Conti legt aussichtsreichen Zwischenbericht vor

Die Continental AG bestätigt nach Ablauf von drei Quartalen ihren Ausblick für das gesamte Jahr 2006: „Wir haben uns in einem schwierigen Umfeld gut geschlagen und werden bei Umsatz und operativem Ergebnis wie angekündigt über den Rekordwerten des Vorjahres liegen“, betonte der Vorstandsvorsitzende Manfred Wennemer am Mittwoch in Hannover. Er wies bei Vorlage des Zwischenberichts insbesondere darauf hin, dass der internationale Automobilzulieferer das bereinigte operative Ergebnis nach neun Monaten gegenüber dem Vergleichszeitraum 2005 um 10,1 Prozent auf 1.183,2 Millionen Euro gesteigert hat. „In unserer Industrie ist der Blick auf Quartalszahlen grundsätzlich wenig sinnvoll. Dennoch zeigt auch das dritte Quartal 2006, dass wir beim bereinigten operativen Ergebnis mit 410,3 Millionen Euro die bereinigten Vorjahresdaten fast erreicht haben. Dies halten wir angesichts der Rohstoffkostenbelastung, die in diesem Quartal ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte, sowie der Produktionskürzungen großer Kunden in den USA für bemerkenswert, denn vor einem Jahr haben wir unser bestes Quartalsergebnis überhaupt verbucht.“

Der Konzernumsatz stieg während der ersten neun Monate 2006 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,9 Prozent auf 10.945,3 Millionen Euro (Vorjahr: 10.240,9). Roulunds trug (ab Mai 2006) mit 29,8 Millionen Euro und das Automobilelektronik-Geschäft von Motorola (ab Juli 2006) mit 262,1 Millionen Euro zum Umsatz bei. Gegenläufig wirkte sich der Wegfall des Umsatzes der Geschäftsbereiche Sealing Systems, Stankiewicz und der nordamerikanischen EM-Reifenaktivitäten aus (Fabrik in Bryan wurde verkauft). Bereinigt um Konsolidierungskreis- und Währungskursveränderungen erhöhte sich der Konzernumsatz um 5,6 Prozent.

Das operative Konzernergebnis (EBIT) reduzierte sich um 1,8 Prozent auf 1.116,1 Millionen Euro (Vj.: 1.136,0) und die Umsatzrendite auf 10,2 Prozent (Vj. 11,1 %). Roulunds trug mit 1,9 Millionen Euro und das Automobilelektronik-Geschäft von Motorola mit 2,6 Millionen Euro zum EBIT bei. Bereinigt um Konsolidierungskreis- und Einmaleffekte ergibt sich eine Verbesserung des EBIT um 108,9 Millionen Euro bzw. 10,1 Prozent. Ohne Berücksichtigung des Automobilelektronik-Geschäfts von Motorola beträgt die Umsatzrendite 10,4 Prozent. Das Konzernergebnis den Anteilseignern zuzurechnen reduzierte sich um 10,2 Prozent auf 658,5 Millionen Euro (Vj.: 733,0) und das Ergebnis pro Aktie auf 4,51 Euro (Vj.: 5,04). Die während der ersten neun Monate gestiegenen Preise für Rohstoffe belasteten das operative Konzernergebnis (EBIT) mit rund 232 Millionen Euro im Vergleich zu den Preisen der ersten neun Monate 2005.

Continental-Finanzvorstand Dr. Alan Hippe verwies zur Beurteilung der operativen Entwicklung angesichts zahlreicher Einmal- und Konsolidierungseffekte auf bereinigte Daten: „Durch Konsolidierungs- und Einmaleffekte haben wir in den ersten drei Quartalen 2005 unter dem Strich positive Einflüsse von 61,7 Millionen Euro verzeichnet, dem stehen in den ersten neun Monaten dieses Jahres unter dem Strich negative Einflüsse von 67,1 Millionen Euro gegenüber. Bereinigt haben wir nach drei Quartalen 2005 ein EBIT von 1.074,3 Millionen Euro erzielt und nach drei Quartalen in diesem Jahr ein EBIT von 1.183,2 Millionen Euro verbucht. Insofern haben wir uns um 108,9 Millionen Euro in den ersten drei Quartalen gegenüber dem Vorjahr verbessert. Betrachten wir das dritte Quartal 2005, so gab es durch Konsolidierungs- und Einmaleffekte unter dem Strich positive Einflüsse von 36,1 Millionen Euro. Im dritten Quartal dieses Jahres dagegen hatten wir negative Einflüsse von 16,2 Millionen Euro. Bereinigt ergibt sich im dritten Quartal 2005 ein EBIT von 414,2 Millionen Euro, im dritten Quartal 2006 waren es 410,3 Millionen Euro.“

Die Nettofinanzschulden stiegen gegenüber dem Jahresende 2005 um 1.087,6 Millionen Euro und im Vergleich zum 30. September 2005 um 449,7 Millionen Euro auf 1.580,8 Millionen Euro. Dadurch erhöhte sich die Gearing Ratio im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 36,6 Prozent (Vj.: 31,5 %). Einflussfaktoren waren dabei unter anderem die Kaufpreiszahlung in Höhe von 689,4 Millionen Euro für den Erwerb des Automobilelektronik-Geschäfts von Motorola (vor dem Kauf der Aktivitäten in China) sowie Einzahlungen für die Vorfinanzierung von Altersvorsorgeleistungen in Höhe von 300 Millionen in den Continental Pension Trust (CTA).

