Betriebsrat will Tatbestände schaffen – Streik droht

Der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Hubertus Schmoldt, hat mit Streik beim Reifenhersteller Continental gedroht, so deutsche Agenturen. „Wenn wir nicht zu Rande kommen, dann werden wir sagen, wann wir streiken“, sagte Schmoldt am Montagabend in Hannover. Die für heute angesetzten Gespräche über den Arbeitsplatzabbau in Hannover-Stöcken seien „fast die letzte Chance, zu einer Einigung zu kommen“. Bei einem Scheitern der Gespräche werde man mit den Betriebsräten über die Konsequenzen reden, sagte Schmoldt weiter. IG-BCE-Tarifexperte Werner Bischoff ergänzte, man werde dann eine tarifvertragliche Forderung stellen und so Tatbestände schaffen, für die man streiken könne. Schmoldt betonte weiter, die IG BCE sei durchaus streikfähig. Er warf dem Continental-Vorstandsvorsitzenden Manfred Wennemer vor, „ganz offen den Tarifbruch“ zu propagieren. Wennemer sei dabei, „die Sozialpartnerschaft aufzukündigen“, sagte der Gewerkschaftschef.

Tausende Conti-Mitarbeiter hatten unterdessen gegen Arbeitsplatzabbau und die Stilllegung der Pkw-Reifenfertigung in Hannover protestiert. Nach Angaben der IG BCE nahmen an allen 26 deutschen Standorten des Unternehmens 30.000 Conti-Beschäftigte an Mitarbeiterversammlungen teil. Auf einer Protestkundgebung vor der Hauptverwaltung in Hannover forderten zudem mehrere tausend Betriebsangehörige von Conti-Chef Manfred Wennemer einen Kurswechsel. Die Polizei zählte 2.000 Kundgebungsteilnehmer, die IG BCE über 4.000.

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