Stunden-Schicht. Angeboten werden die Retrax 3003 für 75 bis 115 Reifen pro acht Stunden, die Retrax 6005 für 110 bis 150 Reifen sowie die Retrax 6011 für 135 bis 165 Reifen. Bei manuellem Belegen reduziere sich der mögliche Output im Vergleich dazu auf rund 60 bis 90, 80 bis 110 sowie 96 bis 120 Reifen pro Acht-Stunden-Schicht.

Das dafür neu entwickelte Retrax-Steuerungssystem erfordert keine Eingabe von Reifen- und Profilparametern mehr. Auch der Umfang, die Breite und die Mittellinie der Reifenkarkasse werden automatisch gemessen, so Reurslag weiter. Der Laufstreifen wird automatisch zentriert und dabei dessen Länge gemessen. Basierend auf diesen Messdaten wird der Laufstreifen auf der Reifenkarkasse automatisch zentriert. Die Streckung des Laufstreifens wird berechnet und analysiert, um eine über die gesamte Länge gleichmäßige Streckung zu gewährleisten und einen optimalen Stoß zu erzielen. Abgelängt werden müssen die Laufstreifen indes noch von Hand. arno.borchers@reifenpresse.de

 

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