Bilstein gibt Tipps zum Thema Fahrwerktuning

„Nur kürzere Federn, das funktioniert gar nicht“, erläutert Bilstein-Techniker Daniel Boehnke und benennt damit schon eines der häufigsten Probleme beim Thema Fahrwerk-Tuning. Für einen sportlichen Look sorge diese simple Form der Tieferlegung zwar zweifellos, „doch das Handling hinkt dem Auftritt meist hinterher“. Das Problem präsentiere sich wie folgt: „Tieferlegungsfedern bedingen eine härtere Federrate, auf die der Serienstoßdämpfer nicht ausgelegt ist. Da das präziser auch Schwingungsdämpfer genannte Bauteil in Extremsituationen nicht die notwendig gewordene höhere Dämpfleistung erbringt, arbeitet die Feder viel zu ‚ungehemmt‘. Im schlimmsten Fall schlägt der Dämpfer bis zum Anschlag durch, sodass gerade beim Bremsen und Lenken gefährliche Situationen entstehen. Überdies wird auch der Verschleiß begünstigt. Zusammen mit Sportfedern sollten deshalb immer auch dazu passende Stoßdämpfer montiert werden“, heißt es bei Bilstein. Speziell für diesen Zweck habe das Unternehmen den “B8” im Programm, der nicht nur eine entsprechende Kennlinie besitze, sondern auch in der Länge eingekürzt sei.

Das Rundum-sorglos-Paket sei ein perfekt auf die Einzelkomponenten abgestimmtes Komplettfahrwerk. Bilstein biete in diesem Bereich sowohl konventionelle Sportfahrwerke als auch die in der Tuningszene besonders populären Gewindefahrwerke an. Doch welche Lösung sollte man wählen? „Nicht für jeden ist die teuerste und komplexeste Lösung auch die beste“, erläutert Techniker Marco Kunert: „So ist unser straßentaugliches Clubsport-Rennfahrwerk sicher nichts für Menschen, die den Alltag nur dezent sportlicher angehen möchten und auch einen gewissen Komfort schätzen“. Gute Händler und Werkstätten starteten deshalb zunächst mit einer Bedarfsanalyse: Selbst wenn der Kunde scheinbar genau weiß, welches Produkt er möchte, solle diese immer am Anfang stehen. Denn nicht immer deckten sich Realität und Erwartungshaltung. „Manche Menschen wollen aus Prestigegründen oder aus Prinzip immer die teuerste Lösung. Doch oft sind gerade diese Produkte für einen ganz speziellen Anwenderkreis entwickelt oder bieten eine Fülle an Optionen, die für den normalen Autofahrer auch too much sein können“, so Kunert.

Beim kauf auf Verstellbereich achten

Zu viel Sparsamkeit zahle sich jedoch genauso wenig aus. Etwa dann, „wenn nur die Federn getauscht werden oder das erworbene Komplettfahrwerk nicht die Set-up-Möglichkeiten bietet, um die eigenen hohen Ansprüche an Fahrdynamik und Optik zu realisieren“. Ansonsten seien fix eingestellte Fahrwerke wie das Bilstein B12-Pro-Kit (Tieferlegung bis zu 40 Millimeter) und das etwas extremer ausgelegte B12-Sportline (maximal 50 Millimeter tiefer) für viele schon eine optimale Wahl. Gewindefahrwerke böten darüber hinaus die Möglichkeit, die Fahrzeughöhe in mehreren Stufen auch im eingebauten Zustand zu variieren. Beim Kauf sollte immer darauf geachtet werden, dass das jeweilige Produkt einen eingetragenen Verstellbereich besitze, so wie das B14. Andernfalls müsse jede spätere Veränderung der Höhe beim TÜV oder einer anderen zulässigen Prüforganisation neu eingetragen werden.

Geht es um die ultimative Fahrdynamik im Straßenverkehr und soll das Fahrwerk den eigenen Vorlieben perfekt auf den Leib geschneidert werden, führ am Bilstein B16 kein Weg vorbei. Zusätzlich zu den Features des B14 biete es eine mechanische Parallelverstellung von Zug- und Druckstufe über ein Verstellrad mit zehn deutlich spürbaren Klicks. Damit eigne sich das B16 sogar für ein paar schnelle Runden um den Nürburgring. „Doch egal ob konventionelles Sport- oder flexibles Gewindefahrwerk: Auf Extrem-Tieferlegung, wie sie manche Produkte bieten, sollte höchstens bei reinen Showcars zurückgegriffen werden. Federn und Dämpfer arbeiten bei derart kurzen Wegen einfach nicht mehr effektiv, was negative Folgen für Sicherheit, Komfort und Fahrdynamik hat. Selbst Hardcore-Racer nutzen andere Wege, um ihr Fahrzeug zu optimieren“, heißt es bei Bilstein.

Per Knopfdruck zwischen Normalmodus und Sporteinstellung wählen  

Für alle, die selbst auf öffentlichen Straßen mit Semislicks unterwegs seien und meist sowieso nur bis zur nächsten Rennstrecke fahren möchten, um sich dort dem knallharten Wettbewerb zu stellen, sollte es zum Beispiel ein Bilstein-Clubsport sein. Das extrem belastbare Hightech-Gewindefahrwerk biete Uniball-Stützlager aus Aluminium sowie eine separate Einstellung von Zug- und Druckstufe: Insgesamt seien 100 Einstellungsvarianten möglich. Nur den Komfortmodus suche der Kunde bei einem Rennsportfahrwerk natürlich vergeblich. „In diesem Punkt bieten B12, B14 und B16 sicher den besseren Kompromiss. Wer diesen komplett scheut, bräuchte eigentlich zwei Fahrwerke“, heißt es bei Bilstein. Und genau das biete die Option DampTronic für das Bilstein B16. Hier könne per Knopfdruck zwischen einem komfortablen Normalmodus und einer Sporteinstellung gewählt werden. Als weiteres Extra ist on top das Modul iRC verfügbar, mit der sich das Fahrwerk per Smartphone ansteuern lasse. Hier würden sich zahlreiche weitere Parameter festlegen und sogar ein „auto“-Modus einstellen lassen, der das Fahrwerk aktiv an den jeweiligen Fahrzustand anpasse. Somit sei man für jede Eventualität gerüstet.

Doch unabhängig vom verbauten Fahrwerk gilt es, für ein optimales Ergebnis auch noch andere Eventualitäten und die Peripherie zu berücksichtigen. Extreme Reifenquerschnitte können die Fahreigenschaften etwa genauso negativ beeinflussen wie überdimensionierte Megafelgen, welche die ungefederten Massen über Gebühr vergrößern. Klug gewählt können diese Komponenten allerdings auch das Fahrwerk bei seiner Arbeit unterstützen. Erfahrene Fachbetriebe stehen dem Autofahrer auch hier gerne mit Rat und Tat zur Seite. Noch ein letzter Tipp: Tuningfedern und somit auch Komplettfahrwerke müssen nach dem Einbau beim TÜV oder einer anderen anerkannten Prüforganisation eingetragen werden, zudem ist eine Neuvermessung des Fahrzeugs nötig.

 

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