Welcher Reifen passt auf den Fiat Spider (AS) aus dem Jahr 1969?

Montag, 26. Juni 2017 | 1 Kommentar
 
Willy Matzke, ehemaliger ÖAMTC-Reifenexperte, hat den ‚Selbstversuch‘ in Sachen richtiger und passender Bereifung anhand eines neu aufgebauten Fiat Spider (AS) aus dem Jahr 1969 gewagt
Willy Matzke, ehemaliger ÖAMTC-Reifenexperte, hat den ‚Selbstversuch‘ in Sachen richtiger und passender Bereifung anhand eines neu aufgebauten Fiat Spider (AS) aus dem Jahr 1969 gewagt

„Classic Cars richtig zu bereifen, ist mitunter eine Kunst“, befindet Willy Matzke. Der ehemalige Reifenexperte des ÖAMTC hat den ‚Selbstversuch‘ anhand eines neu aufgebauten Fiat Spider (AS) aus dem Jahr 1969 gewagt und insbesondere in Bezug auf die Reifen „gesucht, was zu gelassen ist, was am Markt ist und was sinnvoll ist“. Vor allem gute Reifen in 13 Zoll seien dabei Mangelware, zieht Willy Matzke Bilanz.

Die Seriengröße des Fiat Spider von 1969 ist 165/80 R13 S. „Hier hat sich der Apollo Amazer 3G Maxx aus dem Hause Vredestein sehr bewährt. Der Reifen ist sehr laufruhig und asymmetrisch aufgebaut. Es gibt an der Außenseite steifere Blöcke, was den Verschleiß mindert und das Wegschmieren in engen Kurven verhindert. Die Innenseite ist stärker lammeliert und sorgt für laufruhigen Grip“, so Matzke, der für den ÖAMTC bis zu seinem Ruhestand Ende 2011 die Reifentests verantwortlich betreut hat. Für weitere Größen – auf anderen Fahrzeugen – von 145/80 R13 bis 155/65 R15 steht der Apollo Amazer 3G auch in einer symmetrischen Version zur Verfügung.

Eine etwas breitere 13-Zoll-Alternative bietet die Dimension 185/70 R13 S. „Hier ist das Angebot besonders dünn. Fündig wird man bei Vredestein mit dem Quatrac 5. Das ist einer der besten Allwetterreifen, der auch im Winter voll einsatzfähig und erprobt ist. Für eine Histo Monte etwa braucht man so etwas“, ist der Reifenexperte überzeugt.

Ganz neu in dieser Größe hat Pirelli den Klassiker Cinturato CN 36 aufgelegt. „Eigentlich hat man größere Muster für den klassischen Porsche 911 nachgebaut, aber auch für den Fiat Spider ist da was abgefallen. Es darf einen nicht schrecken, dass dieser CN 36 aus der Türkei kommen, wo Pirelli in einem hochmodernen Werk auch die Reifen für die Formel 1 herstellt. Da der Pirelli nur über Spezialquellen in England vertrieben wird, kann der Preis beim Dreifachen eines Vredestein-Reifens zu liegen kommen, also 180 Euro pro Reifen. Aber der CN 36 ist eben ein besonderer Klassiker, der seinerzeit auch gerne am BMW 2002 ti gefahren wurde.“

Welcher Reifen passt zum und auf den Fiat Spider (AS) aus dem Jahr 1969? Der ehemalige ÖAMTC-Reifenexperte Willy Matzke macht sich auf die Suche und findet die Reifen Apollo Amazer 3G Maxx, Vredestein Quatrac 5, Pirelli Cinturato P1 und Pirelli Cinturato P1 Verde (von links)

Welcher Reifen passt zum und auf den Fiat Spider (AS) aus dem Jahr 1969? Der ehemalige ÖAMTC-Reifenexperte Willy Matzke macht sich auf die Suche und findet die Reifen Apollo Amazer 3G Maxx, Vredestein Quatrac 5, Pirelli Cinturato P1 und Pirelli Cinturato P1 Verde (von links)

Vorsicht sei indes mit Blick auf die Räder und deren Felgenkonturen geboten, so Matzke. Originale 13-Zoll-Felgen seien vielfach nicht in H2 konstruiert, brauchen demnach einen Schlauch. „Auch den gibt es bei Vredestein. Aber vorbestellen! Reifenhändler haben das kaum auf Lager, vor allem nicht in neuer Topqualität.“

Eine weitere zugelassene Alternative ist die Größe 185/60 R14. Sie ist allerdings merklich kleiner im Abrollumfang. „Damit laufen der Tacho und so auch die genaueren Wegstreckenzähler Halda oder Retrotrip deutlich vor, es muss also nachjustiert werden.“ Originalfelgen in 14 Zoll für den Fiat seien darüber hinaus „schwer zu bekommen und auch teuer“, so Matzke weite. „Vorsicht bei billigen Nachbauten. Sie haben vielfach keine technischen Freigaben.“

Will man verhindern, dass der Spider mit dieser kleineren aber nicht breiteren Reifengröße unruhig in der Lenkung wird und jeder Unebenheit auf den Straßen nachläuft, müsse die Einstellung der Vorderachse korrigiert werden. „In den Computern der Achsvermessungen finden sich die richtigen Werte dazu nicht. Es müssen außerdem Sturz, Spur und Nachlauf korrigiert werden, was oft vergessen wird. Das Ergebnis ist dann ein unruhiger Lauf und hoher Reifenverschleiß an der Vorderachse.“ Bewährt hätten sich in dem Zusammenhang der Vredestein Sportrac 5 und der Pirelli Cinturato P1 Verde.

Für spätere US-Modelle des Fiat Spider gebe es noch den 195/50 R15 „auf sündteuren Speedline-Felgen von Lancia. Ein rein optischer Pflanz. Im Motorsport hat Fiat nur Pirelli-Reifen in 13 Zoll verwendet, allerdings auf Magnesiumfelgen in größeren Breiten.“ ab

 

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Kategorie: Produkte

Kommentare (1)

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  1. Thorsten Kiela sagt:

    Gut, dass man solche Autos nur bei gutem Wetter aus der Garage holt 😉

    Mit so etwas wie dem Pirelli Cinturato P1 wird man Aquaplaning einer neuen Dimension erleben.

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