Keine Belebung bei den Pkw-Neuzulassungen

In Westeuropa fielen nach Informationen des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie (VDA) die Neuzulassungen im Februar mit 1,01 Millionen Pkw vier Prozent niedriger aus als vor einem Jahr. Dabei lag das Zulassungsvolumen in Deutschland mit 230.400 Pkw nur leicht unter dem Vorjahresniveau; in Frankreich (minus acht Prozent), Spanien (minus sieben Prozent) sowie in Großbritannien (minus sechs Prozent) kam es dagegen zu deutlichen Rückgängen. Im Gegensatz dazu übertraf der Pkw-Absatz in Italien – gestützt durch die Verlängerung der hohen Incentives des italienischen Staates – das Neuzulassungsvolumen um acht Prozent. Seit Jahresbeginn unterschritten die insgesamt in Westeuropa neu in den Verkehr gebrachten Pkw mit 2,21 Millionen Fahrzeugen das Vorjahresniveau um fünf Prozent. Nach drei schwachen Jahren zeichnet sich für den deutschen Markt eine günstigere Absatzentwicklung als in den meisten anderen europäischen Ländern ab. Damit könnte Deutschland in diesem Jahr nach Ansicht des VDA stabilisierend auf die Gesamtzulassungen in Westeuropa wirken. In den USA steigerten die deutschen Hersteller ihre Verkäufe von traditionellen Personenkraftwagen trotz eines im Februar um sieben Prozent gesunkenen Marktes deutlich. Insgesamt konnten sie ihren Absatz um knapp acht Prozent auf 59.900 Fahrzeuge steigern und damit ihren Marktanteil auf 10,3 Prozent (8,9 Prozent in 2002) erhöhen. Die Importfahrzeuge aus Deutschland legten dabei um sieben Prozent zu, der Absatz deutscher Pkw aus Werken in Nordamerika stieg sogar um elf Prozent. Inklusive der Light Trucks erreichten die Deutschen im gesamten Bereich der Light Vehicles mit 65.300 Einheiten (plus vier Prozent) einen Marktanteil von 5,4 Prozent. Insgesamt wurden in den USA in den ersten beiden Monaten des Jahres 2,3 Millionen Light Vehicles (minus fünf Prozent) abgesetzt. Dabei verzeichnete der Pkw-Absatz (minus zwei Prozent) einen geringeren Rückgang als die angesichts steigender Kraftstoffpreise deutlich rückläufigen Verkäufe von Light Trucks (minus sieben Prozent). In Japan stiegen die im Jahr 2002 neu in den Verkehr gebrachten Pkw um insgesamt vier Prozent auf über 4,4 Millionen Fahrzeuge. Dabei legten die Neuzulassungen der im Inland hergestellten Fahrzeuge um knapp vier Prozent auf 4,2 Millionen Einheiten zu. Der Absatz von Importfahrzeugen lag mit 273.000 Einheiten knapp zwei Prozent über dem Vorjahresniveau, wobei die Einfuhr japanischer Fahrzeuge, die außerhalb des Landes produziert wurden, um vier Prozent und die Neuzulassungen von Importfahrzeugen nicht-japanischer Hersteller um knapp ein Prozent stiegen. Wie in den Jahren zuvor führten auch 2002 deutsche Marken und Fabrikate die Rangliste der größten nicht-japanischen Fahrzeugimporteure an. Mit 180.700 Fahrzeugen haben die deutschen Pkw-Hersteller den Importmarkt in Japan mit einem Marktanteil von 66,2 Prozent dominiert. China konnte 2002 den seit nunmehr einigen Jahren eingeschlagenen Wachstumskurs nicht nur erfolgreich fortsetzen, sondern verzeichnete mit insgesamt knapp 1,2 Millionen verkauften Personenkraftwagen (+56 Prozent) und einer um 55 Prozent gestiegenen Pkw-Produktion ein absolutes Rekordergebnis. Damit entwickelten sich die chinesischen Pkw-Hersteller zu einem wesentlichen Träger der globalen Automobilkonjunktur und zugleich zu einem wichtigen Impulsgeber für den gesamten asiatischen Raum. Die deutschen Hersteller konnten mit 510.800 abgesetzten Pkw ihr gutes Vorjahresergebnis noch einmal um knapp 40 Prozent steigern; mehr als 45 Prozent der in China neu in den Verkehr gebrachten Pkw trugen 2002 ein deutsches Markenzeichen. Die deutschen Automobilhersteller agieren zunehmend globaler. Ihre Auslandsproduktion hat sich in den letzten 20 Jahren mehr als vervierfacht. Im vergangenen Jahr wurden außerhalb Deutschlands in insgesamt 19 Ländern 4,1 Millionen Personenkraftwagen gefertigt (plus vier Prozent). Der Anteil der Auslandsproduktion am gesamten Fertigungsvolumen der deutschen Pkw-Hersteller stieg im vergangenen Jahr um 1,6 Prozentpunkte auf 44,2 Prozent (1982: 19,8 Prozent). Die vier größten Standorte büßten 2002 allerdings an Bedeutung ein. So legte die Pkw-Fertigung in Spanien lediglich unterdurchschnittlich zu; in Belgien, Brasilien und Tschechien wurde sie sogar zurückgenommen. Dagegen erhöhten die Deutschen ihr Engagement in China deutlich, dort stieg die Pkw-Produktion im vergangenen Jahr um 30 Prozent. Nach Regionen unterteilt bleibt Europa mit einem Anteil von 40,9 Prozent weiterhin der wichtigste Produktionsstandort für die deutschen Pkw-Hersteller.

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