Marangoni-Gruppe verkauft Pkw-Reifenfabrik an Ceylon Steel

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Die Marangoni-Gruppe hat ihre Pkw-/LLkw-Neureifenproduktion endlich verkaufen können. Nachdem der italienische Runderneuerungskonzern Ende 2013 beschlossen hatte, sich aus der Neureifenproduktion komplett zurückzuziehen, war PricewaterhouseCoopers Corporate Finance (PwC) zum Financial Advisor für die Verhandlungen mit potenziellen Käufern der Fabrik in Anagni bei Rom bzw. des Produktionsequipments darin ernannt worden. Nun steht fest: Die Anlage wird demnächst in Sri Lanka wieder in Betrieb genommen, hieß es dazu auf Anfrage der NEUE REIFENZEITUNG.

Die Marangoni-Gruppe hat in den vergangenen Monaten einen entsprechenden Kauf der seit 2014 ruhenden Pkw-/LLkw-Reifenproduktion mit der Ceylon Steel Corporation Limited verhandelt – einem Tochterunternehmen der Onyx Group mit Sitz in Schardscha in den Vereinigten Arabischen Emiraten – und nun formell abgeschlossen. Wie es dazu heißt, würde derzeit das gesamte Produktionsequipment in Anagni abgebaut und für den Transport nach Sri Lanka vorbereitet, wo Ceylon Steel kürzlich ein 40 Hektar großes Grundstück auf 99 Jahre gepachtet hat, auf dem die Fabrik eingerichtet werden soll. Während Ceylon Steel kein Interesse an den Anlagen zur Stromproduktion in Anagni und auch nicht an der sogenannten MTM-Produktionszelle (die demnach weiterhin am Marangoni-Konzernsitz in Rovereto steht) hatte, habe das Unternehmen aber auch die Formen von Marangoni übernommen. Wie das italienische Unternehmen dabei allerdings betont, habe Ceylon Steel keine Lizenz an der Marke Marangoni erhalten, folglich müssten die Seitenwände der Formen entsprechend ausgetauscht werden; es würden in Sri Lanka keine „Marangoni“-Reifen entstehen.

Wann genau die Produktionsstätte in Sri Lanka in Betrieb genommen werden kann, ist derzeit noch unklar. Marangoni zufolge sei „das Projekt noch in der Entwicklung“. Marangoni sei indes an der Installation und Inbetriebnahme des Produktionsequipments beteiligt. Dem Vernehmen nach wird Ceylon Steel, sobald die erste Reifenfabrik des Unternehmens voll einsatzfähig ist, dann jährlich rund drei Millionen Pkw- und LLkw-Reifen in Sri Lanka fertigen können. Ob dann auch Reifen – mit bekannten Marangoni-Profilen – nach Europa exportiert werden sollen, sei dem italienischen Verkäufer nicht bekannt. Medienberichten zufolge plant Ceylon Steel allerdings den Export von rund drei Viertel seiner Produktion und hofft, damit gut 90 Millionen Euro jährlich einzunehmen.

Auf Anfrage der NEUE REIFENZEITUNG mochte Marangoni nichts zum Verkaufspreis sagen und verweist dabei auf das bestehende Non-Disclosure-Agreement. Im Juni hieß es allerdings, Ceylon Steel plane „mögliche Investition von 75 Millionen Dollar in Sri Lanka“.

Die Marangoni-Gruppe betreibt in Sri Lanka selber eine Fabrik zur Herstellung von neuen Industriereifen. Einen etwaigen Zusammenhang zwischen dem Verkauf der Pkw-Reifenproduktion nach Sri Lanka und der eigenen Fabrik dort gebe es indes keinen, betonten Vertreter des Unternehmens. arno.borchers@reifenpresse.de

 

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