Goodyear Dunlop stellt Lkw-Vertriebslogistik um

Die Goodyear-Dunlop-Gruppe optimiert ihre Vertriebslogistik für ihre Kunden im Lkw-Bereich auf europäischer Ebene. Künftig werden Lkw-Reifen der Konzernmarken Goodyear, Dunlop und Fulda direkt aus den konzerneigenen Zentrallägern in Wittlich (Deutschland) und Colmar Berg (Luxemburg) an die Händler geliefert. Diese profitieren damit von einer noch verlässlicheren und noch schnelleren Lieferung der Reifen, schreibt die deutsche Holding-Gesellschaft des Reifenherstellers in einer Pressemitteilung.

Nach einer erfolgreich abgeschlossenen Pilotphase, die im September 2005 mit der Direktlieferung nach Frankreich begann, wurden im ersten Quartal dieses Jahres die skandinavischen Länder sowie die Schweiz und Österreich in das System eingebunden. Es folgen Großbritannien, Spanien und Portugal. Mit der Anbindung von Italien, Griechenland und Irland wird das Projekt abgeschlossen. Die Benelux-Länder und Deutschland werden schon seit fünf Jahren direkt aus Luxemburg und Wittlich beliefert. Bis zum vierten Quartal 2006 sollen drei Viertel aller Lkw-Reifen-Lieferungen innerhalb Europas direkt von den Zentrallägern aus erfolgen.

Die Verteilerzentren in Wittlich und Colmar Berg seien aufgrund der unmittelbaren Nähe zu den wichtigsten Produktionsstätten für Nutzfahrzeugreifen der Goodyear-Dunlop-Gruppe sowie der zentralen Lage in Europa ideale Verteilerdrehkreuze, heißt es weiter. Aufgrund ihrer räumlichen Nähe werden sie als eine gemeinsame Distributionszentrale eingestuft. Im vergangenen Jahr wurde in Wittlich ein modernes Distributionszentrum für Lkw-Reifen errichtet und damit die Voraussetzungen geschaffen, Kunden direkt beliefern zu können.

Das Verfahren sei einfach: Der Händler gibt seine Reifenorder in das lokale Bestellsystem ein. Vorausgesetzt, die Bestellung umfasst eine Mindestanzahl an Reifen, werden diese sofort aus den Distributionszentren in Colmar Berg oder Wittlich an den Händler ausgeliefert. Damit erhalten die Kunden einen deutlich schnelleren und zuverlässigeren Service, so Goodyear Dunlop. Gerade im Nutzfahrzeugreifensegment ist die Lieferung der bestellten Reifen zum vorgegebenen Termin von erheblicher Bedeutung. Mit dem „Vehicle Off the Road“ (VOR)-Bestellsystem können zudem kurzfristig Reifen geordert werden.

„Das neue Direktliefersystem ist das Ergebnis der Arbeit eines Teams bestehend aus Kunden, Händlern und Vertretern unserer Produktion“, sagt Behcet Toker, Manager Product Supply für Nutzfahrzeugreifen der Konzernregionen EU (Europäische Union) und EEMEA (Eastern Europe, Middle East & Africa). „Bei Lkw-Reifen ist die vorausschauende Planung leichter ausführbar als bei anderen Reifen-Typen. Viele der Reifen, die wir ausliefern, lassen sich per Vororder bestellen, und wir können die Lieferung zum gewünschten Zeitpunkt garantieren. Ein typischer Fall: Der Händler bestellt Reifen, die zu dem Zeitpunkt eintreffen sollen, zu dem der Kunde sie montiert haben möchte. Der Vorteil ist, dass sich die Standzeit des Fahrzeugs auf ein Minimum beschränkt und der Händler seinen Kunden einen besseren Service anbieten kann“, so Toker.

„Direktanlieferung bedeutet nicht nur, dass unsere Distributionskosten niedriger sind“, erklärt Toker. „Sie erleichtert auch die Produktionsplanung in den Reifenwerken. Wir stellen heute weitaus mehr unterschiedliche Reifengrößen her als noch vor ein paar Jahren, und der Markt ist inzwischen weitaus anspruchsvoller geworden. Die Verbesserungen ermöglichen es uns, Reifen zum gewünschten Zeitpunkt anzuliefern, ohne große Reifenstückzahlen an mehreren Lager-Standorten bevorraten zu müssen.“

Goodyear Dunlop arbeitet mit einer großen Zahl von Spediteuren zusammen, um so in jedem Land den optimalen Service bieten zu können. Das Ladevolumen eines Lkw umfasst zwischen 200 und 220 Reifen. Idealerweise besteht eine Lieferung aus drei Aufträgen mit jeweils 60 bis 70 Reifen pro Händler. Das Minimum pro Bestellung liegt für eine Direktbelieferung des Kunden bei 20 Reifen. Bei einem geringeren Bestellvolumen erfolgt die kundenbezogene Kommissionierung über regionale Umschlagplätze im so genannten Cross-Docking-Verfahren. Die Zentralläger in Colmar Berg und Wittlich arbeiten fünf Tage pro Woche im Zweischicht-Betrieb.

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