Zweiter Saisonsieg im 2. Lauf zur F1-Weltmeisterschaft

Gemeinsam mit Partner McLaren-Mercedes entschied Michelin auch den zweiten Grand Prix der Formel 1-Saison für sich. Nach Australien-Sieger David Coulthard war es dieses Mal der junge Finne Kimi Räikkönen, der in Malaysia auf das oberste Treppchen des Podiums kletterte – damit holte sich der erst 23 Jahre junge Finne den ersten Grand Prix-Sieg seiner hoffnungsvollen Karriere. Renault F1-Pilot Fernando Alonso – der überraschender Weise am Samstag gemeinsam mit seinem Teamkollegen Jarno Trulli die Doppel-Pole Position für Michelin geholt hatte – beendete das extreme Hitze-Rennen trotz einer fiebrigen Erkältung hinter dem Ferrari von Rubens Barrichello auf Rang drei. BMW WilliamsF1-Mann Ralf Schumacher profitierte unter anderem von dem Start-Zwischenfall in der zweiten Kurve und fuhr vom 17. Startplatz bis auf Rang vier nach vorne. Jarno Trulli im zweiten Renault R23, den eine unverschuldete Kollision mit Michael Schumacher um alle Sieg-Chancen brachte, rettete noch Platz fünf für sich und sein Team. Norbert Haug brachte es nach dem Grand Prix von Malaysia auf den Punkt: „Bei diesem Rennen haben die Rennreifen von Michelin den Ausschlag gegeben“, bilanzierte der Motorsport-Direktor von DaimlerChrysler, dessen Team McLaren-Mercedes nach dem Sieg auf dem „Sepang International Circuit“ auf eine lupenreine Saisonbilanz zurückblicken darf: zwei Starts, zwei Siege, Platz eins und zwei in der Zwischenwertung der Fahrer-WM sowie die souveräne Führung in der Konstrukteurs-Tabelle. Auch Kimi Räikkönen, der nun als Spitzenreiter zum dritten Saisonlauf nach Brasilien reist, äußerte sich zufrieden über seine Rennreifen: „Die Pneus haben gut funktioniert – Michelin hat uns wie auch in Australien erneut sehr gute Reifen zur Verfügung gestellt. Das ganze Paket war großartig. Wir haben im Winter so viel Arbeit investiert, jetzt können wir die Früchte ernten.“ Für Michelin stellte der erneute Erfolg in Sepang bereits den 67. Grand Prix-Sieg in der Geschichte des Unternehmens dar. „Die Resultate der ersten beiden Rennen dieser Formel 1-Saison haben unterstrichen, dass wir unseren Partnern sehr konkurrenzfähige Pneus anbieten können“, resümmiert Pierre Dupasquier, der Motorsport-Direktor von Michelin. Bereits im Vorjahr durfte der französische Reifenspezialist gemeinsam mit Ralf Schumacher und dem BMW WilliamsF1 Team einen Sieg in Malaysia bejubeln, entsprechend optimistisch reiste Michelin gen Kuala Lumpur: Nicht nur die besonders anspruchsvolle Streckenführung, sondern auch die tropischen Luft- und Asphalttemperaturen scheinen den Pneus aus Clermont-Ferrand bestens zu liegen – eine Prognose, die sich spätestens im zweiten Qualifying bestätigen sollte. Mit einer sensationellen Vorstellung rissen die beiden Renault F1- und Michelin-Piloten die erste Startreihe an sich. Dabei war es Shooting-Star Fernando Alonso, der sich mit einer fehlerfreien Runde als jüngster Pole Position-Inhaber der bisherigen Formel 1-Geschichte in die Rekordbücher eintrug. Kaum zwei Zehntelsekunden dahinter unterstrich Alonsos Teamkollege Jarno Trulli die Konkurrenzfähigkeit des Renault R23. Mit David Coulthard auf Startplatz vier und Kimi Räikkönen auf Rang sieben meldeten auch die Michelin-bereiften McLaren-Mercedes Ansprüche auf Top-Ergebnisse an. Trubel in Kurve zwei bringt Trulli um alle Chancen Der Start indes geriet für Trulli zum Desaster: Michael Schumacher touchierte das linke Hinterrad des Renault und drehte den Italiener um, der sich damit am Ende des Feldes wieder einreihen musste. Unterdessen genoss der 21-jährige Alonso die ersten Führungskilometer seiner noch jungen Formel 1-Karriere vor David Coulthard, der im Durcheinander der zweiten Kurve Rang zwei übernehmen konnte. Doch der Schotte – der als Tabellenführer gen Malaysia reiste – musste seinen Boliden bereits nach wenigen Runden mit einem Elektronikdefekt abstellen. Dafür schnappte sich Kimi Räikkönen nur wenig später den Sauber von Nick Heidfeld und rückte auf Rang zwei vor. Der weitere Rennverlauf stellte schon bald unter Beweis: Anders als im Vorjahr sollte in dieser Saison eine Zweistopp-Strategie der Schlüssel zum Erfolg sein. Besonders erfreulich für die Michelin-Teams: Dank der größeren Konstanz ihrer Pneus konnten sie speziell gegen Ende ihrer Turns viel Boden auf die Konkurrenz gut machen. Dabei stellte Kimi Räikkönen unter Beweis, das seine Renntaktik die bessere war: Als Rubens Barrichello zum zweiten Halt die Ferrari-Box ansteuerte, übernahm der junge Finne aus Espoo endgültig die Führung, die er souverän bis ins Ziel verteidigte. Nicht minder bewundernswert die Leistung von Fernando Alonso: Der Spanier – der unter einer fiebrigen Erkältung litt – ließ bis Rennende trotz völliger Erschöpfung nicht nach, erlaubte sich keinen Fehler und holte den ersten von vier Podiumsplätzen, die Renault F1-Präsident Patrick Faure in diesem Jahr von seinem Team erwartet. „Das ist der tollste Tag in meiner Karriere“, jubelte der sichtbar entkräftete Spanier im Ziel. „Zumal ich ab der Hälfte des Rennens manuell schalten musste und der fünfte Gang nicht mehr funktionierte.“ Jarno Trulli verteidigte noch seinen fünften Rang gegen einen stürmischen heranbrausenden Michael Schumacher, der jedoch in der Schlussphase des Rennens gegen die ausdauernderen Michelin-Pneus des Renault R23 den Kürzeren zog. Vorjahressieger Ralf Schumacher verpasste Podium nur knapp Auch BMW WilliamsF1-Pilot Juan Pablo Montoya wurde ein Opfer des Startgetümmels, bei dem er den Heckflügel seines Boliden einbüßte. Die fällige Reparatur warf den Kolumbianer drei Runden zurück. Sein Teamkollege Ralf Schumacher indes – der das Qualifying nur auf dem 17. Platz beendete – durfte sich als Nutznießer des Durcheinanders betrachten. Schon nach wenigen Runden tauchte der Wahl-Österreicher wieder in den Punkterängen auf und arbeitete sich bis zur Zieldurchfahrt noch auf den vierten Platz nach vorn. „Das Rennen war auslaugend wie 56 Qualifying-Runden“, gestand der 27-jährige Vorjahressieger. Die Michelin-Partner Toyota und Jaguar hatten in Sepang weniger Glück: Während die grünen Katzen einen Doppelausfall hinnehmen mussten, segelte Olivier Panis klar auf Punktekurs, als er seinen rot-weißen Rennboliden aus Köln am Streckenrand parken musste. Christiano da Matta im zweiten Toyota beendete das Rennen auf Rang elf.

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