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Weltweite Automobilnachfrage 2009 besser als erwartet

Das internationale Pkw-Geschäft hat sich 2009 deutlich besser entwickelt als erwartet, sagt der Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA). Wurde in Sachen Pkw-Neuzulassungen zu Beginn des vergangenen Jahres noch ein weltweiter Einbruch von 15 bis 20 Prozent prognostiziert, sei der Autoabsatz letztlich doch nur um drei Prozent rückläufig gewesen. Verantwortlich dafür gemacht werden die staatlichen Förderprogramme auf vielen Auslandsmärkten und freilich auch in Deutschland („Abwrackprämie“). „Insbesondere der chinesische Markt, der 2009 einen regelrechten Absatzboom verzeichnete, verhinderte einen stärkeren Rückgang der weltweiten Pkw-Verkäufe“, so der VDA, nach dessen Worten sich für 2010 eine Belebung auf dem weltweiten Pkw-Markt abzeichnet, zu der weiterhin die asiatischen Wachstumsmärkte, aber auch die USA beitragen werden. In Westeuropa rechnet der Automobilverband demgegenüber mit einem eher niedrigeren Neuzulassungsvolumen aufgrund des Auslaufens der Incentives in einigen Ländern.

Im Jahr 2009 überstieg die Zahl der Pkw-Neuzulassungen in Westeuropa (13,6 Millionen) das Vorjahr den VDA-Zahlen zufolge um knapp ein Prozent. Der stärkste Zuwachs wurde dabei in Deutschland mit einem Absatzplus von 23 Prozent verzeichnet. Auch in Frankreich, wo seit Ende 2008 eine Abwrackprämie gezahlt wird, soll der Absatz im Gesamtjahr um elf Prozent zugelegt haben, während der italienische Pkw-Markt, der seit Februar staatlich gestützt wird, mit einem leichten Minus 0,2 Prozent annähernd stabil blieb. „Das Pkw-Geschäft in Großbritannien und Spanien hat zwar seit Einführung der Verschrottungsprogramme im Mai deutlich an Fahrt gewonnen, jedoch war der Absatz im Gesamtjahr aufgrund der niedrigen Absatzzahlen zu Beginn des Jahres um sechs Prozent und 18 Prozent rückläufig“, weiß der VDA zu erklären. Mit Blick auf die neuen EU-Länder wird vor dem Hintergrund der Finanz- und Wirtschaftskrise von einem Nachfrageeinbruch von mehr als einem Viertel berichtet (minus 27 Prozent). Lediglich in Tschechien (plus 13 Prozent) und die Slowakei (plus sieben Prozent) sei im Gesamtjahr ein Anstieg der Neuzulassungen zu verzeichnen gewesen, während in Polen die Verkäufe von Pkw auf Vorjahresniveau lagen. „Die stärksten Rückgänge verzeichneten Rumänien mit nahezu 60 Prozent und Bulgarien (minus 49 Prozent). Der Absatz in den Baltischen Staaten brach 2009 sogar um 71 Prozent ein“, heißt es weiter.

In der Türkei stieg der Pkw-Absatz im Gesamtjahr 2009 um 21 Prozent auf 369.800 Fahrzeuge. Die türkische Regierung hatte von März bis Ende September die Verbrauchssteuer für den Kauf von Kleinwagen halbiert und damit die Pkw-Nachfrage kurzfristig angekurbelt. In Russland hat sich das Pkw-Geschäft im Jahr 2009 fast halbiert (minus 49 Prozent). Die russische Wirtschaft steckt tief in der Rezession, doch gab es zum Jahresende erste Anzeichen einer Erholung. Insgesamt zeichnet sich für Osteuropa 2010 ein leichter Anstieg des Pkw-Absatzes ab. In Brasilien stiegen die Verkäufe von Light Vehicles (Pkw und Light Trucks) im Gesamtjahr um nahezu 13 Prozent auf mehr als drei Millionen Fahrzeuge. Das Nachbarland Argentinien verbuchte hingegen einen Absatzrückgang von knapp einem Fünftel. In den USA hat sich der Absatz von Light Vehicles zum Jahresende weiter stabilisiert. „Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat dem amerikanischen Automobilgeschäft im abgelaufenen Jahr stark zugesetzt und zu einer deutlichen Abnahme beim Neuwagenkauf geführt“, begründet der VDA, warum im Gesamtjahr 2009 ein Absatzrückgang von 21 Prozent auf 10,4 Millionen sogenannte Light Vehicles im US-Markt verbucht wurde.

Demgegenüber habe das Pkw-Geschäft in Japan gegen Ende des Jahres an Fahrt gewonnen, sodass 2009 dort letztlich mit 3,9 Millionen Autos rund sieben Prozent weniger Neuwagen verkauft wurden als 2008. Ungleich besser entwickelt haben sich nach Angaben des Verbandes die Märkte in China und Indien, selbst wenn auch bei diesen von einer „kurzen Schwächephase zu Beginn des Jahres“ gesprochen wird. Allerdings wuchsen die Verkaufszahlen von Pkw, MPV und SUV immer noch um mehr als 47 Prozent auf 8,4 Millionen Einheiten an. „Die chinesische Regierung hatte im Februar im Rahmen eines Konjunkturprogramms die Verkaufssteuer für Kleinwagen bis 1,6 Liter Hubraum halbiert und damit die Pkw-Nachfrage trotz gedämpfter Wirtschaftsentwicklung in die Höhe getrieben“, erläutert der VDA. Auch der indische Pkw-Markt habe im abgelaufenen Jahr einen deutlichen Anstieg verbuchen könne: 2009 wurden in Indien demnach gut 1,8 Millionen Pkw verkauft und der Absatz damit um mehr als 17 Prozent gesteigert.

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