Schenck RoTec: Hochflexible Fertigungslinie meistert „Losgröße 1” bei Räderspezialisten Autec
Die Automatisierung im Mittelstand gilt oft als Mammutaufgabe. Dass sich eine Produktion auch im laufenden Betrieb schrittweise transformieren lässt, zeigt die nunmehr siebenjährige Partnerschaft zwischen dem Räderspezialisten Autec und dem Auswuchtexperten Schenck RoTec. Aus einem ehemals manuellen Prozess entstand eine hochflexible, digitale Fertigungslinie, die für das starke Saisongeschäft gerüstet ist, denn im Herbst und im Frühjahr müssen innerhalb kürzester Zeit riesige Mengen bewältigt werden.
Vor genau dieser Herausforderung stand vor rund sieben Jahren die Autec GmbH & Co. KG aus Schifferstadt. Das Problem damals: Der manuelle Aufwand war hoch, häufige Umrüstungen an den einzelnen Maschinen bremsten den Fluss und die Wirtschaftlichkeit geriet bei Volumenspitzen an ihre Grenzen. Die strategische Antwort hieß Automatisierung. Als Partner für dieses siebenstellige Projektvolumen holte sich Autec den Darmstädter Spezialisten für Auswuchtlösungen und Equipment für Komplettradmontagen.
Das Herzstück der Kooperation ist eine individuell zugeschnittene, hochautomatisierte Produktionslinie, die direkt an das bestehende ERP-System von Autec angebunden wurde. Der Clou dabei: Das System ermittelt die spezifischen Produktionsdaten für jede individuelle Rad-/Reifenkombination komplett eigenständig. Diese Daten werden in Echtzeit an die Maschinen übertragen, sodass sich die Anlage ohne manuelle Rüstzeiten auf den nächsten Auftrag einstellt. Damit ist eine automatisierte Fertigung bis hinunter zu „Losgröße 1“ bei nahezu unbegrenzter Variantenvielfalt möglich.
Die Bilanz nach sieben Jahren kontinuierlicher Weiterentwicklung im laufenden Betrieb ist beeindruckend: „Die Produktionskapazitäten wurden von ursprünglich rund 100.000 Einheiten auf etwa eine Million Einheiten verzehnfacht. Damit hat sich Autec in Zusammenarbeit mit Schenck RoTec vom werkstattnahen Betrieb auf das Qualitätsniveau eines OEM-Suppliers (Original Equipment Manufacturer) hochgearbeitet“, laut Autec-Geschäftsführer Dr. Hans-Uwe Berger.
Neben der reinen Quantität stand die Prozesssicherheit im Vordergrund. Durch die roboterbasierte Automatisierung konnte die Fehlerquote minimiert und die Qualität gesteigert werden. Für das Qualitätsmanagement essenziell: Zu jedem einzelnen Radzusammenbau werden die Produktions- und Einzelparameter erfasst, was eine 100-prozentige Rückverfolgbarkeit garantiert.
Gleichzeitig investierte Autec in die Arbeitsumgebung. Die neuen, roboterunterstützten Anlagen entlasten die Belegschaft spürbar durch ein ergonomisches Arbeitsplatzdesign. Flankiert wurden die Maßnahmen in der Produktion durch den Bau einer neuen Lagerhalle, um die Teileverfügbarkeit zu erhöhen und schnellere Lieferzeiten zu garantieren. „Innovation never stops“ – dieses Motto gilt für die Partnerschaft auch nach dem verflixten siebten Jahr. Durch regelmäßige Softwareupdates und die Anpassung an neue Produktformate bleibt die Anlage zukunftssicher. Da bereits weitere Kapazitäten projektiert und angelegt sind, verfügt die Produktionslinie über genügend Reserven, um für künftiges Wachstum im Reifen- und Rädermarkt gerüstet zu sein.



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