Autofahrer hängen am Ersatzrad

Beim „TEMA des Monats“ der Technik und Management für Qualität GmbH (TEMA-Q) geht es im Januar um Pannenhilfsmittel. Das Marktforschungsinstitut aus Meinersen, das eigenen Angaben zufolge mit über 150 Mitarbeitern jedes Jahr bis zu 100.000 telefonische sogenannte Tiefeninteviews in Deutschland, Westeuropa und den USA durchführt, hat demnach 1.650 Fahrer von Pkw deutscher Premiumhersteller rund um diese Thematik befragt. Eine der Fragen lautete beispielsweise, welche Pannenhilfsmittel die Autofahrern kennen. Mit Werten von 99 respektive 94 Prozent kann man Ersatz- bzw. Noträder bei praktisch allen Befragten als bekannt voraussetzen, und auch von Reifenreparaturkits (77 Prozent) und Reifen mit Notlaufeigenschaften (63 Prozent) hat die Mehrzahl der Autofahrer offensichtlich bereits gehört.

Die Befragung hat zudem ergeben, dass die meisten Fahrzeuge derzeit mit einem Reifenreparaturkit (32 Prozent) ausgestattet sind, mit dem mittels Dichtmittel und Kompressor kleinere Reifenschäden provisorisch abgedichtet werden können. „Vor allem Mercedes-Pkw sind mit dieser kostengünstigen und platzsparenden Lösung ausgerüstet“, so TEMA-Q. Das Ersatzrad folge mit einer Ausstattungsquote von 29 Prozent auf Platz zwei, wobei man diesen „Klassiker“ vorwiegend in Fahrzeugen der Marke Audi finde. Mit 21 Prozent an dritter Stelle stehen der Umfrage zufolge Runflat-Reifen – vor allem bei BMW-Fahrzeugen – gefolgt vom Notrad (17 Prozent).

Dass das Ersatzrad in der Gunst der Kunden im Vergleich zu den anderen Pannenhilfsmitteln nach wie vor „deutlich vorn“ liegt, leiten die Marktforscher aus den Antworten zu einer anderen Fragestellung ab. Gefragt wurden die Verbraucher, welches Hilfsmittel sie bevorzugt zu den genannten Mehrkosten – Reparaturkits ohne Aufpreis, Ersatzrad mit einem Aufpreis von 150 Euro, Runflats mit einem Aufpreis von 300 Euro oder Notrad mit einem Aufpreis von 50 Euro – einsetzen würden. In diesem Kontext würden sich 37 Prozent für das Ersatzrad entscheiden und damit Notlaufreifen (27 Prozent), Reifenreparaturkits (21 Prozent) sowie das Notrad (15 Prozent) auf die weiteren Plätze verweisen. „Und das, obwohl die Ausrüstungswünsche der Kundschaft offenbar stark von den Herstellerangeboten beeinflusst sind: Die meisten Mercedes- und Audi-Halter/-innen präferieren ein Ersatz- oder Notrad, gefolgt von Reparaturkits; BMW-Halter bevorzugen dagegen meist Runflat-Reifen“, kommentiert TEMA-Q dieses Teilergebnis der Befragung.

Bei den Entscheidungskriterien für ein Pannenhilfsmittel seien sich alle Umfrageteilnehmer dann allerdings wieder mehr oder wenig einig gewesen. Hierbei waren Mehrfachnennungen möglich: Mit 51 Prozent ganz vorn lag die „Sicherheit im Pannenfall bei hoher Geschwindigkeit“ gefolgt von einer einfachen Handhabung des jeweiligen Pannenhilfsmittels (41 Prozent) und der Mobilität im Pannenfall (25 Prozent). Andere Kriterien wie der „Fahrkomfort im Normalbetrieb“ (elf Prozent), ein „großes Kofferraumvolumen“ (sieben Prozent) oder „geringe Kosten“ (zwei Prozent) spielen im Vergleich dazu offenbar nur eine untergeordnete Rolle bei der Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Pannenhilfssystem.

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