Der Aufwand für Forschung und Entwicklung erhöhte sich im Vergleich zum 30. September 2005 um 14,1 Prozent auf 502,5 Millionen Euro (Vj.: 440,4) und entspricht 4,6 Prozent vom Umsatz (Vj.: 4,3 %). Während der ersten neun Monate 2006 wurden 530,1 Millionen Euro (Vj.: 584,1) in Sachanlagen und Software investiert, das entspricht einer Investitionsquote von 4,8 Prozent (Vj.: 5,7 %). Zum Ende des dritten Quartals 2006 beschäftigte Continental 84.561 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, das entspricht einem Anstieg um 4.712 Personen im Vergleich zum Jahresende 2005.

Die Division Automotive Systems steigerte den Umsatz während der ersten neun Monate 2006 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12,3 Prozent auf 4.401,3 Millionen Euro (Vj.: 3.919,5). Bereinigt um Konsolidierungskreis- und Währungskursveränderungen ergibt sich ein Anstieg um 5,3 Prozent. Die Division erhöhte das operative Ergebnis um 6,6 Prozent auf 474,3 Millionen Euro (Vj.: 445,1). Die Umsatzrendite reduzierte sich auf 10,8 Prozent (Vj.: 11,4 %). Bereinigt um Konsolidierungskreis- und Einmaleffekte ergibt sich eine Verbesserung des EBIT um 54,4 Millionen Euro bzw. 12,4 Prozent.

Reifen-Renditen jetzt unterdurchschnittlich

Die Division Pkw-Reifen erhöhte den Umsatz während der ersten neun Monate 2006 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,5 Prozent auf 3.392,8 Millionen Euro (Vj.: 3.215,6). Bereinigt um Währungskursveränderungen beträgt der Anstieg 4,6 Prozent. In der NAFTA-Region erhöhte sich im Ersatzgeschäft der Umsatz deutlich und führte – bereinigt um Einmaleffekte – zu einer Verbesserung des EBIT. Aufgrund von Einmaleffekten verzeichnete die Division einen Rückgang des operativen Ergebnisses um 32,4 Prozent auf 325,0 Millionen Euro (Vj.: 480,8) und der Umsatzrendite auf 9,6 Prozent (Vj.: 15 %). Bereinigt um Einmaleffekte ergibt sich eine Verbesserung des EBIT um 8,8 Millionen Euro bzw. 2,2 Prozent – trotz der Preissteigerungen für Rohmaterialien.

Die Division Nutzfahrzeugreifen erzielte einen Umsatzanstieg während der ersten neun Monate 2006 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,8 Prozent auf 1.087,5 Millionen Euro (Vj.: 1.008,8). Bereinigt um Konsolidierungskreis- und Währungskursveränderungen ergibt sich ein Umsatzanstieg um neun Prozent. Die Division verzeichnete einen Rückgang des operativen Ergebnisses um 23,8 Prozent auf 86,6 Millionen Euro (Vj.: 113,7) – vor allem durch Rohmaterialpreissteigerungen bedingt. Bereinigt um Konsolidierungskreis- und Einmaleffekte ergibt sich eine Verringerung des EBIT um 9,6 Millionen Euro bzw. 12,4 Prozent.

Die Division ContiTech verzeichnete einen Umsatzrückgang während der ersten neun Monate 2006 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,7 Prozent auf 2.163,7 Millionen Euro (Vj. 2.178,9). Bereinigt um Konsolidierungskreis- und Währungskursveränderungen – vor allem durch den Umsatz (132 Mio. Euro) des Geschäftsbereichs Stankiewicz für das zweite und dritte Quartal 2005 – beträgt der Anstieg 6,7 Prozent. ContiTech steigerte das operative Ergebnis um 103,4 Prozent auf 248,4 Millionen Euro (Vj.: 122,1) und die Umsatzrendite auf 11,5 Prozent (Vj.: 5,6 %). Bereinigt um Konsolidierungskreis- und Einmaleffekte ergibt sich eine Verbesserung des EBIT um 47,8 Millionen Euro bzw. 24,9 Prozent.

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