IAA verliert über 120.000 Besucher – VDA zieht positives Messefazit

Die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) endete gestern mit einem deutlichen Besucherrückgang. Wie die Veranstalter des VDA mitteilen, waren an den 13 Messetagen (inklusive der beiden Pressetage) 810.000 Besucher nach Frankfurt gereist. Die IAA 2015 hatte hingegen noch 932.000 Besucher angelockt, so dass sich für die aktuelle Ausgabe der international führenden Automobilmesse ein Rückgang der Besucherzahlen von über 13 Prozent ergibt. Mitschuld daran seien die öffentlichen Diskussionen um Diesel und Fahrverbote, sind sich viele Beobachter einig. In den sozialen Netzwerken hingegen erreichte die Messe neue Spitzenwerte; wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) schreibt, habe man während der Messetage über die Social-Media-Aktivitäten immerhin 45 Millionen Kontakte weltweit machen können. Vor diesem Hintergrund ziehen die Veranstalter eine positive erste Messebilanz.

„Die 67. IAA Pkw zeigt die ganze Innovationsbandbreite zur Mobilität, von der Digitalisierung über die Elektromobilität bis hin zu neuen Mobilitätskonzepten in Städten“, betonte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am letzten IAA-Messetag. Neben der Digitalisierung habe vor allem die Elektromobilität diese IAA geprägt: „Allein die deutschen Hersteller haben auf der IAA eine Offensive für emissionsfreie und klimaneutrale Autos mit über 150 E-Modellen für die kommenden Jahre gestartet“, unterstrich der VDA.

Mit rund 1.000 Ausstellern aus 39 Ländern war die IAA dem Veranstalter zufolge „sehr gut gebucht“, auch wenn 2015 über 1.100 Aussteller gezählt wurden. 41 Prozent der Aussteller kamen dabei in diesem Jahr aus dem Ausland (2015: 40 Prozent). Die Ausstellungsfläche umfasste knapp 200.000 Quadratmeter. Die IAA wartete mit 363 Neuheiten auf, darunter 228 Weltpremieren – beides neue Rekordstände.

Über 400 Aussteller sind Zulieferunternehmen, sie allein präsentierten 166 Weltpremieren. Viele Zulieferer stellten in diesem Jahr mehr eigene Innovationen vor, die nicht allein aus Entwicklungspartnerschaften mit Kunden entstanden sind. Diese Zukunftsfähigkeit stehe, so der VDA, „für die Chance der Lieferanten, im Strukturwandel ihren Anteil an der Wertschöpfung erhöhen zu können“.

Mit der „New Mobility World“ (NMW) bot die IAA ein zusätzliches Format für alle neuen Player der Mobilitätswelt. Sie brachte gezielt Innovatoren aller Branchen zusammen, die neue Lösungen, Technologien oder Produkte für die Mobilität von morgen und übermorgen entwickeln. Die größten IT- und Tech-Firmen – u.a. Facebook, Google, SAP und Qualcomm – waren vertreten; am NMW-Konferenzprogramm nahmen 7.000 Besucher teil.

„Diese IAA fand in einem besonders schwierigen Umfeld statt. Seit Monaten wird, zum Teil sehr emotional, eine öffentliche Debatte um den Diesel und mögliche Fahrverbote geführt, die Autofahrer und Kunden verunsichert“, zieht der Verband eine Analyse. Es sei dabei „umso erfreulicher, dass die IAA ihre Attraktivität beibehalten hat. (…) Damit ist die IAA erneut die besucherstärkste Messe in Deutschland“, so der VDA.

Auch im Web sei das Interesse an der IAA sehr hoch gewesen: Die IAA erzielte über ihre Social-Media-Aktivitäten, vor allem Facebook, während der Messetage rund 45 Millionen Kontakte, gut viermal mehr als 2015 (zehn Millionen). Rechnet man die Wochen im Vorfeld der Messe hinzu, beträgt die IAA-Gesamtreichweite über 100 Millionen Kontakte weltweit.

Laut Besucherbefragung des VDA gibt jeder zweite IAA-Gast an, dass ihn das Interesse an alternativen Antriebsarten und an der Digitalisierung auf die IAA führt. Der Fachbesucheranteil beträgt bisher etwa 35 Prozent, rund 65 Prozent sind autobegeisterte Bürger. Weitere Gründe für den IAA-Besuch: „Um Autos zu sehen, die man sonst nicht sieht“, sagten 30 Prozent der Befragten. Fast ebenso viele (29 Prozent) betonten den „Überblick über Neuheiten und neue Modelle“, gleich danach folgte die Aussage: „Autos sind mein Hobby“ (28 Prozent).

Nach der IAA ist vor der IAA: Die 68. IAA Pkw findet vom 12. bis 22. September 2019 statt; vorgeschaltet sind die Pressetage am 10. und 11. September. ab

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