Trotz Streik: Goodyear-Werke produzieren weiter

(Akron/Tire Review) Trotz des Streiks in 16 Fabriken in Nordamerika will Goodyear die Werke nicht schließen. Zeitarbeiter, Lagerbestände und Importware aus außeramerikanischen Fabriken sollen helfen, die sich durch den Ausstand von etwa 12.000 Arbeitern ergebenden Folgen so gering wie möglich zu halten. Goodyear hatte in den Tarifverhandlungen mit den United Steelworkers (USW), die von der USW abgebrochen worden waren und zum Streikaufruf geführt hatten, bis zuletzt die Möglichkeit der Schließung zweier Reifenwerke, vermutlich in Tyler (Texas) und Gadsden (Alabama), offen gehalten.

Aus den bestehenden Warenbeständen und der weiter laufenden Produktion will Goodyear den Kundenbedarf bis auf Weiteres befriedigen. Dabei kommt dem Unternehmen die aktuelle Marktschwäche geradezu entgegen: Ein Minus zwischen sechs und sieben Prozent bei den Auslieferungen von Pkw- und LLkw-Reifen hat im ersten Halbjahr dazu geführt, dass bei allen Herstellern die Lagerbestände deutlich gewachsen sind. Dagegen ist die Lage bei großen Lkw- und Baumaschinenreifen aufgrund der guten Konjunktur angespannt; bestreikt wird auch das Goodyear-Werk am Unternehmenssitz in Akron (Ohio), wo Rennreifen hergestellt werden, die in der in den Vereinigten Staaten so beliebten Nascar-Serie benötigt werden.

Die Verhandlungsführer der Gewerkschaften haben mittlerweile den Verhandlungsort Cincinnati verlassen, es wird darauf hingewiesen, dass keine neuen Verhandlungsrunden geplant seien. Goodyear hingegen betont, die USW habe umfangreiche Vorschläge zurückgewiesen, die die Wettbewerbsposition Goodyears verbessert, signifikante Investitionen in Werke (in denen die Gewerkschaft stark vertreten sei) und auch ein fundierter Plan für die medizinische und Altersvorsorge vorgesehen hätten. Die USW vermisst nach wie vor eine Bestandsgarantie für die 16 Standorte.

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