ATS/Tiger-Gruppe vor Strukturwechsel

Die in Johannesburg an der Börse gelistete Gruppe Tiger Wheels plane eine strukturelle Neuorientierung, wird Tiger-Chef Eddie Keizan (58) von südafrikanischen Medien anlässlich der Vorstellung der Bilanzzahlen zur zweiten Jahreshäfte 2002 zitiert. In Gefolge dieser Umstrukturierung sei es denkbar, dass die Aktien der Gruppe an der Börse eines anderen Landes ihre Heimat finden könnten, schließlich wird der wesentliche Umsatz außerhalb Südafrikas gemacht. Mit den anderen privaten Gesellschaftern aus Deutschland – womit die Familie Stahlschmidt gemeint ist – werden verschiedenartige Modelle diskutiert: Denkbar sei ebenso, dass Tiger den deutschen Partnern ihre 26 Prozent Anteile an ATS abkauft wie die Beteiligung dieser Partner an der Fabrik in Südafrika. Ebenfalls in der Diskussion, dass die Aluminiumräderfabrik im südafrikanischen Babelegi an ATS verkauft wird. Grund für den Wunsch nach Umstrukturierung seien, so Keizan, vielfältige Probleme, die sich daraus ergeben, dass Tiger Wheels zwar zu hundert Prozent Eigentümer des südafrikanischen Werkes ist, aber an den anderen Werken der Gruppe nur zu 74 Prozent beteiligt ist. Man wolle einen Zustand erreichen, bei dem man an allen Werken die gleichen Anteile hält. Dessen ungeachtet plant die Gruppe weitere Expansionen: Das US-Aluminiumräderwerk werde in einem halben Jahr die Fertigung aufnehmen, sei allerdings etwa zwei Millionen Dollar teurer ausgefallen als geplant: Ursprünglich war Tiger von Investitionen in der Größenordnung 15 bis 16 Millionen US-$ ausgegangen. Der nächste Schritt werde Tiger nach Asien führen (allerdings noch nicht während der nächsten zwei Jahre), weil die großen global operierenden Automobilhersteller – namentlich nennt Keizan BMW und Audi – diese Region für sich entdecken und die Zulieferer zu folgen hätten. Der Bedarf an Aluminiumfelgen wächst und Tiger will an diesem Wachstum teilhaben. Der Umsatz von Tiger Wheels ist in zweiten sechs Monaten des Jahres 2002 um 18 Prozent auf ca. 1,4 Milliarden Rand (gut 160 Mio. Euro) angestiegen, der Gewinn gar um 65 Prozent auf 49,4 Mio. Rand (gut 5,7 Mio. Euro). Je Aktie stieg der Gewinn um 54 Prozent von 51,2 Cents auf 79 Cents.

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